Der Embryo - Entwickelt sich ab dem Moment der Befruchtung einer weiblichen Eizelle zum Menschen

Als Embryo bezeichnet man in der Frühphase der Schwangerschaft ein ungeborenes Kind im Mutterleib. Er entsteht durch die Befruchtung einer weiblichen Eizelle mit einem männlichen Spermium.

Die Phasen der Embryogenese - nach der Ausbildung der inneren Organe wird das ungeborene Kind als Fötus bezeichnet

Vom Embryo zum Fötus

Embryo ist die Bezeichnung für ein ungeborenes Kind im Mutterleib. Dabei ist der Zeitraum von der Befruchtung bis zum Ende des dritten Schwangerschaftsmonats gemeint.

Ein Embryo, den man auch als Keim oder Keimling bezeichnet, entsteht durch die Befruchtung einer weiblichen Eizelle (Ovum) mit einem männlichen Spermium. Die befruchtete Eizelle, die auch Zygote genannt wird, entwickelt sich zur so genannten Blatozyste, einem bestimmten Entwicklungsstadium der Embryogenese, und nistet sich am 5. oder 6. Tag der Entwicklung in der Schleimhaut der Gebärmutter (Uterus) ein.

Nachdem sich die Chorionzotten ausgebildet haben, dies sind Ausstülpungen der so genannten Zottenhaut, welche den Stoffaustausch zwischen kindlichem und mütterlichem Blutkreislauf gewährleisten, und die Verbindung zum Kreislauf der Mutter aufgenommen wurde, beginnt das Embryonalstadium, das mit der Fetogenese - hier entwickeln sich die Organe - endet. Ab der 9. Schwangerschaftswoche bezeichnet man den Embryo, dessen innere Organe sich dann ausgebildet haben, als Fötus oder Fetus.

Die Phasen der Embryogenese

Die Embryogenese unterteilt man in zwei verschiedene Abschnitte. Dies sind:

  1. die präembryonale Phase, die von der 1. bis zur 3. Schwangerschaftswoche dauert
  2. die eigentliche Embryonalphase, die von der 4. bis zur 8. Schwangerschaftswoche andauert

Während in der präembryonalen Phase die ersten drei Keimblätter entstehen, kommt es während der Embryonalphase zur Formung der embryonalen Organanlagen.

1. bis 3. Schwangerschaftswoche: die präembryonale Phase

Nachdem die Eizelle befruchtet wurde, setzt die embryonale Entwicklung ein. Die Zygote, die nach Vereinigung von Eizelle und Spermium entsteht und einen vollständigen Chromosomensatz aufweist, muss nun die so genannte Tubenwanderung durchführen.

Sie teilt sich in mehrere Tochterzellen und entwickelt sich etwa am vierten Tag zur bereits erwähnten Blastozyste. In diesem Stadium haftet sie sich an die Gebärmutterschleimhaut und nistet sich ein. Bis zur vollständigen Implantation der Keimzelle in die Gebärmutterschleimhaut dauert es etwa 12 Tage.

Ab der 3. Schwangerschaftswoche läuft die so genannte Gastrulation ab. Nach und nach ändert der Keim seine Gestalt, die sich von einer Scheibe zu einer länglichen Form umwandelt.

Emryo in der 3. SSW
Emryo in der 3. SSW

4. bis 8. Schwangerschaftswoche: die Embryonalphase

In der 5. Schwangerschaftswoche hat der Embryo eine Größe von rund zwei Millimetern erreicht. Während er zu Beginn die Form einer Kaulquappe hat, entwickelt er allmählich:

Nach acht Wochen erreicht er eine Größe von ca. 13 Millimetern. Ab der 9. Schwangerschaftswoche wird er schließlich als Fötus bezeichnet.

Embryos in der 4. - 6. SSW

Embryos in der 7. und 8. SSW

Schädigungen und Fehlgeburt des Embryos

Missbildungen

Im Verlauf der Embryogenese besteht das Risiko, dass es zu Missbildungen des Embryos kommt. Mögliche auslösende Faktoren sind:

Oftmals kommt es dadurch zu Spontanaborten (Fehlgeburten).

Röteln-Embryopathie

Als mögliche Ursache für Herzfehler, eine Trübung der Augenlinse sowie eine Schwerhörigkeit gilt die Röteln-Embryopathie, ausgelöst durch eine Röteln-Infektion der Mutter, die über keine Antikörper verfügt, während der ersten vier Schwangerschaftsmonate. Das Risiko des Krankheitsausbruchs bei Infektion beträgt bereits im ersten Monat der Schwangerschaft 60 Prozent.

