Merkmale und berühmte Beispiele verschiedener Märkte

Allerorten schießen riesige Tempel des Konsums wie Pilze aus dem Boden. Supermärkte, Kaufhäuser und Einkaufsparadiese entstehen in jeder größeren Stadt, um dem Menschen die gewünschten Erledigungen angenehmer zu gestalten. Doch es gab einmal eine Zeit, da wurden die Waren des täglichen Lebens auf den unterschiedlichsten Märkten erworben. Dieser Kult findet auch heute noch begeisterte Anhänger. Informieren Sie sich über die Merkmale verschiedener Märkte.

Infos zum Wochenmarkt, Kunst- und Handwerksmarkt (Töpfermarkt) sowie Mittelaltermarkt

Alles aus einer Hand

Wer heute ein Warenhaus betritt, der findet nahezu alles, was das Herz begehrt. Nur selten lassen sich dort aber die althergebrachten Werte aufspüren: Vertrauen, Geselligkeit oder Zufriedenheit. Die Supermärkte sind zu umfangreichen, aber beinahe anonymen Unternehmen verkommen. Woher die Milch, die Eier oder das Fleisch tatsächlich stammen, lässt sich nur schwer erkennen.

Genau dieser Aspekt war bei den Wochenmärkten aber einfacher gestaltet. Im Regelfall konnte der Verbraucher davon ausgehen, dass der Landwirt aus dem Nachbardorf seine Schweine, Hühner und Ente daheim aufzog. Was in den Auslagen bestaunt wurde, kam zumeist aus der nahen Umgebung - ein Kriterium, auf das sich der Käufer verlassen durfte.

Sehen und gesehen werden

Aber es waren nicht alleine die Herkunft und die Qualität der Speisen, die den nicht selten täglichen Gang zum Markt so angenehm gestalteten. Vielmehr lag hier auch ein großes kulturelles und soziales Zentrum des Ortes.

Menschen trafen aufeinander und erzählten sich die gehörten oder erlebten Neuigkeiten. Aktuelles wurde debattiert, nicht selten auch über gänzlich Unwichtiges getratscht. Eine Tradition, die auch heute noch großen Anklang findet.

Die Wochenmärkte indes sterben langsam aus. Nur noch selten stellen sie einen Zuschauermagneten dar, der für reges Treiben auf dem zumeist größten Platz einer Stadt sorgt. Für viele Verbraucher ist es einfacher geworden, die Waren des täglichen Bedarfs in den großen Einkaufszentren zu erwerben.

Die Märkte unterscheiden sich

Die heutigen Märkte lassen sich nur noch selten mit jenen vergleichen, die vor einigen Jahrzehnten für Aufsehen sorgten. Das liegt zumeist daran, dass gegenwärtig eher spezielle Wünsche bedient werden.

Wie etwa auf dem Lebensmittel- oder Handwerksmarkt. Können auf dem einen noch Speisen und Gewürze gefunden werden, so wirbt der andere mit Töpfen, Werkzeugen und Schuhen.

Die Vielfalt der Produkte an sich ist gestiegen - sie wird aber vornehmlich auf verschiedene Märkte aufgeteilt, statt noch immer an einem Ort und zu einer Zeit erwerbbar zu sein. Abzugrenzen davon sind die Besonderheiten, zu denen etwa der Mittelaltermarkt gehört. Sie sind eher ein Spektakel, haben aber mit dem Einkauf täglicher Waren nahezu nichts mehr gemein.

Tradition und Gesellschaft

Nur noch wenige Märkte bieten weltweit das alte Flair, das von vielen Personen geschätzt wird. Der in Paris ansässige Marché d'Aligre gehört jedoch dazu. Er verbindet die Tradition vieler Generationen mit der Moderne.

Ebenso gilt er als Möglichkeit, das alte Frankreich kennenzulernen. Doch Vorsicht, der Markt ist heute regelmäßig überfüllt und eine Sehenswürdigkeit für Touristen.

Nicht anders ergeht es dem Viktualienmarkt in München. Er kann auf eine mehr als 200-jährige Geschichte verweisen.

Auch heute noch drängen sich die einzelnen Stände eng zusammen und weben damit ein dichtes Netz aus nützlichen und luxuriösen Waren aller Art. Märkte dieses Niveaus werden zwar zunehmend seltener, sollten aber dennoch einmal besucht werden.

Im Folgenden stellen wir Ihnen heute beliebte Arten von regelmäßig stattfindenden Märkten vor.

