Anleitung zur Erneuerung der Silikonfugen im Badezimmer

Bad - Badewanne mit zwei Wasserhähnen
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  • von Paradisi-Redaktion

Die Silikonfuge wird unter anderem im Sanitärbereich wie Badezimmer oder Gäste-WC als eine elastische Verfugung der Wand- oder Bodenfliesen verwendet. Optik und Qualität der Silikonfuge können unter hoher oder dauerhafter Feuchtigkeit stark leiden. Eine Erneuerung ist dann in wenigen Arbeitsschritten möglich.

Geschichte des Silikons

Das Silikon ist ein wahlweise elastischer, fester oder flüssiger Stoff. Die beiden Grundmaterialien sind Silicium und Methylchlorid. Der englische Chemiker Frederic Stanley Kipping gilt als Begründer der Silikonchemie.

Bis in die 1930er Jahre hinein war er über dreißig Jahre lang Inhaber eines Lehrstuhls für Chemie an der Universität in Nottingham. Im Rahmen seiner Forschungstätigkeit entdeckte er die chemische Verbindung Silikon.

Technische sowie praktische Nutzbarkeit von Silikon wurden später ab den 1940er Jahren in ihrer Bedeutung erkannt und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Heutzutage sind Silikon sowie Silikonfugen so selbstverständlich wie vielseitig.

Verlust der Elastizität

Das Fugenmaterial Silikon wird als elastisch bezeichnet. Die Elastizität nimmt im Laufe von mehreren oder vielen Jahren ab. Sie wird von Umwelteinflüssen wie Schimmel oder UV-Licht beeinträchtigt.

Im Badezimmer ist es fast ausnahmslos ein Schimmelbefall, bedingt durch die hohe Luftfeuchtigkeit und einen oftmals nicht ausreichenden Luftaustausch. Das gilt besonders für künstlich belüftete Badezimmer ohne Fensteröffnung.

Silikonfugen erneuern

Vor diesem Hintergrund müssen von Zeit zu Zeit die Silikonfugen im Badezimmer erneuert werden. Der Heimwerker benötigt dafür eine Spritzpistole sowie die dazu passende Silikonkartusche, ein Silikonmesser, Klebeband und Kantenglätter.

Zusätzlich sollten Wasser, Seifenlauge, Schwamm und Trockentuch bereitgehalten werden.

Silikon entfernen

Im ersten Arbeitsschritt werden die vorhandenen Silikonfugen entfernt. Sie werden mit dem Silikonmesser sauber ausgekratzt. Während dieses Arbeitsvorganges zeigt sich, wie die Fugen stückweise abgezogen werden können. Es muss also nicht zentimeterweise gearbeitet und gesäubert werden.

Wichtig ist bei dieser Vorbereitung, dass der Untergrund zwischen den Wand- oder Deckenfliesen sauber vom bisherigen Silikon befreit wird. Mit einem speziellen Silikonlöser kann wirksam nachgeholfen werden, wenn sich das Silikon stellenweise nur schwer abtragen lässt.

Reinigung und Abkleben

Im zweiten Arbeitsgang sind die freigelegten Fugen mit einer sauberen Flüssigkeit zu reinigen. Das kann wahlweise Alkohol, Spiritus oder Waschbenzin sein. Danach wird die Fugenfläche abschließend gereinigt und abgetrocknet.

Damit die neue Silikonverfugung sauber und glattkantig möglich ist, können die Ränder mit Klebeband, beispielsweise mit Malerkrepp, abgeklebt werden. Hier muss sehr genau, millimetergenau gearbeitet werden.

Durch das Abkleben ober- und unterhalb der freigelegten Fugen wird gleichzeitig auch die Breite der neuen Silikonfugen festgelegt. Sie beträgt, je nach Fliesengröße und Fliesenmuster, bis zu reichlich einem halben Zentimeter.

Ausspritzen mit Silikonmasse

Anschließend beginnt das eigentliche Erneuern der Silikonfugen. Es ist ein Ausspritzen der freigelegten Fugenflächen mit der neuen Silikonmasse. Dazu wird die Silikonkartusche in die Spitzpistole eingeführt, in den meisten Fällen eingespannt.

Beim Kauf der Silikonkartusche ist die gewünschte Farbe ausgewählt worden. Gleiches gilt für die notwendige Qualität in Bezug auf die zukünftige Vermeidung von Schimmelbildung.

Das Fugensilikon wird durch ein gleichmäßiges Einspritzen mit der Spritzpistole in die Silikonfugen aufgetragen, sozusagen eingespritzt. Je ruhiger und gleichmäßiger dieser Arbeitsvorgang gestaltet wird, umso sauberer und professioneller wirkt anschließend die Optik der ausgefugten Gesamtfläche.

Die Spritzpistole kann durchaus mit einem leichten Druck auf die Silikonfugen geführt werden. Dadurch werden Hohlräume vermieden, weil die Fugenmasse buchstäblich jeden freien Winkel ausfüllt.

Mit dem Kantenglätter wird die aufgetragene Fugenmasse glattgestrichen respektive glattgezogen.

Das Klebeband wird jetzt abgezogen - danach werden nochmals Kanten und Fugen feingeglättet und nachgezogen. Das ist vergleichbar mit einem letzten Abschleifen der eingesetzten Plombe, wenn nach dem abschließenden Beißvorgang ein Abrieb übrigbleibt.

Zum letzten Arbeitsvorgang gehören das trockene Reinigen der bearbeiteten Silikonfugen sowie die Einhaltung der vorgegebenen Trocknungszeit.

Silikonfugen sind generell anfällig gegen Staunässe. Die bildet sich im Anschluss an einen Duschvorgang. Die Lebensdauer von Silikonfugen lässt sich ganz allgemein dadurch verlängern, dass nach dem Duschen mit einigen Handgriffen die Fugen, sprich die Duschwand, trockengerieben werden.

Eine Schimmelbildung lässt sich zwar auch so nicht ganz vermeiden, aber doch deutlich verringern und zeitlich aufschieben.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: bathroom running a bath © think jesters - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom

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