13. Januar 2011
Eine Luftröhrenpunktion ist eine Variante des Luftröhrenschnitts. Ein solcher Eingriff wird aus unterschiedlichen Gründen durchgeführt.
Eine Luftröhrenpunktion bezeichnet man auch als Perkutane Punktions- und Dilatationstracheotomie. Ebenso wie der Luftröhrenschnitt (Tracheotomie) dient dieser Eingriff dazu, die Atmung eines Patienten sicherzustellen.
Bei einer Luftröhrenpunktion oder einem Luftröhrenschnitt schafft man künstlich eine Öffnung zwischen der Außenhaut des vorderen Halses und der Luftröhre (Trachea). Im Rahmen einer Perkutanen Punktions- und Dilatationstracheotomie punktiert man die Luftröhre des Patienten von außerhalb mithilfe einer Hohlnadel. Anschließend wird ein spezieller Draht eingeführt, durch den mit Plastikdilatatoren der Zugang zur Luftröhre aufgeweitet wird. Die Aufweitung erfolgt solange, bis die Tracheal-Kanüle, die zur Luftzufuhr dient, in die Öffnung passt. Zum Schluss wird der Draht wieder herausgezogen. Mithilfe einer endoskopischen Luftröhrenspiegelung, die auch Tracheoskopie genannt wird, überwacht man den Verlauf des Eingriffs. Die Atemkanüle, die der Patient bekommt, hält das Tracheostoma offen. Das Material der Kanüle besteht entweder aus Metall wie Silber oder Kunststoff wie PVC. Die Kanülen lassen sich auch an Beatmungsgeräte anschließen.
Eine Luftröhrenpunktion gilt als recht einfacher Eingriff. Die Gründe für die Durchführung dieser Prozedur sind Verlegungen in der Rachen- und Kehlkopfregion, durch die das Atmen erschwert wird. Vor allem Schwellungen der Atemwege aufgrund einer Infektionskrankheit sind häufig die Ursache für eine Punktion. Aber auch Unfälle, Fremdkörper, Tumore, Verletzungen, neurologische Erkrankungen, bei denen der Schluckreflex gestört ist, Lähmungen des Kehlkopfs sowie Strahlenbehandlungen an Hals und Kopf sowie bestimmte Operationen wie eine komplette Kehlkopfentfernung kommen als mögliche Gründe für einen Eingriff dieser Art infrage. Manchmal kann auch eine geschwächte Atemmuskulatur, wie sie bei bestimmten Krankheiten wie zum Beispiel der Parkinson-Erkrankung vorkommt, eine Punktion der Luftröhre notwendig machen.
Wie lange der Patient die Atemkanüle tragen muss, ist unterschiedlich. So kann das Verbleiben der Tracheal-Kanüle zwischen einigen Tagen, Monaten oder sogar Jahren dauern, was vor allem von der Ursache des Eingriffs abhängt. Ist zum Beispiel eine Schwellung der Rachenschleimhaut oder Mandel der Grund für die Luftröhrenpunktion, muss die Kanüle zumeist nur für einige Tage in der Luftröhre bleiben. Bei Erkrankungen wie der Parkinson-Krankheit ist dagegen ein dauerhaftes Tragen der Atemkanüle im Bereich des Möglichen. Ein verhältnismäßig normales Leben ist aber auch mit einer Atemkanüle möglich.
Nach der Durchführung der Luftröhrenpunktion darf der Betroffene für eine gewisse Zeit nicht sprechen, da die Schonung des Wundgewebes erforderlich ist. Außerdem besteht die Gefahr, dass es durch das Sprechen zum Pressen von Luft in das Halsgewebe kommt. Später wird der Patient mit einer speziellen Sprechkanüle ausgestattet.
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