Der Wochenmarkt

Viele Personen gehen etwa einmal in der Woche einkaufen. Alles, was in den kommenden Tagen benötigt oder gewünscht wird, landet im Warenkorb.

Dieses Vorgehen ist heute nicht anders als noch vor vielen Jahrzehnten. Damals wurde allerdings einmal wöchentlich ein Markt abgehalten. In vielen Städten kann dieser auch gegenwärtig noch bewundert werden.

Die Geschichte der Wochenmärkte

Nicht alleine die interessierten Käufer finden sich hier ein. Auch die Händler müssen ihre Waren sortieren und zur Schau stellen.

Gerade für die Landwirte war dieser Vorgang recht mühsam. Zudem raubte er einen wertvollen Tag, den manch ein Verkäufer lieber im Stall oder auf dem Acker verbringen wollte.

Die Märkte wurden daher nicht täglich abgehalten. Zumal die Schar der Kunden bei einem solchen Angebot wohl auch ausgeblieben wäre.

Einmal in der Woche jedoch fuhren die Anbieter alle ihre Produkte auf und die Meute der Menschen fand sich ein. Es wurde geredet und debattiert, alte Freunde trafen aufeinander. Und beinahe nebenbei konnten jene Waren erworben werden, die das Herz begehrte.

Auf dem Wochenmarkt ist die Stimmung meist fröhlich
Auf dem Wochenmarkt ist die Stimmung meist fröhlich

Wenig von seinem Reiz verloren

Wenn sich heutzutage die Wagen und Stände eines Wochenmarktes aneinanderreihen, dann geht damit oft schon eine große Vorfreude unter den Beobachtern einher. Denn ein gewisses Spektakel findet auch hier noch statt. Beispielsweise durch die Marktschreier, die ihre Produkte ebenso lautstark wie niveauvoll an den Mann bringen - und bei denen sich nicht selten manches Schnäppchen machen lässt.

Vielleicht sind die hier angebotenen Lebensmittel und sonstigen Gegenstände nicht immer preiswerter als im Supermarkt - die Stimmung und die Geselligkeit sind aber sehr gut und genau darin liegt das Flair eines solchen Marktes: Man kommt nicht nur, um Brot und Milch zu kaufen. Man geht vielmehr mit einem reichen Schatz an neuen Erfahrungen.

Neue Strukturen

Allerdings gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen den heutigen und den früheren Wochenmärkten. Wurden sie in den alten Zeiten nicht selten alleine durch die Händler oder einem solchen Zusammenschluss organisiert, so entscheidet heute die Stadt oder die zuständige Kommune, welche Stände aufgebaut werden dürfen.

Konzession

So können interessierte Anbieter im Regelfall eine Konzession erwerben, der die Teilnahme an einem solchen Markt für einen bestimmten Zeitraum erlaubt. Oft ist damit auch der Standplatz festgelegt.

Das rein zufällige Aufeinandertreffen unterschiedlicher Charaktere findet dabei aber nur noch selten statt. Dem Wochenmarkt ist leider ein wenig von seinem Herzen und seiner Seele genommen worden.

Angebotene Ware

Wochenmärkte sind größtenteils mit Erzeugnissen des täglichen Lebens sowie mit Speisen bestückt.

  • Milch
  • Eier
  • Fleisch
  • Gewürze sowie
  • Obst
  • Gemüse und
  • Kräuter

können erworben werden. Daneben befinden sich auch konservierte, eingelegte oder geräucherte Produkte vielfach in den Auslagen. Der Trend, sogar Schuhe, alltägliche Gegenstände oder Schmuck bis hin zu Nippesartikeln zu verkaufen, nahm dagegen erst in den letzten Jahren zu. Wirklich durchsetzen konnte er sich indes nicht.

Anders ergeht es jenen Strömen, die vermehrt auf Bio-Produkte setzen. Sie sind seit jeher ein fester Bestandteil der Wochenmärkte und werden daher auch vielfach nachgefragt. Der Einkauf gesunder und bedenklicher Lebensmittel lässt sich daher noch immer mit dem angenehmen Plausch verbinden, wenn der Markt einmal in der Woche seine Pforten öffnet.

