Der Embryo - Entwickelt sich ab dem Moment der Befruchtung einer weiblichen Eizelle zum Menschen

Menschliche Eizelle mit Spermien

Die Phasen der Embryogenese - nach der Ausbildung der inneren Organe wird das ungeborene Kind als Fötus bezeichnet

Als Embryo bezeichnet man in der Frühphase der Schwangerschaft ein ungeborenes Kind im Mutterleib. Er entsteht durch die Befruchtung einer weiblichen Eizelle mit einem männlichen Spermium.

Vom Embryo zum Fötus

Embryo ist die Bezeichnung für ein ungeborenes Kind im Mutterleib. Dabei ist der Zeitraum von der Befruchtung bis zum Ende des dritten Schwangerschaftsmonats gemeint.

Ein Embryo, den man auch als Keim oder Keimling bezeichnet, entsteht durch die Befruchtung einer weiblichen Eizelle (Ovum) mit einem männlichen Spermium. Die befruchtete Eizelle, die auch Zygote genannt wird, entwickelt sich zur so genannten Blatozyste, einem bestimmten Entwicklungsstadium der Embryogenese, und nistet sich am 5. oder 6. Tag der Entwicklung in der Schleimhaut der Gebärmutter (Uterus) ein.

Nachdem sich die Chorionzotten ausgebildet haben, dies sind Ausstülpungen der so genannten Zottenhaut, welche den Stoffaustausch zwischen kindlichem und mütterlichem Blutkreislauf gewährleisten, und die Verbindung zum Kreislauf der Mutter aufgenommen wurde, beginnt das Embryonalstadium, das mit der Fetogenese - hier entwickeln sich die Organe - endet. Ab der 9. Schwangerschaftswoche bezeichnet man den Embryo, dessen innere Organe sich dann ausgebildet haben, als Fötus oder Fetus.

Synchronisierung des Herzschlags von Mama und dem Ungeboren durch den Atemrhythmus

Schwangere Frau steht in weißem Sommerkleid am Strand und hält sich den Babybauch
pregnant woman on the beach © Kostia - www.fotolia.de

Eine Schwangerschaft ist immer wieder etwas Besonderes. Die Nähe zwischen werdender Mutter und dem noch Ungeboren wird durch einen synchronen Herzschlag hergestellt, der aufgrund des mütterlichen Atemrhythmus hervorgerufen wird. Zu dieser Erkenntnis gelangten Wissenschaftler der Universität Witten/Herdecke.

Das Team rund um Peter van Leeuwen konnte durch eine Studie erstmalig nachweisen, dass bereits im Mutterleib Emotionen eine große Rolle spielen und das Ungeborene seinen Herzschlag dem der Mutter anpassen kann.

Aufgrund mathematischer Algorithmen und den Aufzeichnungen mittels eines Magnetokardiografen, konnten die Forscher erkennen, dass eine rasche Atmung der Mutter dieser Herzschlag-Synchronität förderlich ist, dagegen bei einer langsamen und eher flachen Atmung genau dieser Vorgang etwas eingeschränkt wird.

Die Ergebnisse sollten in Verfahren mit einfließen, die sich mit vorgeburtlichen Herz-Kreislauferkrankungen beschäftigen und mitunter zu frühzeitigen Diagnosen und Therapien führen kann.

Schicht für Schicht zum neuen Menschen

Wissenschaftler erforschen die Genauigkeit der Embryonalentwicklung

Embryo in Gebärmutter
baby2 © ingenium-design.de - www.fotolia.de

Wissenschaftler von der ETH Lausanne und der Universität Genf haben entdeckt, dass sich die Form eines Embryos in nur 48 Stunden herausbildet. Dabei folgt die Entwicklung einem exakten Zeitplan.

Exakter Entwicklungs-Zeitplan

Von oben nach unten wachse der Embryo, erklärte das Forscherteam unter der Leitung von Denis Duboule und Daniël Noordermeer, eine Schicht nach der nächsten. Insgesamt besteht der Mensch nach Angaben der Wissenschaftler aus etwa 30 horizontalen Abschnitten, die ungefähr mit der Anzahl der menschlichen Wirbel übereinstimmen.

Alle neunzig Minuten bildet sich eine neue Schicht. Dabei werden, so die Experten, die Gene, die zu Hals-, Brust- und Lendenwirbeln und dem Steißbein gehören, genau zum richtigen Zeitpunkt aktiv.

