12. Dezember 2011
Das älteste Material für Möbel, das sich immer noch größter Beliebtheit erfreut, ist Holz. Doch hat der traditionelle Werkstoff im Zuge der Zeit Konkurrenz bekommen. Manche der synthetischen Stoffe imitieren nur ihr natürliches Vorbild, während andere ihre ganz eigene Ästhetik kultivieren.
Holz lässt sich für fast alle Möbel verwenden: Ob Tische, Stühle, Bänke, Schränke, Vitrinen, Regale oder Betten – es gibt wohl kein Möbelstück, welches sich nicht aus Holz herstellen lässt. Da Massivholz jedoch recht kostspielig ist, wird gerade bei geraden Flächen – Regalwänden, Schrankfronten etc. – oftmals auf Pressspan gesetzt, der mit Furnieren oder Ähnlichem verkleidet ist. Die Oberflächen der OSB-Platten (Grobspan), SVL-Platten (Schichtholz) und MDF-Platten (mitteldichten Holzfaserplatten) lassen sich auch lackieren, mit Grundierfolie beziehen oder anderweitig versiegeln, sodass sie äußerlich jedem Geschmack und Stil angepasst werden können.
In manchen Fällen bieten sich aber die synthetischen Alternativen zu Holzmöbeln aufgrund der Vorteile des Materials an. So beispielsweise erscheint es sinnvoll, Balkon- bzw. Terrassenmöbel eher aus synthetischem Rattan als aus echtem Rattangeflecht herzustellen, da die Synthetikvariante robuster ist und auch Regenschauer leichter wegsteckt als das empfindlichere Original. Bei anderen Stücken dominiert die Ästhetik des Kunststoffes: So beispielsweise galt es in den Sechziger- und Siebzigerjahren als schick, schreiend bunte Plastikmöbel zu besitzen. Im Zuge des Retro-Trends erleben diese Kunststoffmöbel, darunter Design-Klassiker wie der berühmte Panton Chair, zurzeit ein großes Revival.
Andererseits geht ein nicht zu vernachlässigender Trend zu immer naturbelassenen Materialien. Das bereits erwähnte Rattan-Geflecht hat das in den Siebzigerjahren moderne Korbgeflecht abgelöst; auch Seegras- und Bambusmöbel sind seit ein paar Jahren nicht mehr aus unseren Wohnungen wegzudenken. Eine weitere Alternative zu synthetischen Materialien sind Möbel aus Pappe. Diese sind stabiler, als man denkt – und mittlerweile sind neben Papphockern und -tischen auch Regale, Betten und so fort erhältlich. Darüber hinaus erfreut sich das Recycling – im Sinne der Devise "aus alt mach neu" – zunehmender Beliebtheit. So beispielsweise findet man Möbel aus alten Dielen, aber auch Ausgefallenes wie Möbel aus Autoteilen.
Natürlich wird auch dem High-Tech-Zeitgeist Tribut gezollt: Manche Designer haben sich zum Beispiel auf Möbel aus Carbon spezialisiert. So werden vermehrt Sitzschalen von Konferenz- oder Küchenstühlen aus Carbon-faserverstärktem Kunststoff hergestellt, doch können diese in ihrer Beliebtheit (noch) nicht mit dem Klassiker, den Holzmöbeln, mithalten.
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