21. Januar 2009
Von K. Schumann
Der Blutdruck ist der Druck, den das Blut auf die Gefäße ausübt. Ohne Blutdruck könnte unser Blut nicht fließen und unsere Organe könnten somit nicht richtig versorgt werden.
Wenn man von Blutdruck spricht, meint man in aller Regel den arteriellen Blutdruck, das heißt den Druck, der in unseren Arterien zu finden ist. Es gibt aber natürlich auch einen zentralvenösen Blutdruck, also der Druck, der in unseren Venen herrscht.
Die Einheit, in der der Blutdruck angegeben wird ist mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Aus eigener Erfahrung ist Ihnen sicher bekannt, dass beim Messen des Blutdrucks immer zwei Werte ermittelt werden: Der systolische (der oberste und erste Wert) und der diastolische Wert (der untere bzw. zweite Wert). Der systolische Wert gibt den Druck in den Arterien an während das Herz sich anspannt und Blut auswirft. Er ist im Normalfall also der höhere Wert. Der diastolische Wert gibt den Druck während der Erschlaffungsphase des Herzens an.
Als optimaler Wert gilt 120/80.
Doch natürlich ist der Blutdruck in unserem Körper nicht überall gleich. So ist durch den hydrostatischen Druck, besonders im Stehen, unser Blutdruck in den Beinen wesentlich höher. Zudem passt sich der Blutdruck beim Lagewechsel an. Wenn wir liegen und dann aufstehen, versackt ein Teil unseres Blutes kurzfristig in den Beinen. Das merken sie zum Beispiel daran, wenn Ihnen beim schnellen Aufstehen schwindelig wird.
Mithilfe des Blutdrucks wird auch die Blutverteilung im Körper geregelt, denn nicht der ganze Körper ist zu jeder Zeit komplett durchblutet. Wäre dies der Fall, bräuchten wir mehr als 20l Blut. Wenn Organe einen erhöhten Durchblutungsbedarf haben, werden die Blutgefäße weit, im gegenteiligen Fall eng gestellt.
Natürlich schwankt unser Blutdruck auch je nach körperlicher Aktivität. Bei Anstrengung schlägt unser Herz schneller und befördert somit mehr Blut. Folglich steigt der Blutdruck.
Eine optimale Regulation des Blutdrucks ist für unseren Körper von immenser Wichtigkeit. Ein zu hoher Blutdruck kann Organe wie z.B. das Herz, die Nieren oder das Gehirn schädigen. Ein zu niedriger Blutdruck führt zu einer Nähr- und Sauerstoffunterversorgung der Gehirne. Im schlimmsten Fall kann es sogar zum tödlichen Schock kommen. Um so etwas zu verhindern, haben wir an bestimmten Stellen unseres Gefäßsystems (z.B. im Aortenbogen oder in der Halsschlagader) druckempfindliche Rezeptoren, die die Dehnung der Gefäßwand messen und so jede Veränderung der Druckverhältnisse wahrnehmen und entsprechende Impulse zum Gehirn senden. Bei zu hohem Blutdruck erschlaffen die Gefäße, so dass der Blutdruck sinkt. Bei zu niedrigem Blutdruck ziehen sich die Gefäße zusammen und die Schlagfrequenz des Herzens steigt. Infolge dessen steigt der Blutdruck. Diese Druckregulation ist jedoch eher kurzfristig angelegt. Eine langfristige Blutdruckregulation erfolgt über den Renin-Angiotensin-Aldosteron-Mechanismus, eine komplexe Verkettung von verschiedenen Enzymen und Hormonen.
Die Blutdruckhöhe ist zudem abhängig vom Blutvolumen. Wenn wir viel Blut verlieren (z.B. durch einen Unfall) sinkt auch der Blutdruck. Auch der Widerstand und der Zustand der Gefäße beeinflussen den Blutdruck. So kann Arteriosklerose zu Bluthochdruck führen.
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