26. Januar 2005
Im Alter nimmt nicht die Fähigkeit zum Lernen ab, sondern nur die „Lernschrittweite“. „Ältere Menschen lernen zwar langsamer, aber dafür genauer“, erklärt Prof. Manfred Spitzer, Hirnforscher und Ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik Ulm, in der Gesundheitszeitschrift Apotheken Umschau. Ältere Menschen behalten das Gelernte auch länger.
Prof. Spitzer kritisiert aufgrund dieser Erkenntnisse den Umgang unserer Gesellschaft mit der Leistungsfähigkeit älterer Menschen. 60 Prozent der Firmen in Deutschland beschäftigen keinen Angestellten über 50 Jahre – „eine Ignoranz, die wir uns eigentlich nicht leisten können“ meint Spitzer. Auf altersbedingte intellektuelle Mängel können sich Arbeitgeber diesen Erkenntnissen zufolge jedenfalls nicht berufen, wenn sie ihre Belegschaften immer weiter verjüngen.
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