2. Oktober 2007
Die Geschichte der Wohngemeinschaften (Kurzform: WG) ist von Wandlungen in ihrer Häufigkeit und Zusammensetzung, aber auch in ihrem Ruf geprägt. Galt sie in den 60er Jahren noch als exotisch oder revolutionär und wurde von vielen abgelehnt, so wandelte sich dieses Bild in den 70er Jahren.
Heute gehört die Wohngemeinschaft zum normalen Lebensalltag und findet sich sogar in den öffentlichen Medien als TV-Show wieder. Dennoch existiert diese Form des Zusammenlebens in den amtlichen Statistiken nicht, hier werden die einzelnen Mitglieder, aus denen sich die WGs zusammensetzen, den Einpersonenhaushalten zugerechnet. Dies erklärt bereits die Funktionsweise einer WG: anstelle isolierter Einzelwohnungen nutzen mehrere, voneinander unabhängige Personen eine gemeinsame Wohnung, in der sie sich die allgemeinen Räume teilen. In den meisten Fällen wird eine solche Wohnwahl mit finanziellen Aspekten begründet; so leben viele Studenten in WGs zusammen, da sie sich eine eigene Wohnung noch nicht finanzieren können ("Zweck-WG"). Ein anderer Grund für das Zusammenziehen ist mit rein sozialen Aspekten zu begründen, wenn gute Freunde sich eine gemeinsame Wohnung nehmen, da sie diese Form dem Alleinleben vorziehen ("Nicht-Zweck-WG") und ihre Partner in der Wohnsituation mit denen der Freizeitgestaltung übereinstimmen. In diesen Formen sind die Schwankungen im Alter und auch in der sozialen Stellung meist flach.
Die Mietverträge mit Wohngemeinschaften können auf unterschiedliche Weise aufgesetzt werden. Entweder wird ein Hauptmieter bestimmt, der die anderen Mitglieder der WG als Untermieter einträgt oder es werden einzelne Mietverträge mit jedem WG-Bewohner abgeschlossen.
Es existieren aber auch andere Formen des Zusammenlebens, die als Wohngemeinschaft bezeichnet werden können. Darunter fällt das "Betreute Wohnen". Hier leben Senioren, behinderte Personen oder andere, die pflegerische Betreuung benötigen, in einem Haushalt zusammen, der professionell betreut wird. Dies ermöglicht eine kompetente Versorgung mit einer zeitgleichen, möglichst großen Unabhängigkeit und Selbstständigkeit.
Das Wohnen mehrerer Personen aus unterschiedlichen Generationen in einem Haushalt kann im entfernten Sinn ebenfalls als WG bezeichnet werden.
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