Rollläden - Merkmale, Arten und Tipps zur Auswahl

Rollläden zählen besonders in Neubauten mittlerweile zur gängigen Ausstattung dazu. Die auf- und abrollbaren Jalousien dienen als Sicht- und Lichtschutz, Wärmedämmung, Wind- und Wetter- sowie Schallschutz. Der Markt hält unterschiedliche Arten bzw. Montagemöglichkeiten auf; auch gibt es elektrisch betriebene Rollläden. Lesen Sie über die Funktion und Vielfalt der Rollläden.

Funktion und Vielfalt der Rollläden

Rollläden - Merkmale und Funktion

Bei einem Rollladen handelt es sich um einen zusätzlichen Abschluss eines Fensters oder einer Fenstertür. Man kann von einer aufrollbaren Jalousie reden, welche direkt an der Glasscheibe entlangläuft. Das Hochziehen bzw. Runterlassen der Rollläden kann dabei manuell per Hand oder per Knopfdruck auf elektronischem Wege erfolgen.

Rollläden gehören für viele Menschen zur perfekten Wohneinrichtung dazu. Neben der Tatsache, dass sie für Privatsphäre sorgen und zudem vor Einbrechern schützen können, halten die Multitalente an heißen Tagen ebenso die Wohnräume angenehm kühl. Auch die Funktion des Schallschutzes sowie die des Wind- und Wetterschutzes kann ihnen zugeschrieben werden.

Ein Rollladen besteht aus

  • dem Rollpanzer, den Rollladenstäben, die die schützende Aufgabe übernehmen
  • den Führungsschienen, die der seitlichen Führung des Rollpanzers dienen
  • dem Rollladenkasten bzw. der Rollraumverkleidung
  • der Rollladenwelle; hierauf wird der Panzer aufgerollt
  • den Antriebs- und Bedienungselementen

Bedienungsmöglichkeiten

Es werden unterschiedliche Bedienungsmöglichkeiten unterschieden. Zu diesen zählt zum einen der Gurtzug. Gurtscheibe und -durchführung müssen dabei in einer Ebene liegen; zudem darf die Durchführung keine scharfen Kanten aufweisen. Die Breite des Gurtes beträgt mindestens 13 Millimeter.

Das Gurtgetriebe zeigt den Nachteil, dass ein größerer Gurtwicklerkasten notwendig wird. Dieser kann optisch als störend empfunden werden, verschlechtert aber möglicherweise auh die dämmende Wirkung der Außenwand.

Das Kurbelgetriebe lässt sich bei nahezu allen Größen anwenden. Das Gestänge wird mithilfe der Gelenkplatte durch die Rollkastenwand geführt. Es ist auf Durchführungsbohrung zu achten, die im rechten Winkel zur Längsachse der Welle verläuft.

Des Weiteren gibt es die Drahtseilwinde. Diese kommt beispielsweise dann zur Anwendung, wenn es nicht genug Platz für Kurbelgestänge oder Gurtwickler gibt.

Immer beliebter ist der Antrieb über Elektromotor. Als vorteilhaft erweist sich die Tatsache, dass dieser nicht viel Platz in Anspruch nimmt. Es gibt unterschiedliche Endlageschalter:

  • den Spindelendschalter
  • den elektronischen Endschalter sowie
  • den kraftbegrenzten Endschalter.

Spindelendschalter gelten dabei als Standardausführung. Sie - und die anderen Varianten - können mit oder ohne Notfallkurbel ausgestattet sein. Diese ermöglicht die Bedienung auch bei Stromausfall. Generell können Rollläden mit Elektromotor auch über Funk mithilfe einer Fernbedienung betätigt werden.

Kennzeichen der möglichen Rollladentypen

Egal ob Wohnung oder Haus - Rollläden sind an nahezu jedem gängigen Fenster installierbar. Dabei kann der Fachmann vorhandene Modelle entweder nachrüsten oder es werden neue Rollläden eingebaut.

Auch gewisse Extras, wie beispielsweise ein Motor, können auf Wunsch montiert werden. Besonders beliebt ist die Möglichkeit, das automatische Hoch- und Runterfahren der Rollos, wenn die Bewohner etwa im Urlaub sind. Je nach Bedarf, Platz und Konstruktion der Fenster gibt es Rollladen-Modelle.

Vorbaurollläden

Wenn die Bewohner eines Hauses oder einer Wohnung sich nachträglich Rollläden wünschen, ist dieses Modell die gängiste Wahl. bei Vorbaurollläden handelt es sich um die Montage auf der Fassade oder dem Fenster; besonders bei Altbauten wird diese Methode gewählt. Design- und gestaltungstechnisch ist hier einiges möglich, schließlich wird er zu einem wichtigen Teil der Außenfassade des Hauses.

Einbaurollläden

Handelt es sich um einen Neubau, so wählt man meistens Einbaurollläden. Vorteil dieses Modells ist, dass man es nicht sehen kann, denn ein Einbaurollladen wird - wie der Name schon sagt - oberhalb des Fensters in eine dafür vorgesehene Aussparung oder ein Fassadenbauteil eingesetzt. Auf diese Weise kann den Rollläden auch das schlechteste Wetter nichts anhaben - ein Garant für lange Lebensdauer.

Aufsatzrollläden

Der Einbau von Aufsatzrollläden erfolgt immer in einem Schritt mit dem Einbau der Fenster. Die beiden Elemente sind miteinander verbunden und der Rollladenkasten kann je nach Wunsch so installiert werden, dass er komplett oder nur teilweise zu sehen ist.