Alkoholembryopathie

Etwa jedes zweihundertste Baby ist von der Alkoholembryopathie betroffen, die zu Entwicklungsstörungen beim Neugeborenen aufgrund einer erhöhten Alkoholzufuhr der werdenden Mutter führt. Typische Anzeichen sind mitunter

  • ein verminderter Kopfumfang
  • eine verzögerte psychische und physische Entwicklung
  • ein verkürzter Nasenrücken sowie
  • eine verminderte Spannung der Muskulatur (Muskelhypotonie)

Doppelbildungen

Doppelbildungen gehören zu den embryonalen Entwicklungsstörungen. Hierbei entwickelt sich die Embryoanlage, die zunächst einfach vorhanden ist, doppelt. Die Folge ist eine nur teilweise Trennung, sodass es zu Verwachsungen von zwei Embryonen kommt, die sich mitunter sogar bestimmte Organe teilen.

Mosaikismus

Hierbei kommt es zu unterschiedlichen Chromosomenzahlen bei den Zelllinien; es handelt sich also um eine genetische Anomalie. Etwa ein Prozent der Patienten mit Down-Syndrom können solch eine Anomalie aufweisen; sie haben zusätzliche Zellen mit 46 statt 47 Chromosomen.

Kongenitale Missbildungen des Zentralnervensystems

Die Einnahme bestimmter Medikamente kann den Schwangerschaftsverlauf negativ beeinflussen. Es kann mitunter zu einer Störung bei der Entwicklung des zentralen Nervensystems des Kindes während der 3. und 4. Embryonalwoche. Die Folgen sind schwere Missbildungen des Rückenmarks und des Gehirns.

Es gibt heute unterschiedliche Diagnosemethoden für Mißbildungen an Embryos
Es gibt heute unterschiedliche Diagnosemethoden für Mißbildungen an Embryos

Fehlgeburt

Als Fehlgeburt (Abort) wird ein totgeborenes Baby mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm bezeichnet. Dabei spricht man von einer frühen Fehlgeburt, wenn der Abort bis zur 12. Schwangerschaftswoche eintritt und einer späten Fehlgeburt, wenn sie bis zur 25. Schwangerschaftswoche erfolgt.

Schon im Stadium der Zygote kann es zu Aborten kommen; bereits in der ersten Schwangerschaftswoche gehen viele Zygoten zugrunde. Die ersten Tage nach der Befruchtung werden als kritische Phase angesehen: es müssen beispielsweise ausreichend Östrogen und Progesteron gebildet werden. Auch kann es währenddessen zu Chromosomenanomalien kommen.

Ursachen

Als Ursachen für eine Fehlgeburt kommen in Frage:

  • Infektionen
  • Giftstoffe
  • genetische Defekte des Embryos
  • Hormonstörungen der Mutter
  • Fehlbildungen der Gebärmutter
  • genetische Störungen des Vaters
  • Missbildungen des Spermas
  • Blutgruppenunverträglichkeiten

In der Hälfte aller Fälle spielen fehlerhafte Fruchtanlagen eine Rolle.

Oftmals kann es sich bei der Fehlgeburt um eine sinnvolle Reaktion des Körpers handeln, damit ein fehlgebildeter Embryo nicht weiter wächst. Mit der Dauer der Schwangerschaft sinkt jedoch das Risiko eine Fehlgeburt zu erleiden.

Eileiterschwangerschaft

Ein Spontanabort kann auch durch eine Eileiterschwangerschaft ausgelöst werden. Dabei nistet sich die befruchtete Eizelle im Eileiter, anstatt in der Gebärmutter ein, sodass sich dort der Embryo bildet.

Im Eileiter kann der Embryo jedoch nicht mit lebenswichtigen Nährstoffen versorgt werden, sodass es in den meisten Fällen zu einem Tubarabort kommt. Nachdem der Embryo abgestorben ist, wird er in die Bauchhöhle weitergeleitet, wo er schließlich resorbiert wird. In manchen Fällen kann es jedoch durch das Wachsen des Embryos im Eileiter zu einem lebensgefährlichen Eileiterriss kommen, sodass eine Notoperation durchgeführt werden muss.

Grafik einer Eileiterschwangerschaft
Grafik einer Eileiterschwangerschaft

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Quellenangaben
  • menschlicheeizelle mit spermien © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de
  • Embryonalentwicklung © ag visuell - www.fotolia.de
  • Eileiterschwangerschaft © Henrie - www.fotolia.de
  • Embryo © Zffoto - www.fotolia.de
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  • illustration of the fetal development - week 8 © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

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