Die genetische Uhr

Diese genetische "Uhr" gibt die Erbinformationen Stück für Stück frei. Gäbe es diesen Zeitplan nicht, so würde man beispielsweise Rippen an den Lendenwirbeln besitzen.

Die Forscher sind von der Genauigkeit der Embryonalentwicklung begeistert. In lediglich zwei Tagen sei das komplette Programm lückenlos abgelaufen. Alle Schichten des Embryos seien vollendet, so Duboule und Noordermeer. Dieses Prinzip existiere bei allen höheren Lebewesen, vom Insekt über den Menschen bis zum Blauwal.

MRT kann Hirnaktivität bei Föten sehen

Mithilfe eines MRT konnten Forscher jetzt erstmals die Hirnaktivität von Föten untersuchen

Grafik eines 9 Wochen alten Fetus/Embryos im Mutterleib
Fetus, 9 Wochen © Juan Gärtner - www.fotolia.de

In Wien ist es nun erstmals einem Forscherteam gelungen, die Aktivität der Hirne von Föten zu sehen. Mittels der Magnetresonanztomografie (MRT) konnten Aufnahmen gemacht werden, die deutlich zeigen, dass es auch in ganz frühen Entwicklungsstufen eines Ungeborenen deutliche Hirnaktivität gibt.

Neuronale Netzwerke bilden sich bereits im Mutterleib aus

Der Mensch besitzt verschiedene neuronale Netzwerke, die für verschiedene Aufgaben zuständig sind. Das Sehen besitzt zum Beispiel ein anderes Netzwerk als das Gedächtnis. Diese Unterteilung gibt es bereits bei Säuglingen, aber bis vor Kurzem wusste man nicht, ob auch Föten im Mutterleib diese schon haben.

Die MRT-Untersuchungen können dies nun bestätigen. Die Netzwerke für ganz verschiedene Arbeitsbereiche bilden sich schon vor der Geburt aus. Untersucht wurden mit der Genehmigung der Schwangeren 16 Föten. Alle Frauen waren zwischen der 20. und der 36. Schwangerschaftswoche.

Neue Erkenntnisse könnten die Diagnostik revolutionieren

Die neue Erkenntnis über Föten-Hirne ist für die Medizin ganz entscheidend. Immerhin kann man nun extrem frühzeitig erkennen, wenn pathologische Veränderungen bei einem Ungeborenen auftreten. Dies könnte die Diagnostik entscheidend revolutionieren und zu besseren Therapien bei Störungsbildern führen.

Wichtig ist: die Untersuchung läuft wie ein normales MRT ab, dauert nur einige Minuten länger. Für die Frauen entsteht kein besonderer Stress und auch für die Ungeborenen sind keine Risiken zu befürchten.

Sprachentwicklung - Fähigkeit für die Sprache entwickelt sich schon vor der Geburt

Kopfhörer auf nacktem schwangerem Bauch
Headphones on belly © Dmitry Naumov - www.fotolia.de

Französische Wissenschaftler haben bei der Beobachtung von Frühgeborenen herausgefunden, dass Babys schon in diesem Stadium die Sprache differenziert erkennen und selbst die Stimmen von Frauen und Männern unterschiedlich wahrnehmen.

Dafür wurden zwölf Frühgeborene mit Spezialmessgeräten am Brutkasten ausgerüstet. Die Forscher setzten die Babys verschiedenen Stimmreizen aus und maßen die Gehirnaktivitäten. Die Frühgeborenen reagierten nicht nur auf die Stimmen, sondern auch auf wechselnde Laute beispielsweise zwischen "Ga" und "Ba". Eine Unterscheidung, die bei Schwerhörigkeit schnell nicht mehr möglich ist und deshalb als sehr schwierig empfunden wird.

Die Forscher beobachteten eine differenzierte Reaktion des rechten Frontalhirns, während das linke Frontalhirn nur Lautverschiebungen wahrnahm. Daraus schlussfolgern die Forscher eine frühere Entwicklung der rechten Gehirnhälfte. Die Erkenntnis, dass sich im Gehirn schon Monate vor der Geburt eine sprachliche Entwicklung anbahnt, zeigt auch, dass dabei das Erbgut eine größere Rolle spielt, als Umweltreize.

