Preisverleihungen - Merkmale, Ablauf und ein Überblick berühmter internationaler Auszeichnungen

Die Preisverleihung ist eine ehrende Auszeichnung, die in unterschiedlichen Bereichen veranstaltet wird, wie zum Beispiel Kultur, Sport, Wissenschaft oder Kunst. Weltweit gibt es einige berühmte Auszeichnungen, bei denen bereits zahlreiche Größen geehrt worden sind. Zu den berühmtesten Vertretern zählen der Nobelpreis, der Oscar oder die Verleihung der Grammy Awards. Lesen Sie über die Merkmale und den Ablauf einer Preisverleihung und werfen Sie einen Blick auf die berühmtesten internationalen Auszeichnungen.

Von der Nominierung bis zur Auszeichnung - was macht eine Preisverleihung aus und welche berühmten Beispiele und Kategorien gibt es?

Auszeichnungen: Definition und Merkmale

Herausragende Leistungen werden seit jeher gewürdigt.

  • Die betreffende Person
  • das Duo
  • das Team oder
  • die Gruppe

wird geehrt. Dem zu Ehrenden wird in Anbetracht seines Könnens und des damit verbundenen Erfolges die gebotene Achtung erwiesen.

Geschichte

Ehrungen, Auszeichnungen und Preisverleihungen gibt es im wahrsten Sinne des Wortes seit jeher. Zu jeder Zeitrechnung wurde von Menschen Herausragendes geleistet, was dementsprechend gewürdigt wurde.

Die gesellschaftliche Bedeutung von Ehrungen und den damit verbundenen Preisverleihungen wechselt mit den unterschiedlichen Gesellschaftsformen. Ehrungen müssen zu jeder Zeit auch in das gesellschaftliche Wertesystem hineinpassen.

Die Leistungen sowie die damit verbundene Anerkennung müssen gesellschaftlich akzeptiert sein. Je offener und facettenreicher die Gesellschaft ist, umso positiver steht sie den einzelnen Ehrungen gegenüber. Dann bleibt die eine oder andere Preisverleihung keine Anerkennung im Inner-Circle, sondern sie findet auch in der breiten Öffentlichkeit ein großes Interesse.

Mögliche Bereiche von Ehrungen

Derartige Auszeichnungen beziehen sich auf viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Die bekanntesten unter ihnen sind Ehrungen und Auszeichnungen

Es ist ein Mithelfen ohne Entgelt und wird wegen seiner gesellschaftlichen Bedeutung auch als bürgerliches Engagement bezeichnet. Viele der Ehrungen betreffen Personen und Persönlichkeiten, die in ihrem beruflichen Umfeld besonders engagiert und dementsprechend erfolgreich sind. Daraus hat sich bis heute die Situation entwickelt, dass die ideelle Ehrung mit einem Geldpreis verbunden wird.

Preisverleihungen

Eine Kombination aus beidem ist die Preisverleihung. Der Ehrungsempfänger erhält für sich persönlich eine Ehrungsurkunde, zusammen mit einem persönlichen Präsent. Ergänzend, und so wird es in der Laudatio formuliert, ist mit der Ehrung ein Geldpreis verbunden.

Namenhafte Preisverleihungen

Preisverleihungen sind immer ein festlicher und gesellschaftlicher Anlass. Das gilt für den Nobelpreis ebenso wie für den Oscar, den Golden Globe Award oder für den deutschen Medien- und Fernsehpreis "Bambi".

Alle namhaften und bekannten Preisverleihungen sind auch ein Medienereignis. Über nationale Preisverleihungen berichten nationale Medien, während die renommierten internationalen Auszeichnungen buchstäblich weltweit im Fernsehen sowie im Internet gezeigt werden.

Für die Teilnehmer, die bei solchen Preisverleihungen als persönliche Gäste eingeladen werden, ist deren Anwesenheit ebenfalls eine Ehre. Einige von ihnen kommen aus dem Umfeld des Ehrungsempfängers, andere werden vom Veranstalter nach bestimmten Kriterien eingeladen.

Zu jeder Preisverleihung gehört auch ein ausreichend großes und passendes Publikum. Es muss vom Knowhow und vom Standing her zu der Preisverleihung passen und den Wert der Auszeichnung sowohl einschätzen können als auch zu schätzen wissen. Hier sind im Einzelfall Erfahrung und Fingerspitzengefühl des Veranstalters gefragt.

Möglicher Ablauf

Die Auszeichnung bzw. Preisverleihung findet in der Regel in einem sehr festlichen Rahmen statt; bei berühmten internationalen Ehrungen werden diese auch im Fernsehen übertragen. Bevor der jeweilige Preis an dem besagten Tag vergeben wird, hat in vielen Fällen bereits eine Nominierung stattgefunden.

Dabei werden bestimmte Personen, die in einer Kategorie besondere Leistungen erbracht haben, als möglicher Kandidat vorgeschlagen. Nicht jedem steht das Nominierungsrecht zu; die Nominierungen können beispielsweise von

  • früheren Preisträgern
  • Jury- bzw. den Komiteemitgliedern
  • professionellen repräsentativen Vereinigungen

ernannt werden - es kommt immer auf die Art der Auszeichnung und das Komitee an. Grundsätzlich gibt es meist die Beschränkung auf lebende Preisträger sowie eine maximale Anzahl dieser und möglicher Kategorien.