Die angebotetenen Lebensmittel sind frisch auf dem Wochenmarkt
Die angebotetenen Lebensmittel sind frisch auf dem Wochenmarkt

Der Kunst- und Handwerksmarkt (Töpfermarkt)

Nicht alleine die Lebensmittel werden auf einem Markt nachgefragt. Vielmehr hat sich gerade in den letzten Jahren auch ein Sortiment an Gebrauchsgegenständen und Werkzeugen etabliert. Eine feste Tradition ist es indes, gleichfalls Töpferwaren und handwerkliche Erzeugnisse anzubieten. Sie waren gerade in den früheren Jahrzehnten für viele Menschen überlebensnotwendig.

Die Geschichte der Töpfermärkte

Wenn einst die Märkte geöffnet hatten, dann ließen sich dort nicht nur Speisen und allerlei Alltägliches finden. Vielmehr war diese Einkaufsmöglichkeit auch die einzige Option, um bestimmte Gegenstände zu erhalten. Wie etwa

  • getöpferte Krüge
  • Schuhe oder
  • das für die Arbeit auf dem Felde benötigte Gerät.

Sicherlich gab es auch damals bereits die Handwerker, die in ihren Werkstätten derlei herstellten und anboten. Doch nahmen nur wenige Personen die Mühe auf sich, extra eines Kruges wegen ein Geschäft aufzusuchen.

Einfacher war es dagegen, dieser Gelegenheit beim nächsten Besuch eines Marktes nachzukommen. Handwerkliche und künstlerische Artikel gehören daher zu den festen Bestandteilen eines solchen Ereignisses.

Alles, was das Herz begehrt

Heutzutage lassen sich gerade solche Produkte auf den Märkten finden, die aus handwerklicher Tätigkeit stammen oder für eine solche geeignet sind:

  • Schuhe
  • Töpfe
  • Messer
  • Bänder und Perlen oder sogar
  • die dafür benötigten Rohstoffe wie Metalle, Leder und manche kleine Kostbarkeiten.

Das Sortiment variiert dabei sehr stark und wird durch die unterschiedlichen Berufsstände geprägt, die hier vertreten sind. So handelt es sich bei den ausstellenden Personen auch regelmäßig nicht um Händler und Vertreter, sondern handwerkliche Meister ihres Faches.

Ein Merkmal, das sich spätestens bei der Qualität eines Erzeugnisses bemerkbar macht. Daneben kann auf den Märkten zuweilen noch die Herstellung mancher Artikel bewundert werden. Etwa schmiedeeiserner Äxte und Messer, die nicht selten auf einem schweren Amboss ihre Form finden.

Auch die Kunst ist vertreten

Ein etwas anderes Segment liegt in solchen Produkten, die nahe an der Kunst angesiedelt sind. Sicherlich lassen sich hier nur selten hochwertige Stücke finden - ein echter Picasso wird nicht darunter sein.

Der Begriff der Kunst ist hier aber im weiten und eher handwerklichen Sinne zu verstehen.

können hier bewundert werden. Oft handelt es sich dabei um Einzelstücke. Massenfertigung oder die Veröffentlichung ganzer Serien sind hier eine Rarität.

Somit ist in einem solchen Stück nicht nur die Arbeitszeit des Künstlers enthalten, sondern auch ein wenig Herzblut. Dennoch lassen sich die kleinen Kostbarkeiten auf einem Markt nicht selten recht preiswert erstehen.

Saisonale Besonderheiten

Selbst, wer einmal keinen neuen Krug oder Holzpantoffeln benötigt, sollte sich das Erlebnis eines Handwerkermarktes nicht entgehen lassen. Die Produktvielfalt ändert sich nämlich ständig und ist auch abhängig von der Jahreszeit.

So können im Winter Räuchermännchen und Drehpyramiden in den Auslagen stehen, wo nur wenig später schon österliche Artikel feilgeboten werden oder sommerlich-frische Dekorationen auf einen Käufer warten. Oft wird dabei ein sehr enger Kontakt zu den Künstlern und Verkäufern hergestellt.

Besonderheiten lassen sich erkennen, die manchmal auch in den Artikeln wiederzuentdecken sind. Zwar finden derartige Märkte häufig nur im Abstand mehrerer Wochen statt, doch bieten sie dann wieder das Flair, auf Produkte aus meisterlichen Händen zu treffen.

Der Mittelaltermarkt

Einmal in eine andere Epoche eintauchen. Viele Menschen hegen den Wunsch, der sich doch nicht umsetzen lässt. Das Flair alter Zeiten kann man aber auf den Mittelaltermärkten erleben. Hierbei handelt es sich um Basare und Folklore jener Jahrhunderte, die noch nicht den Luxus und die Annehmlichkeiten der heutigen Tage kannten.