Die Phasen der Embryogenese

Die Embryogenese unterteilt man in zwei verschiedene Abschnitte. Dies sind:

  1. die präembryonale Phase, die von der 1. bis zur 3. Schwangerschaftswoche dauert
  2. die eigentliche Embryonalphase, die von der 4. bis zur 8. Schwangerschaftswoche andauert

Während in der präembryonalen Phase die ersten drei Keimblätter entstehen, kommt es während der Embryonalphase zur Formung der embryonalen Organanlagen.

1. bis 3. Schwangerschaftswoche: die präembryonale Phase

Nachdem die Eizelle befruchtet wurde, setzt die embryonale Entwicklung ein. Die Zygote, die nach Vereinigung von Eizelle und Spermium entsteht und einen vollständigen Chromosomensatz aufweist, muss nun die so genannte Tubenwanderung durchführen.

Sie teilt sich in mehrere Tochterzellen und entwickelt sich etwa am vierten Tag zur bereits erwähnten Blastozyste. In diesem Stadium haftet sie sich an die Gebärmutterschleimhaut und nistet sich ein. Bis zur vollständigen Implantation der Keimzelle in die Gebärmutterschleimhaut dauert es etwa 12 Tage.

Ab der 3. Schwangerschaftswoche läuft die so genannte Gastrulation ab. Nach und nach ändert der Keim seine Gestalt, die sich von einer Scheibe zu einer länglichen Form umwandelt.

Emryo in der 3. SSW
Emryo in der 3. SSW

4. bis 8. Schwangerschaftswoche: die Embryonalphase

In der 5. Schwangerschaftswoche hat der Embryo eine Größe von rund zwei Millimetern erreicht. Während er zu Beginn die Form einer Kaulquappe hat, entwickelt er allmählich:

Nach acht Wochen erreicht er eine Größe von ca. 13 Millimetern. Ab der 9. Schwangerschaftswoche wird er schließlich als Fötus bezeichnet.

Embryos in der 4. - 6. SSW

Embryos in der 7. und 8. SSW

Stammzellen aus geklontem Embryo gewonnen

Laborprobe wird von Händen in Laborhandschuhen in Röhrchen gefüllt
Biotechnology laboratory research tools in the hands in gloves © Digital_Zombie - www.fotolia.de

Forscher aus Südkorea haben erstmals Stammzellen aus einem geklonten menschlichen Embryo gewonnen.

Die Embryozellen sollen später schwere Krankheiten wie Alzheimer heilen oder zerstörtes Herzmuskelgewebe ersetzen. Aus einem der insgesamt 30 erzeugten Embryonen wuchsen sogar schon Vorstufen von Muskeln, Nerven und Bindegewebe.

In Deutschland ist das therapeutische Klonen jedoch verboten und soll laut Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) auch in Zukunft verboten bleiben.

Forscher manipulieren Gene eines Embryos

Laborarzt mit Schutzbrille füllt Probe in Reagenzglas
laboratorium © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

US-amerikanische Wissenschaftler haben in der ganzen Welt kritische Stimmen hervorgerufen, da es ihnen zum ersten Mal gelungen ist, einen menschlichen Embryo mit Hilfe eines Virus genetisch zu verändern.

Bereits im Herbst 2007 verpflanzten die Forscher dem Embryo ein Gen, das Fluoreszenz (Leuchten) hervorruft. Man wollte feststellen, ob sich der Marker bei der Zellteilung ebenfalls teilt.

Erst ein Regierungsbericht in einer Londoner Zeitung hitzte die Diskussion nun auf. Kritiker aus aller Welt werfen den Wissenschaftlern vor, gegen die Ethik verstoßen zu haben. Die Forscher verteidigten sich, indem sie zu Protokoll gaben, einen ohnehin nicht mehr lebensfähigen Embryo ausgewählt zu haben.

Anzahl der Hirnzellen wird durch ein einziges Gen festgelegt

Drei Genetiker in weißen Kitteln stehen an einem Medienscreen
Group of geneticists working at media screen © Alexander Raths - www.fotolia.de

Die Anzahl der späteren Hirnzellen wird bei einem Embryo nur durch ein einziges Gen bestimmt, das GSK-3 heißt. Dieses bestimmt, wie amerikanische und kanadische Wissenschaftler heraus fanden, wie oft eine Zellteilung erfolgt, woraus dann im Verlauf der Entwicklung die Nervenzellen entstehen.

