6. Januar 2011
Unter einer Gallenstauung versteht man den Rückstau von Gallenflüssigkeit. Eine solche Verstopfung der Gallenwege kann durch verschiedene Ursachen entstehen.
Eine Gallenstauung wird in der Medizin auch als Cholestase oder Cholestasesyndrom bezeichnet. Dabei kommt es zu einem Rückstau von Gallensäuren, Billirubin sowie weiteren Bestandteilen der Galle in den Gallenwegen. Die Stauung entsteht, da die Galle nur unzureichend oder gar nicht in den Darm abfließen kann.
Normalerweise fließt die Gallenflüssigkeit aus der Leber, wo sie produziert wird, durch die Gallengänge hindurch in den Zwölffingerdarm. Dort mündet der Gallengang an der Vater-Papille mit dem Gang der Bauchspeicheldrüse ein. Gleichzeitig dient die Gallenblase, die sich an einem abzweigenden weiteren Gang befindet, als Speicherorgan und Zwischenstation. Zweck der Gallenflüssigkeit ist in erster Linie die Verdauung von Fettstoffen.
Durch verschiedene Gründe kann es zu einer Gallenstauung kommen. Dazu gehören vor allem Gallensteine, die in der Gallenblase gebildet werden. Gehen die Steine in die Gallenwege ab, besteht die Gefahr, dass diese dadurch verstopft werden. Weitere Gründe für eine Verlegung der Gallenwege können Entzündungen, Tumore oder die Bildung von Narben sein. Wird der Ausführungsgang der Gallenblase blockiert, kann die Galle nicht mehr aus dem Hohlorgan abfließen. Schlimmer noch ist eine Versperrung des Hauptgallengangs, der sich zwischen der Leber und dem Zwölffingerdarm befindet. In diesem Fall kommt es zu einem Stau der Gallenflüssigkeit, die eine Gelbsucht (Ikterus) zur Folge hat. Am gefährlichsten ist es, wenn die Gallensteine unmittelbar an der Vater-Papille hängen bleiben. In diesem Fall besteht die Gefahr einer Kombination aus Gallenstau und Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung), die mitunter lebensgefährlich ist.
Typische Symptome bei einer Gallenstauung sind das Auftreten von Gelbsucht und krampfartigen Schmerzen. Auch zu Übelkeit und Erbrechen kann es kommen.
Bei einer Cholestase muss oftmals eine Gallengangsoperation zur Behebung durchgeführt werden. Vor dem Eingriff bekommt der Patient eine Vollnarkose. Wird eine Choledochusrevision vorgenommen, schneidet man den Gallengang auf und saugt dann die Gallenflüssigkeit ab. Außerdem sucht man nach dem Verursacher des Staus, um ihn zu entfernen. Handelt es sich dabei um einen Gallenstein, holt ihn der Chirurg mit einer Zange heraus. Um zu überprüfen, ob eine Verengung der Vater-Papille besteht, verwendet man sondenartige Instrumente. In manchen Fällen wird auch eine Aufweitung von innen durchgeführt. Mithilfe eines Cholangioskops, einem feinen optischen Gerät, lassen sich die Gallenwege von innen begutachten. Soll verdächtiges Gewebe weiter untersucht werden, nimmt man eine feingewebliche Schnellschnittuntersuchung vor. Auf diese Weise lässt sich bereits während der Operation klären, ob weitere Behandlungsmaßnahmen erforderlich sind. Oftmals ist es notwendig die Gallenblase komplett zu entfernen, was man als Cholezystektomie bezeichnet.
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