27. März 2010
Von Viola Reinhardt
Rot bemützt, lange Bärte und den ständigen Eindruck vermittelnd eifrig beschäftigt zu sein, zeichnen die Wichtelmänner aus und machen sie zu einem der Deutschen liebsten Deko-Artikel überhaupt. Dabei wissen nur die wenigsten wer diese eigentlich erfunden hat und wie die wahren Gartenzwerge im Original zu sein haben. Weibliche Gartenzwerge sind nämlich nur Kopien und richtige "Hartbrandwichtel" zeigen sich nicht nur männlich und mit einem Bart ausgestattet, sondern auch mit einer stattlichen Größe von 69 cm.
Der "Vater" aller Gartenzwerge war August Heissner, der einst beschaulich in seinem Liegestuhl lag und die aus einem Bergwerk kommenden Arbeiter betrachtete. Hierbei durchschoss ihn ein Geistesblitz im Spätsommer des 19. Jahrhunderts, der seitdem nicht nur Millionen kleinen und großen Menschen eine Freude macht, sondern vor allem auch August Heissner selbst berühmt werden ließ: Die Geburtsstunde der Wichtelmänner war gedanklich festgesetzt.
Im Jahr 1872 gründete der pfiffige Erfinder in Gräfenroda (Thüringen) eine Manufaktur, die als Geburtsstätte der ersten Gartenzwerge galt. Ausgestattet sind die "Hartbrandwichtel" mit dicken und rosigen Pausbacken, langen, grauen Bärten, einem kugeligen Bauch, einer roten und spitzen Zipfelmütze, sowie Handwerkszeug, wie Rechen, Schaufel, Gießkanne oder auch Hacke. Schon im Jahr 1884 werden die lieblichen Gartenzwerge auf der Leipziger Messe der absolute Hit und zu einer Idee, die rund um die Welt zahlreiche Menschen begeistert.
Doch nicht alle fanden die geschäftigen Wichtel als possierlich und so wurden die "Hartbrandwichtel" im Jahr 1949 erst einmal in der einstigen DDR als diskriminierend verboten. Heute hingegen ist von solch einem Spießerdenken kaum mehr etwas zu spüren und die Wichtel erfreuen sich Jahr für Jahr einer steigenden Beliebtheit. Mittlerweile gibt es natürlich Gartenzwerge in jeglicher Größe, Ausstattung und Geschäftigkeit (oder auch nicht, wenn man sich die rein sexistischen Zwerge betrachtet). Doch wer wirklich einen "echten" Gartenzwerg an seiner Haustür oder im Garten stehen haben möchte, der sollte sich einen wahren Hartbrandwichtel zulegen.
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