Man kannte dieses Gen schon in Verbindung mit verschiedenen Krankheiten, wie beispielsweise Schizophrenie, Depressionen oder der bipolaren Störung (manisch-depressive Erkrankung). Die neuen Erkenntnisse konnten die Wissenschaftler aufgrund von Versuchen an Mäusen feststellen, wobei sie das Gen ausgeschaltet hatten.

Ob man die neuen Erkenntnisse auch bei der Behandlung von obigen Krankheiten in Zukunft nutzen kann, weiß man noch nicht, aber man sollte vorsichtig sein, wenn man in die Wirkung des Gens eingreifen will, so beispielsweise der Einsatz von Lithium, das für die Behandlung bei bipolaren Störungen benutzt wird.

Künstliche Befruchtung jetzt sicherer

Grafik einer Eizelle mit ankommenden Spermien, im Hintergrund ein Reagenzglas, in dem ein Embryo sitzt
Fertilization, human cloning © Giovanni Cancemi - www.fotolia.de

Mit Hilfe des „Embryoscopes“ soll jetzt eine genaue Beobachtung der Entwicklung der Eizelle, bei einer künstlichen Befruchtung möglich sein. Das Embryoscope ist eine Art Brutkasten, in dem man befruchtete Eizellen gerade in den ersten Tagen besser beobachten könne. So könne die Zellteilung durch die eingebaute Kamera genauestens mitverfolgt werden.

Die korrekte Zellteilung sei beim Heranwachsen eines Kindes die wichtigste Grundvoraussetzung. Innerhalb der ersten 3-5 Tage entscheidet sich, ob ein entwicklungsfähiger Embryo heranwächst oder nicht. Diesen könne man dann in den Mutterleib einsetzen, was die Chancen auf gesunden Nachwuchs maßgeblich erhöht.

Mediziner finden Heilung gegen CDG

Wissenschaftlerin in weißem Kittel und Schutzbrille bei der Arbeit im Labor
scientists working © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

CDG steht als Abkürzung für „Congenital Disorder of Glycosylation“. Unter diesen Krankheitstyp fallen verschiedene Defekte, die alle mit der Glykosylierung zu tun haben. Die Glykosylierung ist eine Gruppe von chemischen Reaktionen im Körper, die dafür sorgen, dass Dinge wie Fette oder Zucker gebunden werden können.

Es sind also ein äußert wichtige Prozesse für einen gesunden Stoffwechsel. Genetische Defekte können dazu führen, dass die Glykosylierung gestört ist oder ganz ausfällt, was erhebliche Schäden verursachen kann. Bisher war CDG nicht heilbar, doch nun ist es Forschern gelungen, zumindest bei Mäusen die betroffenen Embryonen im Mutterleib zu schützen.

Die Wissenschaftler aus Heidelberg verabreichten dafür Zuckerwasser an die Elterntiere, bevor sie die Nachkommen zeugten und gaben der Mutter weiterhin Zuckerwasser, solange sie schwanger war. Das Ergebnis war erfreulich: die neugeborenen Mäuse hatten zwar den Gendefekt in sich, doch er zeigte sich nicht. Ihre Körper konnten die Glykosylierung ganz normal betreiben und es ergaben sich keine Schäden. Könnte man diese Ergebnisse auf Menschen übertragen, wäre CDG endlich heilbar.

Baby wird noch im Bauch der Mutter operiert

Patientin im Operationssaal wird von drei Ärzten operiert
operation © olly - www.fotolia.de

Ein inzwischen 16 Monate altes Baby ist eine kleine Sensation. Um das Leben des Mädchens zu retten, mussten die Ärzte es operieren und zwar noch vor ihrer Geburt. Das Kind hatte einen Defekt an der Lunge, wie vom Frauenarzt Ende 2010 festgestellt wurde. Der Fötus wäre gestorben, noch bevor die Mutter ihn entbunden hätte, denn die rechte Lungenseite war verstopft. Das Kind hätte also nicht atmen können.

In Absprache mit Mutter und Vater entschied man sich dazu, dass Kind noch im Bauch der Mutter zu operieren. Der Eingriff war sehr riskant. Man musste ein Endoskop zunächst in die Gebärmutter einführen und dort in den Mund des Fötus. Zum Zeitpunkt der OP war das Kind in der 26. Entwicklungswoche. Die Mutter war also noch nicht einmal im siebten Monat. In dieser Phase ist ein Ungeborenes nicht nur sehr klein, auch das Gewebe ist extrem empfindlich und oft nicht dicker als Papier. Daher bestand die große Gefahr, dass beim Eingriff das Herz verletzt wird. Doch zum Glück war dies nicht der Fall.

