Latexmatratzen - Merkmale sowie Vor- und Nachteile

Latexmatratzen zählen vor allen Dingen unter Allergikern zu den beliebtesten Modellen - Hausstaubmilben haben hier keine Chance. Es wird zwischen Naturkautschunk und synthetischem Kautschuk unterschieden. Doch bei dieser Matratzenform kommen nicht nur Vorzüge zum Tragen. Informieren Sie sich über die Merkmale sowie die Vor- und Nachteile von Latexmatratzen.

Das Besondere an Latexmatratzen

Latexmatratze: Generelle Merkmale und Herstellung

Bei Latex handelt es sich um ein Material, welches durch Aufschäumen von Kautschuk produziert wird. Man unterscheidet synthetischen und natürlichen Kautschuk. Somit kommen auch verschiedene Rohstoffe - Erdöl sowie der Saft aus dem Kautschukbaum - zur Anwendung.

Diese Rohstoffe schäumt man auf und vulkanisiert sie in bestimmten Formen aus Stahl. Im Fall des Naturlatex extrahiert man den Gummianteil aus der Latexmilch; dann folgt eine Vermengung mit Stabilisatoren. Wurde aufgeschäumft, wird gebacken und entformt. Anschließend wäscht, schleudert und trocknet man den Kern.

Die Auswaschung ist besonders wichtig und ein gutes Qualitätsmerkmal der Matratze. Bei Verzicht können Eiweißreste im Material zurückbleiben. Diese wiederum wären potentielle Allergieauslöser.

Bei synthetischem Latex verläuft die Herstellung ähnlich. Entscheidender Unterschied ist die etwa 10 Prozent stärkere Festigkeit.

Möglich ist auch die Mischung von Natur- mit synthetischem Latex. Dabei gilt: maximal 60 Prozent bestehen aus natürlichem Latex, und je höher der Anteil, desto besser die Rückstellkraft. Je höher der Anteil an synthetischem Latex, desto besser die Bestimmungsmöglichkeit in Sachen Festigkeit.

Als besondere Herstellungsweise gilt das Talalay-Verfahren. Wurde aufgeschäumft, kommt es zur Schockfrostung des Kerns bei - 34 Grad Celsius.

Nach mehrmaligem Wiederholen kommt es zum Aufplatzen der Bläschen im Kern. Dadurch wird das MAterial feuchtigkeits- und luftdurchlässig. So oder so: bsonders Hausstauballergikern wird häufig zur Latexmatratze geraten.

Eine Hausstauballergie ist eine fiese Sache. Wer davon betroffen ist, der sollte besonders viel Wert auf erstklassige Materialien legen - und zum Beispiel zur Latexmatratze greifen.

Der Begriff Hausstauballergie ist auf den ersten Blick leicht irreführend: Schließlich reagiert der Körper nicht auf den Staub allergisch, sondern auf die hier lebenden Hausmilben. Die mit bloßem Auge nicht erkennbaren Milben sondern Kot ab, der bei sensiblen Menschen zum Beispiel zu geschwollener Nase und tränenden Augen führt.

Um dies zu verhindern, sollte auf einwandfreie Hygiene geachtet werden - auch im Bett. Denn in der oftmals über Jahre gebrauchten Matratze finden Hausstaubmilben hervorragende Lebensbedingungen.

Verhindern lässt sich der Befall durch eine clevere Matratzenwahl. Naturmaterialien wie Rosshaar scheiden dabei völlig aus. Auch Materialien, in denen sich Luft und Feuchtigkeit stauen, sind keine gute Wahl.

Ideal: Eine Latexmatratze, die Hausstaubmilben (fast) keine Chance lässt. Diese Matratze besteht aus natürlichem oder synthetischem Latex, der in Schichten oder als Stiftkern aufgebaut wird. Einsparungen im Innern sorgen für die nötige Luftzirkulation.

Latexmatratzen für einen ruhigen Schlaf für Allergiker
Latexmatratzen für einen ruhigen Schlaf für Allergiker

Vorzüge für Allergiker

Latexmatratzen liegen stark im Trend, sie sind besonders bei Allergikern sehr beliebt und gefragt, denn gerade Hausstaubmilben werden durch die Verwendung von Latexmatratzen nahezu eliminiert. Wo sie sich in herkömmlichen Matratzen einnisten und niederlassen können, finden sie beim Latex nur extrem unwirtliche Lebensbedingungen vor.

Doch Achtung: Es gibt auch Menschen, die gegen den Stoff Latex allergisch sind, so genannte Latex-Allergiker. Bevor Sie sich also eine Latexmatratze anschaffen, sollten Sie diesen Punkt ausschließen. Am einfachsten lässt sich dies testen, wenn Sie Haushaltshandschuhe tragen, die Latex enthalten.

Somit ist die Latexmatratze zwar eine gute, aber nicht immer unbedingt die beste Wahl für Allergiker. Aus finanzieller, aber auch funktionaler Hinsicht kann eine Kaltschaummatratze unter Umständen ebenso gut geeignet sein.

Wer in Sachen Latexallergie auf Nummer sicher gehen möchte, der sollte auf eine Matratze aus synthetischem Latex oder eine oftmals kostengünstigere Kaltschaummatratze zurückgreifen. Vorteil hier: Durch den speziellen Aufbau ist die Kaltschaum- der Latexmatratze in puncto Atmungsaktivität sogar häufig noch überlegen.

