10. Oktober 2009
Von Viola Reinhardt
Die Nachrichten sind voll davon: Der Friedensnobelpreis geht diese Jahr ganz überraschend an den US-Präsidenten Barack Obama für seine "Stärkung der internationalen Diplomatie" und seinen Einsatz für eine Welt ohne Atomwaffen. Aber was ist denn nun dieser Friedensnobelpreis eigentlich genau, woher stammt er und wer kann ihn bekommen?
Der Friedensnobelpreis ist eine Auszeichnung, die für besondere Verdienste in der Friedensarbeit verliehen wird. Gestiftet wurde der Preis vom schwedischen Erfinder und Industriellen Alfred Nobel, der in seinem Testament eine entsprechende Verfügung getroffen und ein entsprechendes Vermögen hinterlassen hat. Seit 1901 wird daher der Preis jedes Jahr, jeweils zum Todestag Alfred Nobels am 10. Dezember, in Oslo verliehen. Der jeweilige Preisträger wird von einem fünfköpfigen Komitee, dem Norwegischen Nobelkomitee, ausgewählt. Die Mitglieder dieses Komitees werden ihrerseits vom norwegischen Parlament eingesetzt. Ganz nach dem letzten Willen Alfred Nobels wird der Preis an denjenigen vergeben, der "am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt" hat.
Natürlich ist der Preis auch dotiert, und zwar mit genau einem Fünftel der jährlichen Zinseinkünfte aus dem von Alfred Nobel hinterlassenen Vermögen. Derzeit entspricht dies einer Summe von rund einer Million Euro. Das Geld spielt aber für den Preisträger, zumindest was den Friedensnobelpreis anbelangt, im Regelfall eine untergeordnete Rolle. Viel mehr zählt das mit der Preisverleihung verbundene Prestige und das damit einhergehende politische Signal. So wurde, beispielsweise, im Jahr 1994 neben Schimon Peres und Jitzchak Rabin auch Jassir Arafat für seine Bemühungen zur Lösung des Nahostkonfliktes mit dem Preis ausgezeichnet. Arafat konnte damit sein internationales Ansehen und zugleich seine Position am Verhandlungstisch als Politiker deutlich stärken, zumal man ihn zuvor teilweise noch als Terroristen angesehen und daher als vertrauenswürdigen Verhandlungspartner vielfach abgelehnt hatte.
Was nun das politische Signal der diesjährigen Entscheidung des Komitees anbelangt, so ist der Wink an den amerikanischen Präsidenten eindeutig: "Weiter so, Mister President!" Die Welt atmet auf unter der Abschaffung des atomaren Bedrohungspotentials aus der Zeit des Kalten Krieges und ist erleichtert über eine stabile und zukunftsträchtige Friedenspolitik des "mächtigsten Mannes der Welt". Sicher steckt darin aber auch so etwas, wie eine Ermahnung, dass es auch für die Zukunft bei einer Politik des Friedens und der Entspannung bleibt.
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