Die Ärzte konnten die Verstopfung in der Lunge lösen, ohne das umliegendes Gewebe verletzt wurde. Dann entwickelte sich das Mädchen völlig normal weiter und konnte pünktlich von ihrer Mutter entbunden werden.

Schwere Krebserkrankung noch im Mutterleib - doch das Mädchen überlebt die Tumoren

Ultraschalluntersuchung bei einer Schwangeren in weißem Top und blauer Jogginghose
doctor conducting the ultrasound procedure to pregnant woman © Olesia Bilkei - www.fotolia.de

Eine Polizistin aus den USA bekam im Jahr 2006 die Diagnose Hautkrebs. Es handelte sich dabei um den „schwarzen Hautkrebs“, der bösartig ist. Die Ärzte können der damals Schwangeren aber helfen und der Krebs wird restlos besiegt. Die Frau bringt einen Jungen zur Welt, der ebenfalls völlig gesund ist.

Zwei Jahre später wird die Kriminalbeamtin erneut schwanger. Diesmal erwarten sie und ihr Mann eine Tochter. Das Kind kommt nach neun Monaten zur Welt, doch das Glück wird getrübt. Acht Wochen nach der Entbindung bricht die Mutter zusammen und Ärzte stellen fest, dass ihr Krebs zurück ist. Er befindet sich bereits im Endstadium und die Frau verstirbt Anfang 2012. Ihr Ehemann hat einen doppelten Schicksalsschlag, denn die Ärzte stellen auch bei dem Baby Krebs fest.

Während der Schwangerschaft wurde das Mädchen ebenfalls von den Krebszellen befallen und hat in gleich mehreren Organen Tumoren. Dass Krebs von einer Schwangeren auf das Ungeborene übertragen wird, ist zwar sehr selten, es kommt aber immer wieder vor. Gerade Hautkrebs - und an diesem litt die Mutter - kann am einfachsten über den Mutterkuchen an das Kind übertragen werden.

Die Ärzte gaben dem schwer erkrankten Kind maximal ein Jahr zu leben. Die Onkologen des Krankenhauses hatten aber natürlich sofort mit einer Therapie begonnen. Das Kind wurde bereits mehrere Male am Gehirn operiert und bekam neben einer Chemotherapie immer wieder Bestrahlungen. Das alles zeigt mehr Wirkung, als die Ärzte sich erträumt hatten. Der aussichtslose Fall hat sich zu einem echten Wunder entwickelt, denn im Mai 2013 wird die kleine Kämpferin ihren zweiten Geburtstag feiern.

Schädigungen und Fehlgeburt des Embryos

Missbildungen

Im Verlauf der Embryogenese besteht das Risiko, dass es zu Missbildungen des Embryos kommt. Mögliche auslösende Faktoren sind:

Oftmals kommt es dadurch zu Spontanaborten (Fehlgeburten).

Wie Alkohol die Entwicklung von Embryos stört

Schwangere Frau hält Glas mit Wein in der Hand
bad unhealthy pregnancy © detailblick - www.fotolia.de

Israelische Forscher von der Hebrew Universität in Jerusalem glauben nun zu wissen, warum Alkohol für die gesunde Entwicklung Ungeborener so schädlich ist: Beim Abbau in Mutters Körper verbraucht der Alkohol ein Enzym, das für die Bildung von Retinsäure nötig ist.

Dieser Stoff, der dann verringert ist, spielt eine große Rolle bei der Reifung des Embryos, berichtet die „Apotheken Umschau“. Schwangeren wird schon lange geraten, ganz auf das Genussgift zu verzichten.

Ursprung für gewisse Krankheiten liegt bereits im Mutterleib

Nahaufnahme Ultraschallgerät auf schwangerem Bauch
Ultrasound scan © nyul - www.fotolia.de

Bereits im Mutterleib zeichnet sich die Anfälligkeit für gewisse Krankheiten bei Männern und Frauen ab. Grund dafür könnte der Kampf der elterlichen Gene sein, da durch ihn die Nährstoffversorgung des Neugeborenen gesteuert wird.