Materialien

Rollläden können aus unterschiedlichen Materialien angefertigt sein. Zu den gängigen Varianten zählen

  • Holz (meist Kiefer)
  • Stahl/Edelstahl
  • Aluminium (häufig ausgeschäumit mit Polyurethan)
  • Kunststoff (meist Hart-PVC)

Als besonders beliebt hat sich dabei der Rollladen aus Aluminium erwiesen. Lesen Sie hier über dessen Vorteile.

Tipps zur Auswahl

Rollladen ist somit nicht gleich Rollladen. Bei der Auswahl gilt es, auf ein paar Punkte zu achten.

Elektronische oder manuelle Rollläden?

Längst vergangen sind die Zeiten, in denen man seine Rollläden mühsam und mit Muskelkraft von Hand hochziehen und herunter lassen musste. Mittlerweile sind auch Rollläden elektronisch gesteuert und ein Motor hat die menschliche Arbeit übernommen.

Doch ist auch wirklich alles besser, was neu ist? Einige Vor- und Nachteile elektronischer und manueller Rollläden haben wir Ihnen hier zusammen gestellt.

Vorteile elektronischer Rollläden

Der größte Vorteil des elektronisch gesteuerten und angetriebenen Rollladens liegt klar auf der Hand: die körperliche Betätigung entfällt, und somit entstehen ein höherer Komfort und eine gewisse Bequemlichkeit.

Besonders bei großen Fensterflächen, bei denen das Hochziehen schwerer Rollläden doch mit einer gewissen Anstrengung verbunden ist, kommt dieser Umstand zum Tragen. Ein kleiner Knopfdruck, und der Rollladen fährt ganz von allein in die gewünschte Position.

Auch zur Abschreckung von Dieben ist der elektronisch gesteuerte Rollladen ein wirksames Mittel. Über eine Zeitschaltuhr lassen sich Schließ- und Öffnungszeiten programmieren. Auch wenn die Bewohner im Urlaub oder übers Wochenende verreist sind, entsteht so der Eindruck, dass die Immobilie bewohnt ist.

In der kalten Jahreszeit können Sie so auch wertvolle Energie sparen, denn ein geschlossener Rollladen funktioniert auch als Dämmung. Wenn Sie abends länger arbeiten, kann der elektronisch gesteuerte Rolladen dennoch bei Einbruch der Dunkelheit schließen, und so wertvolle Heizenergie im Haus halten.

Nachteile elektronischer Rollläden

Als Nachteil kann jedoch ganz klar ins Feld geführt werden, dass die Anschaffungskosten für einen elektronisch gesteuerten Rollladen wesentlich höher liegen. Auch die Störanfälligkeit der Bedienelektronik liegt natürlich höher als der Verschleiß einer manuellen Ausführung.

Für Wartungs- und Reparaturkosten muss man entsprechend tiefer in die Tasche greifen. Meistens ist es auch so, dass Störungen an den elektronischen Bauteilen nur durch Austauschen vom Fachmann behoben werden können.

Vor allem ältere Menschen, die vor dem Umgang mit elektronischen Geräten häufig zurückschrecken, kommen manchmal mit den Bedienfunktionen nur schlecht zurecht und benötigen Hilfe. Das Programmieren der Zeitschaltuhr kann ebenfalls als lästig empfunden werden. Dies hängt jedoch ganz von den persönlichen Gegebenheiten und der Technik-Affinität des Benutzers ab.

Vorsicht auch vor der Elektronik am Rollladen zur Terrassen- oder Balkontür. Ist die Zeitschaltuhr programmiert, so kann es vorkommen, dass man sich im Garten befindet und die Uhrzeit aus den Augen verliert. Wenn dann der Rollladen zur einprogrammierten Zeit selbsttätig schließt, so ist es möglich, dass man sich damit aus der eigenen Wohnung aussperrt.

Materialvergleich und weitere Qualitätsmerkmale

Bei der Auswahl sollte neben dem System auch das Material Beachtung finden. So ist Holz beispielsweise recht schwer, was den Einbruchschutz erhöhen kann, benötigt jedoch auch deutlich mehr Pflege als andere Materialien.

Rollläden aus Stahl sind stabil und pflegeleicht, gleichzeitig aber auch deutlich teurer. Weniger wird man für Modelle aus Kunststoff investieren müssen - dafür dienen sie aufgrund ihrer Biegsamkeit nicht gerade als guter Einbruchschutz. Wie bereits erwähnt, fällt die Wahl somit am häufigsten auf Aluminium.

Zu den wichtigsten Qualitätsmerkmalen, die man beim Kauf berücksichtigen sollte, zählen

  • eine kugelgelagerte Stahlwelle
  • hochwertige Führungsschienen
  • eine vorhandene Gurtscheibe
  • Zubehör, welches für die Montage benötigt wird

Hinweise zur Sanierung

Nicht immer zieht man einen Neukauf unbedingt in Erwägung, beispielsweise, wenn ein Haus mit alten Rollläden versehen ist. In diesem Zusammenhang sollte man wissen, dass die Energieeinsparverordnung (EnEV) vorsieht, dass bautechnische Standardanforderungen eingehalten werden sollen, um der aktuellen Verordnung bezüglich des Energiesparens entsprechen zu können - was bei älteren Modellen häufig nicht der Fall ist.

Hier kommt es zur Entstehung von Wärmebrücken, die es zu beseitigen gilt. Wer keinen Neukauf vorsieht, wird sich mit der Sanierung zwecks Dämmung beschäftigen müssen. Neben der besseren Gesamtenergieeffizienz kann auch Schimmel vorgebeugt werden.

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