18. Januar 2011
Als Anus praeter bezeichnet man einen künstlichen Darmausgang. Er dient zur Ausleitung der Ausscheidungen.
Unter einem Anus praeter, den man auch als Stoma oder Bauchafter bezeichnet, versteht man einen künstlichen Darmausgang. Dabei wird eine offene Verbindung zwischen einem Stück des Darms und der Bauchhaut gelegt, um den Abgang des Stuhls sicherzustellen. Aufgefangen wird die abgehende Ausscheidung von einem speziellen Beutel aus Kunststoff, der angehängt wird.
Das Anlegen eines künstlichen Darmausgangs kann aufgrund verschiedener Darmerkrankungen erforderlich sein, bei denen eine Darmoperation vorgenommen wird. Zu den häufigsten Eingriffen gehören Darmkrebsoperationen sowie das Entfernen von erkrankten Darmabschnitten bei chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn. In manchen Fällen kann das Anlegen eines Anus praeter auch bei Verlegungen oder Verengungen des Darms nötig sein. Bei bestimmten Darmkrankheiten trägt ein künstlicher Darmausgang zur Schonung des Darms bei. Kommt es zu einer völligen Zerstörung des Afters, ist ebenfalls ein Anus praeter notwendig, der sogar dauerhaft getragen werden muss. In den meisten Fällen wird der künstliche Darmausgang jedoch nach zwei bis vier Monaten wieder zurückverlagert.
Eine Operation, bei der ein Anus praeter angelegt wird, bezeichnet man als Enterostomie. Für die Durchführung des Eingriffs kommen sowohl eine Laparotomie (Bauchschnitt) oder eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) infrage. Bei einer Bauchspiegelung schneidet man einige Stellen am Bauchnabel und an der Bauchdecke kurzstreckig ein. Durch diese Schnitte hindurch schiebt der Operateur dann das Laparoskop sowie andere Instrumente, die für den Eingriff erforderlich sind, in den Bauchraum ein. Um den künstlichen Darmausgang anzulegen, zieht man den betreffenden Abschnitt von Dickdarm oder Dünndarm in Richtung Bauchdecke. Anschließend erfolgt die Auf- oder Durchtrennung des Darms. Der Chirurg vernäht dann den Darm so, dass eine Darmöffnung nach außen geschaffen wird.
Da sich der Stuhl bei einem künstlichen Darmausgang unwillkürlich entleert, klebt man in der Regel einen Einwegbeutel aus Plastik auf. Dieser Beutel muss regelmäßig ausgetauscht werden. Moderne Stoma-Systeme verfügen über einen Filter, der einen geruchsfreien Abgang aus dem Beutel gewährleistet.
Wird der künstliche Darmausgang gut angelegt, muss der Betroffene kaum Einschränkungen in seinem Leben befürchten. So lassen sich durchaus berufliche, sportliche und sexuelle Aktivitäten ausüben. Allerdings ist es ratsam, nicht mehr als 10 Kilogramm an Gewicht zu heben, damit es nicht zu einer Hernie kommt. Durch spezielle Schutzkappen oder Bauchbinden, die man im Fachhandel erhält, kann der Anus praeter zusätzlich geschützt werden. Eine spezielle Diät ist für Träger eines künstlichen Darmausgangs nicht erforderlich. Es wird jedoch empfohlen Lebensmittel, die stark rohfaserhaltig sind, zu meiden. Dazu gehören zum Beispiel Nüsse, Kerne, Obstschalen, Zitrusfrüchte, Ananas, Spargel und Pilze. Der Genuss dieser Nahrungsmittel kann zu einer Verstopfung des Anus praeter führen.
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
25.01.11 | |
![]() | DICKDARM |
21.01.11 | |
![]() | DICKDARM |
28.12.10 | |
![]() | DICKDARM |
18.06.10 | |
![]() | DICKDARM |
29.03.10 | |
![]() | DICKDARM |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Dickdarm Forum