Die mütterlichen Gene sind zuständig und darauf erpicht, während der Nährstoffversorgung auch die eigene Gesundheit zu schützen, väterliche Gene dagegen sind lediglich auf die optimale Versorgung des Fötus aus. Die Dominanz der Gene ist letztendlich abhängig vom Geschlecht des Kindes und beeinflusst letzten Endes enorm die Hormonzufuhr in der Plazenta und somit auch den Nährstofftransport.

Des weiteren prägt auch die Ernährung während der Schwangerschaft und der ersten Lebensjahre den Stoffwechsel und die Krankheitsanfälligkeit eines Kindes.

Zeugungsfähigkeit des Nachwuchses wird durch Rauchen gefährdet

Nahaufnahme Babybauch, Schwangere hält Glas Wein und Zigarette in der Hand
Young pregnant woman holding wine and cigarette © Dmitry Naumov - www.fotolia.de

Dänische Ärzte fanden bei einer Untersuchung einen weiteren Grund, warum Mütter in der Schwangerschaft auf Zigarettenkonsum verzichten sollten: Bei den männlichen Embryonen waren die Keimzellen im Hoden um 55% reduziert, und auch in den Eierstöcken weiblicher Embryonen wurden weniger Keimzellen festgestellt.

Diese Keimzellen entwickeln sich später zu Ei- bzw. Samenzellen weiter und sind somit wichtig für die Zeugungsfähigkeit. Auch die späteren Keimdrüsen sind befallen, die somatischen Zellen die diese bilden sind der Untersuchungen nach um 37% reduziert. Man könne nicht sagen, ob diese Feststellungen nur tempörär oder von dauerhafter Natur seien, jedoch gibt es auch genug andere Gründe, warum schwangere Frauen nicht rauchen sollten. Trotzdem tut dies jede achte werdende Mutter in den Industrieländern.

Die Schwangerschaft ist entscheidend für die Gesundheit des Kindes

Schwangere Frau mit dickem Babybauch in weißer Kleidung vor einem schwarzen Hintergrund
What's best for your baby? © Ljupco Smokovski - www.fotolia.de

Ob psychische Störungen, Diabetes, Übergewicht oder Herzerkrankungen, bisher sind Wissenschaftler hinsichtlich der Entstehung dieser Krankheiten immer von einem negativen Lebenswandel oder einem genetischen Defizit ausgegangen. Eine Studie der Universität in Southampton zeigte aber jetzt, dass die gesundheitliche Entwicklung eines Menschen bereits im Mutterleib entschieden wird.

Für die Studie wurden die Daten von insgesamt 15.000 Erwachsenen mit deren Geburtsgewicht verglichen. Man stellte fest, dass Menschen mit einem geringen Geburtsgewicht später häufiger unter Herzerkrankungen leiden als Menschen, die bei ihrer Geburt ein normales Gewicht hatten. Ein niedriges Geburtsgewicht bedeutet, dass der Fötus während der Schwangerschaft nur unzureichend mit Nährstoffen versorgt wurde. Durch den Nährstoffmangel wurde bei der Entwicklung im Mutterleib zunächst das Gehirn des Kindes mit lebenswichtigen Nährstoffen versorgt, die anderen Organe blieben unterversorgt, was sich später durch Krankheiten bemerkbar macht.

Ultraschallbilder waren gestern - Heute gibt es das Fötusmodell in 3D

Schwangere Frau in rosa Hose hält Mutterpass und Ultraschallbilder in den Händen
Schwangere Frau liegend hält Ultraschallbilder und Mutterpass © mmphoto - www.fotolia.de

Für werdende Eltern ist es der erste Anblick ihres Kindes: Das verschwommene schwarz-weiße Ultraschallbild, das im Krankenhaus angefertigt wird und stolz im Freundeskreis herumgezeigt wird. Doch schon bald können die Ultraschallbilder Schnee von gestern sein, denn eine japanische Firma produziert nun 3D-Modelle des Fötus für die Eltern.

Zur Herstellung des 3D-Modells werden Ultraschall- und Magnetresonanzbilder genutzt, die das Baby im Mutterleib deutlich zeigen. Mit dem Computer werden die Bilder dann in ein 3D-Modell umgerechnet, das als weißes Relief in einen durchsichtigen Block eingelassen wird - wie ein Fötus, der im Fruchtwasser der Gebärmutter schwimmt.

