25. März 2010
Unser Körper weiß manchmal eher als wir selbst, was uns gerade gut tun würde. Wer auf den eigenen chronobiologischen Rhythmus hört, kann in vieler Hinsicht effektiver und angenehmer leben.
Wie aktiv gerade unsere Organe sind, wie hoch der Blutdruck und wie stabil die Stimmung, das hängt auch von der Tageszeit ab. So kann es ein cleverer Zug sein, einen ungangenehmen Zahnarzttermin auf den Nachmittag zu legen - zu diesem Zeitpunkt ist das Schmerzempfinden kleiner als am Morgen. Ein Streit mit dem Partner ist dagegen eher abends zu ertragen, denn zwischen 19 und 22 Uhr ist der Blutdruck relativ niedrig. Denkaufgaben lassen sich vormittags am effektivsten lösen; so schreibt man die erfolgreichsten Prüfungen oft zwischen zehn und zwölf Uhr. An welchen Zeiten wir besonders leistungsfähig sind, hängt aber auch davon ab, ob wir tendenziell eher Frühaufsteher (Lerchen) oder Langschläfer (Eulen) sind - zweischen diesen Typen verschiebt sich der natürliche Rhythmus um bis zu zwei Stunden.
Oft können wir uns allerdings kaum nach den Bedürfnissen unseres Körpers richten. Wir leben in einer Welt des künstlichen Lichts, in der der Wecker erbarmungslos klingelt, die Schule für Kinder um acht Uhr beginnt und viele Angestellte im Schichtdienst arbeiten.
Dabei ist es auch für die Gesundheit enorm wichtig, nicht zu stark gegen die innere Uhr zu leben. Verschiedene Erkrankungen wie Bluthochdruck, Asthma, Arthritis oder Magengeschwüre haben einen eigenen Rhythmus, an den die Behandlung angepasst werden sollte. Wenn zusätzlich mit Hormonen wie Melatonin gearbeitet wird, nennt sich das Chronotherapie.
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