10. Januar 2012
Infolge des bereits seit einigen Jahren anhaltenden Trends zu natürlichem Wohnen, wie beispielsweise dem Modern Country Style, erlebt auch traditionelles Handwerk eine Renaissance. So beispielsweise erfreuen sich Korbwaren wieder wachsender Beliebtheit.
Dies verwundert kaum, denn nur wenige Materialien sind so vielseitig im Wohnbereich einsetzbar wie Korb. Rattan als beliebtestes und meistverwendetes Korbgeflecht boomt seit der Wellness-Welle nicht nur als Material der Wahl für Relax-Liegen oder Sitzgruppen für Balkon, Garten oder Terrasse, sondern hat auch das Haus erobert: Tische, Stühle und Sessel aus Rattan sind stabil und gleichzeitig leicht; dem Schlafzimmer verleihen dunkel getönte Rattan-Betten ein gewisses exotisches Flair; in Bad sorgen kleine Körbe aus Rattan oder Seegras nicht nur für Ordnung, sondern auch für einen Hauch von asiatischer Entspannungs-Oase. Und dabei ist das Palmmaterial auch noch wasserbeständig, sodass ihm die Luftfeuchtigkeit im Badezimmer nicht schadet.
Neben den zum Flechten verwendeten Streifen liefert die Rattanpalme aber auch noch das sogenannte Peddigrohr, das sich neben der Möbelproduktion auch noch zur Herstellung von Spazierstöcken, Teppichklopfern und Co. handelt, das Peddigrohr im Gegensatz zu Holz als nahezu splitterfrei gilt. Die Form wird dem Material durch Dampfbiegen gegeben. Dies gilt auch für andere traditionelle Materialien, aus dem der Korbmacher seine Waren herstellt.
Während Rattan - ebenso wie Bambus - eine exotische Ausstrahlung innewohnt, sind Schilfrohr und Weidenzweige die Werkstoffe des heimischen Korbmachers. Ja, früher zogen die Korbmachermeister sogar ihre eigenen Korbweiden heran. Im Zuge der Rückbesinnung auf regionale Güter erlebt auch der Weidenkorb ein Revival. Auch aus Weide lassen sich die verschiedensten Möbel herstellen; vor allem aber wird das Material für die unterschiedlichsten Körbe, ob Tierkorb, Wäschekorb oder Zeitungsständer, verwendet.
Körbe, die früher bei der alltäglichen Arbeit nicht wegzudenken waren, wie beispielsweise die Reusen der Fischer oder die Bienenkörbe der Imker, werden heutzutage meist nur noch mit dekorativen Absichten genutzt. Das selbe gilt für die Körbe, deren Ursprung in der Feldarbeit liegt, oder sogenannte Kiepen, die zum rucksackartigen Lastentransport dienten.
Korbtaschen für die Damen hingegen sind nicht nur für den samstäglichen Marktgang hochmodern; und Gärkörbe zum Dampfgaren, wie man sie traditionell in Woks einhängt, erobern mit dem Trend zum asiatischen Essen immer mehr deutsche Küchen.
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