In Japan finden die neun Zentimeter großen Modelle reißenden Absatz - trotz des hohen Preises von 100.000 Yen (ungefähr 937 Euro). Immerhin gibt es eine Miniversion als Handyanhänger gratis dazu und auch eine "Sparversion" bei der nur das Gesicht des Fötus dreidimensional abgebildet ist, soll es bald geben.

Ob die 3D-Modelle auch in Europa auf den Markt kommen werden, ist dagegen unklar.

Gentests an Embryos bald erlaubt: PID erhält Zulassung

PID soll nun auch Eltern zugänglich gemacht werden, die dazu bislang ins Ausland gehen mussten

Embryo in Gebärmutter
baby2 © ingenium-design.de - www.fotolia.de

Die umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID) darf nun in die Praxis umgesetzt werden. Damit steht Gentests an künstlich erzeugten Embryonen nichts mehr im Wege, berichtet die Berliner Zeitung. Nach monatelangen Auseinandersetzungen konnten sich die Bundesregierung und die Länder auf eine Verschärfung der Rechtsverordnung einigen, die Bundesgesundheitsminister Bahr vorgelegt hatte.

Die Untersuchung auf Gendefekte bei Embryos

Danach darf nur eine begrenzte Zahl von PID-Zentren Gentests durchführen. Einen Rechtsanspruch auf Zulassung wird es nicht geben. Die Politik entspricht damit den Forderungen des Deutschen Ethikrates. Im Gegenzug wird die Forderung der Bundesländer fallen gelassen, wonach pro Land nur eine Ethikkommission tätig sein darf, die die Anträge der Eltern prüft.

Bei der PID werden künstlich erzeugte Embryone nach der erfolgreichen Befruchtung auf mögliche Gendefekte untersucht. Wird ein schwerer Defekt festgestellt, werden sie wieder vernichtet. Nur gesunde Embryone werden in der Gebärmutter implantiert und dürfen sich zu einem Baby entwickeln.

Prüfung durch Ethikkommissionen

Die PID wurde bislang nur zugelassen, wenn mindestens ein Elternteil die Veranlagung zu einer schweren Erbkrankheit in sich trägt oder eine Fehlgeburt droht. Nun soll sie auch anderen Eltern zugänglich gemacht werden, die dazu bislang ins Ausland gehen mussten. Allerdings soll jeder Antrag zur PID vorher von den Ethikkommissionen geprüft werden.

Gestresste Mütter gefährden ihr Ungeborenes: Gefahr einer späteren Depression nimmt zu

Schwangere Frau im Büro am Notebook guckt gestresst
Pregnant woman at work with laptop looking stressed © Monkey Business - www.fotolia.de

Wer schwanger ist, sollte sich viel Ruhe gönnen. Gerade in dieser Situation ist es wichtig, genug Erholungs- und Ruhephasen einzulegen. Wenn die Mutter unter einer zu hohen Anspannung leidet und deshalb zu viele Stresshormone ausschüttet, kann sich das aufs Baby auswirken.

Denn es kann dazu führen, dass sich der Traumschlaf beim Embryo zu früh entwickelt und das Baby für sein ganzes Leben lang stressempfindlicher wird. Damit ist ein zu hoher Stresspegel in der Schwangerschaft ein Risikofaktor für das Baby, der dazu führt, dass es im späteren Leben eine Depression erleiden könnte.

Röteln-Embryopathie

Als mögliche Ursache für Herzfehler, eine Trübung der Augenlinse sowie eine Schwerhörigkeit gilt die Röteln-Embryopathie, ausgelöst durch eine Röteln-Infektion der Mutter, die über keine Antikörper verfügt, während der ersten vier Schwangerschaftsmonate. Das Risiko des Krankheitsausbruchs bei Infektion beträgt bereits im ersten Monat der Schwangerschaft 60 Prozent.

Alkoholembryopathie

Etwa jedes zweihundertste Baby ist von der Alkoholembryopathie betroffen, die zu Entwicklungsstörungen beim Neugeborenen aufgrund einer erhöhten Alkoholzufuhr der werdenden Mutter führt. Typische Anzeichen sind mitunter

  • ein verminderter Kopfumfang
  • eine verzögerte psychische und physische Entwicklung
  • ein verkürzter Nasenrücken sowie
  • eine verminderte Spannung der Muskulatur (Muskelhypotonie)
Doppelbildungen

Doppelbildungen gehören zu den embryonalen Entwicklungsstörungen. Hierbei entwickelt sich die Embryoanlage, die zunächst einfach vorhanden ist, doppelt. Die Folge ist eine nur teilweise Trennung, sodass es zu Verwachsungen von zwei Embryonen kommt, die sich mitunter sogar bestimmte Organe teilen.

