24. April 2008
Von Sandra Spönemann
Ein- und Mehrfamilienhäuser, Blockhäuser, Bungalows, Luxus- und Designerhäuser, Bürogebäude und mehr, die Anbieter von Fertighäusern decken eine große Palette von Baumöglichkeiten ab. Was muss ich beachten, wenn ich mich für ein Fertighaus entscheide?

Fertighäuser sind Bauten bei denen die einzelnen Wände und Bestandteile bereits fertig angeliefert und vor Ort zusammengesetzt werden. Das erspart gegenüber dem Eigenbau viel Zeit und kann unter Umständen günstiger sein. Zudem ist es vermehrt möglich, ein Fertighaus relativ individuell zu gestalten, auch in Bezug auf die Energieeffizienz und behindertengerechtes Wohnen wird in den verschiedenen Angeboten eingegangen.
Zunächst sollte der Anbieter genau unter die Lupe genommen, dazu können beispielsweise Informationen darüber wie lange der Anbieter bereits in der Fertighaus-Branche tätig ist, recherchiert werden. Auch das Studieren von Testberichten ist hilfreich. Ist die Entscheidung auf einen Anbieter gefallen, gilt es den Vertrag genau zu lesen, um Zusatzkosten zu vermeiden. Was ist im Preis genau enthalten? Kümmert sich das Bauunternehmen auch um den Abtransport von Erdaushub (im Falle eines Kellerbaus) und Unrat? Wichtig ist auch die Regelung der Zahlungsmodalitäten. Ein stufenweises Abzahlen, je nach Baufortschritt kann hier von Vorteil sein.
Um zusätzlich Geld einzusparen, gibt es die Möglichkeit eines Bausatzhauses. Die Gebäudeteile werden nummeriert angeliefert und müssen vom Bauherrn selbst zusammengesetzt werden. Das erfordert Zeit und ein gewissen Grad an nötigem Know-how. Holzblockhäuser sind am leichtesten im Aufbau. Die Bauunternehmen können in den ersten Tagen des Aufbaus einen Richtmeister zur Seite stellen, der die Technik näher erläutert. Eine weitere Option ist der Kauf eines Musterhauses, das am Ausstellungsort abgebaut und auf dem eigenen Grundstück wieder aufgebaut wird. Problematisch ist es hier, alle Bestandteile unversehrt ab- und aufzubauen. Eventuelle Reparaturkosten können die Gesamtkosten schnell in die Höhe treiben.
Weitere Punkte, die in der Planung nicht fehlen sollten, ist die Beachtung der Bebauungspläne und eine gute Abschätzung der Baunebenkosten. Das Bundesland Bayern hat teilweise sehr spezifische Vorschriften, welche Art von Haus wohin gebaut werden darf. In die Baunebenkosten gehen z.B. eine Grunderwerbssteuer von ca. 3,5% des Kaufpreises ein, außerdem die Erschließungskosten, um an das örtliche Wasser-, Gas- und Stromnetz angeschlossen zu werden. Auch die notarielle Beurkundung über den Hauskauf ist nicht umsonst. Nicht nur für den Bau selbst, auch für die Gestaltung der Außenanlage sollte das Budget ausreichen, um nicht jahrelang in einem "Kriegsgebiet" zu hausen. Dazu kommen Kosten für Einrichtungen und Versicherungen (z.B. Hausratversicherung).
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