Die Geschichte der Mittelaltermärkte

Sie gehörten zum festen Bestandteil früherer Städte: Die Märkte einstiger Zeiten waren der Vorläufer des heutigen Supermarktes, dabei aber mehr ein soziales und künstlerisches Zentrum.

Was Handwerker und Landwirte erstellten, wurde hier präsentiert. Doch nicht alleine der Handel stand im Vordergrund: Es wurde gemeinsam

Das Leben fand sprichwörtlich zwischen den Ständen statt. Übrig geblieben ist davon wenig.

Die Märkte haben sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Seit den 1980er und 1990er Jahren sind aber auch jene Veranstaltungen wieder zu bewundern, die sich thematisch an das Mittelalter anlehnen. Oft wird dabei ein großes Spektakel abgehalten - dessen historische Genauigkeit aber nicht immer ganz ernst genommen wird.

Der Mittelaltermarkt gleicht eher einem Fest
Der Mittelaltermarkt gleicht eher einem Fest

Dem Trend gefolgt

In den letzten Jahren hat sich eine starke Nachfrage nach allem entwickelt, was dem Mittelalter entstammt. Musikbands und sonstige Künstler haben einen kometenhaften Aufstieg erfahren, wenn sie nur in einstigen Dialekten sangen. Im Zuge dieser Mode schossen vielfach auch die Mittelaltermärkte aus dem Boden.

Bei ihnen handelt es sich um eine grobe Ansammlung dessen, was mit der einstigen Epoche verbunden wird:

  • Fleisch vom Lagerfeuer
  • der Honigwein wird aus Holzkrügen genossen und
  • die Schalmei spielt zum Tanze auf.

Garniert wird das Ganze mit

  • Schmuck
  • handwerklichem Gut oder sogar
  • Waffen des Mittelalters.

Aber auch Kunstwerke lassen sich hier oft finden.

Nur selten zu finden

Frühere Bräuche werden auf dem Mittelaltermarkt zelebriert
Frühere Bräuche werden auf dem Mittelaltermarkt zelebriert

Leider ist ein solches Ereignis selbst schon eine kleine Rarität. Zwar finden gerade zur Zeit des erwachenden Frühlings die Mittelaltermärkte häufiger statt. Also dann, wenn frühere Bräuche wie das Osterfeuer wieder zelebriert werden.

Die Märkte sind ansonsten aber eher selten einmal zu bestaunen. Handelt es sich nicht gerade um traditionsreiche Städte wie Nürnberg, Frankfurt oder Köln, dann können schon mehrere Monate vergehen, bis der nächste Markt seine Tore öffnet.

Wer darauf nicht verzichten möchte, der muss reisen. Verschiedene Anbieter im Internet haben es sich dabei zur Aufgabe gesetzt, die nächsten Events anzukündigen und mitzuteilen, worauf der Besucher sich dort freuen kann. Nicht selten findet im Rahmen des Marktes nämlich auch ein künstlerisches oder musikalisches Programm statt.

Für die ganze Familie

Die Option, hier Waren zu erwerben, die dem täglichen Leben aus früheren Epochen nachempfunden sind, rückt bei allem Spektakel eher in den Hintergrund. So sind Schmuck und Accessoires, Werkzeuge und Speisen eher ein Beiwerk des allgemeinen Flairs, das hier verkauft wird.

Mittelaltermärkte gleichen zuweilen einem großen Fest für ein breites Publikum. So kann

  • auf hölzernen Bänken gegessen
  • sitzend das große Lagerfeuer betrachtet oder
  • den Klängen manches Sängers gelauscht

werden. Eben genau das, was man sich wünscht, wenn man in alte Epochen einzutauchen gedenkt.

Besonders gute Mittelaltermärkte überzeugen dabei natürlich mit täuschend echten Darstellern. Das Erlebnis ist in jedem Falle ein ganz besonderes - da lohnt es sich auch, auf die nächste Veranstaltung wieder etwas länger warten zu müssen.

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Quellenangaben
  • Happy blond woman buying food at market. © Yuri Arcurs - www.fotolia.de
  • Mittelaltermarkt, eine Koch und Feuerstelle mit schwarzen Kochtopf © CSschmuck - www.fotolia.de
  • mittelalter © GChristo - www.fotolia.de
  • Marktstand © tibanna79 - www.fotolia.de
  • Auswahl an Gemüse © Gina Sanders - www.fotolia.de

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