Mosaikismus

Hierbei kommt es zu unterschiedlichen Chromosomenzahlen bei den Zelllinien; es handelt sich also um eine genetische Anomalie. Etwa ein Prozent der Patienten mit Down-Syndrom können solch eine Anomalie aufweisen; sie haben zusätzliche Zellen mit 46 statt 47 Chromosomen.

Kongenitale Missbildungen des Zentralnervensystems

Die Einnahme bestimmter Medikamente kann den Schwangerschaftsverlauf negativ beeinflussen. Es kann mitunter zu einer Störung bei der Entwicklung des zentralen Nervensystems des Kindes während der 3. und 4. Embryonalwoche. Die Folgen sind schwere Missbildungen des Rückenmarks und des Gehirns.

Es gibt heute unterschiedliche Diagnosemethoden für Mißbildungen an Embryos
Es gibt heute unterschiedliche Diagnosemethoden für Mißbildungen an Embryos

Fehlgeburt

Als Fehlgeburt (Abort) wird ein totgeborenes Baby mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm bezeichnet. Dabei spricht man von einer frühen Fehlgeburt, wenn der Abort bis zur 12. Schwangerschaftswoche eintritt und einer späten Fehlgeburt, wenn sie bis zur 25. Schwangerschaftswoche erfolgt.

Schon im Stadium der Zygote kann es zu Aborten kommen; bereits in der ersten Schwangerschaftswoche gehen viele Zygoten zugrunde. Die ersten Tage nach der Befruchtung werden als kritische Phase angesehen: es müssen beispielsweise ausreichend Östrogen und Progesteron gebildet werden. Auch kann es währenddessen zu Chromosomenanomalien kommen.

Ursachen

Als Ursachen für eine Fehlgeburt kommen in Frage:

  • Infektionen
  • Giftstoffe
  • genetische Defekte des Embryos
  • Hormonstörungen der Mutter
  • Fehlbildungen der Gebärmutter
  • genetische Störungen des Vaters
  • Missbildungen des Spermas
  • Blutgruppenunverträglichkeiten

In der Hälfte aller Fälle spielen fehlerhafte Fruchtanlagen eine Rolle.

Oftmals kann es sich bei der Fehlgeburt um eine sinnvolle Reaktion des Körpers handeln, damit ein fehlgebildeter Embryo nicht weiter wächst. Mit der Dauer der Schwangerschaft sinkt jedoch das Risiko eine Fehlgeburt zu erleiden.

Eileiterschwangerschaft

Ein Spontanabort kann auch durch eine Eileiterschwangerschaft ausgelöst werden. Dabei nistet sich die befruchtete Eizelle im Eileiter, anstatt in der Gebärmutter ein, sodass sich dort der Embryo bildet.

Im Eileiter kann der Embryo jedoch nicht mit lebenswichtigen Nährstoffen versorgt werden, sodass es in den meisten Fällen zu einem Tubarabort kommt. Nachdem der Embryo abgestorben ist, wird er in die Bauchhöhle weitergeleitet, wo er schließlich resorbiert wird. In manchen Fällen kann es jedoch durch das Wachsen des Embryos im Eileiter zu einem lebensgefährlichen Eileiterriss kommen, sodass eine Notoperation durchgeführt werden muss.

Grafik einer Eileiterschwangerschaft
Grafik einer Eileiterschwangerschaft

Grundinformationen zum Embryo

  • Der Embryo - Entwickelt sich ab dem Moment der Befruchtung einer weiblichen Eizelle zum Menschen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: menschlicheeizelle mit spermien © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Embryonalentwicklung © ag visuell - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Eileiterschwangerschaft © Henrie - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Embryo © Zffoto - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: weekly development of a human fetus - week 4 © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: weekly development of a human fetus - week 5 © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: weekly development of a human fetus - week 6 © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: weekly development of a human fetus - week 7 © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: weekly development of a human fetus - week 8 © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: illustration of the fetal development - week 8 © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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