Voraussetzung für unbeschwerten Schlafgenuss ist selbstverständlich eine entsprechende Qualität. Insbesondere Allergiker sollten deshalb nicht auf den Gang zum Fachmann verzichten - und sich rundum persönlich beraten lassen.

Generelle Vor- und Nachteile

Doch nicht nur Allergiker profitieren von der Materialbeschaffenheit des Latex. Untersuchungen haben ergeben, dass die Latexmatratze bei vergleichbarem Gebrauch wesentlich hygienischer ist als die herkömmliche Matratze.

In der Nacht gibt der Körper ebenso wie am Tage Feuchtigkeit ab. Diese Feuchtigkeit wird zum Teil auch von der Matratze aufgenommen, und muss am Tage wieder ausdünsten. Die Latexmatratze jedoch weist die Feuchtigkeit ab.

Für Menschen, die sehr stark schwitzen, mag dies einen spürbaren Nachteil bedeuten, da ihre Bett- und Nachtwäsche so leichter feucht wird als bei einer herkömmlichen Matratze. Der hygienische Vorteil liegt aber auch hier klar auf der Hand, denn Bettwäsche und Nachtwäsche sind maschinenwaschbar, die Matratze dagegen nicht.

Ein Nachteil der Latexmatratze liegt jedoch in ihren deutlich höheren Anschaffungskosten. Sie kann leicht das Doppelte bis das Dreifache einer qualitativ vergleichbaren herkömmlichen Matratze kosten.

Die Lebensdauer dagegen ist ein nur unwesentliches Entscheidungskriterium. Latexmatratzen sind nur ein klein wenig langlebiger als normale Matratzen, die Rechnung Preis-gegen-Lebensdauer geht also leider nicht auf.

Hingegen haben Latexmatratzen große Vorteile im Hinblick auf ihre Reinigung. Da Staub und Nässe in das geschlossenporige Material nicht eindringen können, kann man sie sehr einfach mit einem feuchten Tuch abwischen.

Anschließend sollte man sie noch mit einer speziellen Latex-Pflege behandeln, damit sie ihre Spannung behalten. In jedem Fall aber können Latexmatratzen sehr hygienisch und einfach gereinigt werden.

Latexmatratzen haben Sowohl Vor- als auch Nachteile
Latexmatratzen haben Sowohl Vor- als auch Nachteile

Tipps zur Auswahl

Bei der Wahl einer Latexmatratze gilt es, einige Punkte zu beachten. Je nach Materialmenge gibt es Unterschiede in Dichte und Gewicht. Es gilt: je fester die Matratze werden soll, desto mehr Kautschuk sollte für den Kern verwendet worden sein.

Einen weicheren Kern erhält man, wenn sich in diesem viele Löcher bzw. Aussparungen befinden. Auch sorgen diese für einen guten Transport von Feuchtigkeit und Austausch von Luft.

Man sollte nicht außer Acht lassen, dass das Gewicht einer Latexmatratze deutlich höher ausfallen kann als das eines anderen, gängigen Modells. Hochwertige Modelle verfügen über einen dickeren Kern und mehrere Liegezonen.

Menschen mit höherem Gewicht wird dazu geraten, auf eine kombinierten Matratze, die aus einer oder auch mehreren Kokoskautschuk-Schichten besteht, zurück zu greifen. Sie sorgen für eine optimale Stütze und Anpassungsfähigkeit.

Die richtige Matratze für heiße Sommernächte

Die Vorfreude auf den Sommer ist groß. Dennoch macht vielen die Hitze zu schaffen, besonders nachts, wenn man schlecht in den Schlaf findet. Naturmaterialien im Bett helfen dabei, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Synthetische Stoffe hingegen lassen oft keinen ausreichenden Luftaustausch zu und die Hitze staut sich schnell selbst unter dem dünnsten Laken. Da ein gesunder Schlaf aber auch im Sommer enorm wichtig ist, lohnt es sich oft, auf die Wahl der richtigen Matratze zu achten.

Matratzen aus Naturlatex

Abhilfe gegen starke Hitze und Kälte schaffen die meisten Naturmaterialien. Bettbezüge und Auflagen aus Baumwolle und Seide sind deutlich kühlender als solche mit hohem Synthetikanteil. Zudem nehmen sie Feuchtigkeit wie Schweiß besser auf und transportieren sie weg vom Körper.

Bei der Matratze ist Naturlatex ein besonders geeignetes Material. Viele offene Poren und senkrechte Luftkanäle durchziehen die Matratze und sorgen so für ein angenehmes Schlafklima zu jeder Jahreszeit. Wichtig ist allerdings bei allen Matratzen, dass sie gut auf einem passenden Lattenrost und Bettgestell gelagert werden.

Das Schlafklima ist jedoch nicht der einzige Vorteil von Naturlatex-Matratzen. Sie passt sich der Figur des Schlafenden perfekt an und sorgt so für eine ausgeglichene, waagerechte Schlaflage. Ihre Flexibilität unterstützt außerdem die unbewussten Bewegungen, die zu einem erholsamen Schlaf dazugehören.

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  • matelas © daniel sainthorant - www.fotolia.de
  • beauty sleep © Liv Friis-larsen - www.fotolia.de
  • Lattenrost mit Matratze © Alterfalter - www.fotolia.de

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