Die Großhirnrinde ist bei kriminellen Menschen kleiner als bei der Normalbevölkerung

Das Gehirn von Langzeitkriminellen weist laut Studie verkleinerte kortikale Hirnwindungen auf

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  • von Paradisi-Redaktion
Blick vom Boden auf einen aggressiven Schläger im Kapuzenpulli, das Gesicht nicht zu erkennen

Eine Studie aus Großbritannien hat bestätigt, was viele Psychologen schon länger vermuten. Wer anhaltend ein antisoziales Verhalten an den Tag legt, dessen Gehirn weist einen abweichenden Aufbau auf. Offenbar ist die Großhirnrinde verkleinert - und hier sitzen wichtige Emotionen wie Schuldgefühle oder auch die allgemeine Fähigkeit für Mitgefühl.

Für die Erkenntnis wurde auf eine Studie zurückgegriffen, die seit 1972 läuft. Die damals geborenen Kinder aus Neuseeland wurden bis ins heutige Erwachsenenleben begleitet. Insgesamt umfasst die Gesamtgruppe 1.027 Personen. Als sie sieben Jahre alt waren, wurden die Eltern und enge Vertrauenspersonen erstmalig zu den sozialen Fähigkeiten der Kinder befragt. Es ging um Dinge wie Lügen, Schwänzen, Mobbing, Diebstahl und bewusstes Zerstören von Dingen. Die Forscher ordneten die Kinder entsprechend der Antworten in drei Gruppen ein:

  1. Gruppe 1 galt als "normal" und fiel nicht durch starkes antisoziales Verhalten auf
  2. Gruppe 2 hatte vorübergehend soziale Schwächen, verlor diese jedoch mit den Lebensjahren
  3. In Gruppe 3 wurde kriminelles Verhalten zum Alltag

Als die Teilnehmer 45 Jahre alt waren, stellten sich 672 für ein Hirn-MRT zur Verfügung. 80 Teilnehmer waren auch als Erwachsene noch kriminell und ihre Gehirne unterschieden sich von der Mehrheit. Die kortikalen Hirnwindungen im Großhirn besaßen eine deutlich kleinere Oberfläche. Statt 187.001 mm2 im Durchschnitt bei den unauffälligen Personen waren es nur 181.205 mm2.

Unterschiede nur bei chronisch Kriminellen

Interessant war, dass diejenigen, die in der Jugend kurzzeitig antisoziale Eigenschaften gezeigt hatten, keine verkleinerte Großhirnrinde hatten. Nur bei chronisch Kriminellen waren die Unterschiede vorhanden. Dasselbe traf auf die durchschnittliche Cortex-Dicke zu. Sie war bei Gruppe 1 und 2 im Mittel 2,56 Millimeter, bei Gruppe 3 nur 2,54 Millimeter dick.

Die Studie kann keine Aussagen treffen, woher diese Unterschiede kommen. Manche Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass antisoziales Verhalten teilweise vererbt wird, doch die Erziehung und erlebte Traumata prägen das Gehirn ebenfalls.

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  • Bildnachweis: Violent attack, unrecognizable male criminal kicking and punchin © Bits and Splits - www.fotolia.de

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