22. Januar 2009
Von K. Schumann
Die Fruchtblase ist ein von Eihäuten gebildeter Sack, welcher das Kind und das Fruchtwasser bis zur Geburt umschließt.
Die Fruchtblase besteht aus zwei Eihäuten, die durch eine Auffaltung des äußeren (Ektoderm) und des mittleren Keimblatts (Mesoderm) entstehen. In der Fruchtblase befindet sich das Fruchtwasser (Amnionflüssigkeit) eine wässrige, klare Flüssigkeit. Sie besteht zum einen aus Blutbestandteilen der Mutter, die über die Eihäute in die Fruchtblase sezerniert werden und zum anderen aus Flüssigkeit, die das Ungeborene über die Haut, die Lunge, die Nieren und die Nabelschnur abgibt. Der Hauptbestandteil des Fruchtwassers sind Wasser und Elektrolyte wie Natrium oder Kalium. Es finden sich aber auch Glukose, Fette oder Eiweiße.
Bereits in der vierten Schwangerschaftswoche ist der Embryo vollständig von Fruchtwasser umgeben. Das Fruchtwasser schützt das Ungeborene vor äußeren Einflüssen wie Lärm, Druck oder Stößen. Zudem verhindert es Verwachsungen oder Verklebungen mit den Eihäuten. Steht die Geburt bevor, öffnet sich die Fruchtblase. Dies bezeichnet man als Blasensprung. Zur Beschleunigung der Geburt kann die Fruchtblase auch durch eine Hebamme eröffnet werden.
Ab dem 5. Monat trinkt der Embryo bis zu 400 ml Fruchtwasser pro Tag. Dieser Verlust wird aber durch eine ständige Resorption in der Regel wieder ausgeglichen. Über den Darm des Ungeborenen wird die Flüssigkeit resorbiert und der Plazenta und somit dem mütterlichen Blutkreislauf zugeführt. Zudem scheidet das Ungeborene bei normaler Nierenfunktion einen Teil des Fruchtwassers wieder aus. Somit wird das Fruchtwasser ungefähr alle drei Stunden komplett erneuert.
In der 10. Schwangerschaftswoche sind etwa 30 ml Fruchtwasser vorhanden. Bei der Geburt sollten es um die 800 ml Fruchtwasser sein. Die Überprüfung der Fruchtwassermenge gehört zu den gängigen Vorsorgeuntersuchungen, da sowohl zu wenig, als auch zuviel Fruchtwasser dem Embryo schaden können.
Mithilfe einer Fruchtwasseruntersuchung ist es möglich den Gesundheitszustand des Embryos zu überprüfen. So können mit einer Fruchtwasserprobe von etwa 20 ml bereits in der 15. bis 16. Woche Veränderungen im Erbgut (z.B. Trisomie 21) oder ab der 30. Schwangerschaftswoche Blutgruppenunverträglichkeiten zwischen Mutter und Kind festgestellt werden.
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