Im Bereich der großen, bekannten Auszeichnungen wird meist eine andere prominente Person ausgewählt, die als Laudator bzw. Laudatorin eine Rede zu Ehren der Person, die den Preis bekommt, hält. Bei dieser Rede handelt es sich um die so genannte Laudatio.

Nach der Preisübergabe hält in der Regel auch der Preisträger selbst noch eine Rede, um sich für die Auszeichnung zu bedanken. Auszeichnungen können in einem regelmäßigen Rhythmus, wie etwa jedes Jahr, stattfinden oder anlässlich eines bestimmten Ereignisses organisiert werden.

Preisverleihungen haben oft einen ähnlichen Ablauf
Preisverleihungen haben oft einen ähnlichen Ablauf

Im Folgenden stellen wir einige bekannte Auszeichnungen und deren Ablauf im Überblick vor.

Der Nobelpreis

Der Nobelpreis ist eine Preisverleihung, die aus dem Stiftungsvermögen des schwedischen Industriellen Alfred Nobel finanziert wird. Der Friedensnobelpreis wird traditionell in Oslo verliehen, die anderen Nobelpreise in Stockholm.

Über Alfred Nobel

Alfred Nobel war nicht nur vermögender Industrieller, sondern auch ein Erfinder. Als Erfinder werden Persönlichkeiten bezeichnet, die durch eine schöpferische Eigenleistung in der Technik eine bis dato nicht bekannte Lösung schaffen, sie also in dem Sinne erfinden. Sie sorgen mit diesem Ergebnis für einen technischen Fortschritt, den es ansonsten nicht geben würde.

Auf den Namen des Erfinders Alfred Nobel wurden insgesamt 350 Patente angemeldet, sprich Erfindungen registriert. Eine seiner bedeutenden Erfindungen war die des Sprengstoffs Dynamit.

Vor seinem Ableben am 10. Dezember 1896 im italienischen Kurort San Remo verfügte Nobel testamentarisch, sein Vermögen in eine neu zu gründende Stiftung zu überführen. Die Zinsen daraus sollten diejenigen als Preis erhalten, die der weltweiten Menschheit im jeweils abgelaufenen Jahr den größten Nutzen gebracht haben. Damit war die Grundlage für den heutigen Nobelpreis geschaffen.

Über den Nobelpreis

Er teilt sich in die fünf gleichberechtigten Gebiete

  • Chemie
  • Frieden beziehungsweise Friedensbemühungen
  • Literatur
  • Medizin respektive Physiologie sowie
  • Physik

auf. Verliehen wird der Nobelpreis seit dem Jahre 1901 jährlich am 10. Dezember als dem Todestag von Alfred Nobel.

Bereits seit geraumer Zeit ist der Nobelpreis die weltweit anerkannteste Preisverleihung. Er beinhaltet

Fünf Gremien

Von den fünf Kategorien wird der Nobelpreis für Chemie und für Physik von der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften vergeben, der für Literatur von der Schwedischen Akademie. Über die Vergabe der Kategorie Medizin entscheidet ein Gremium des Karolinska-Institutes als einer medizinischen Universität in der Stadt Solna.

Der Friedensnobelpreis wird auf Entscheidung eines norwegischen Nobelkomitees vergeben. Das fünfköpfige Gremium wird für sechs Jahre vom Parlament gewählt.

Rechtlichen Grundlagen

In seinem Testament hat Nobel nur ansatzweise konkrete Vorgaben für die zukünftige Stiftung und die damit verbundenen Preisverleihungen gemacht. Somit blieb es der Nobelstiftung überlassen, die rechtlichen Grundlagen für die zukünftigen Preisverleihungen zu schaffen.

Die wurden im Laufe der Jahrzehnte geändert, ergänzt und bedarfsgerecht aktualisiert. Heutzutage ist das Stiftungsvermögen in

angelegt.

Nominierungsberechtigte

Der Kreis an Nominierungsberechtigten ist eng gefasst und eindeutig definiert. Er ist für jede Preiskategorie unterschiedlich und reicht von ehemaligen Nobelpreisträgern der betreffenden Kategorie über die Angehörigen des jeweiligen Nobelkomitees oder Mitglieder der Schwedischen Akademie, bis hin zu Regierungen und weltweit politischen Persönlichkeiten oder auch Würdenträgern in Bezug auf den Friedensnobelpreis.

Die Kriterien für die Ehrung stehen im Detail fest. So ist beispielsweise festgelegt, dass ein Preis für bis zu zwei Leistungen verliehen werden kann.

Wenn die zu würdigende Leistung von mehreren Personen gemeinsam erbracht wurde, dann wird der Nobelpreis auf sie verteilt. Die Höchstzahl ist auf drei Persone je Preis und Kategorie beschränkt.

Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte ist es mehrfach vorgekommen, dass eine Preisverleihung mangels geeigneter Vorschläge nicht möglich war. In einem solchen Fall wird der vorgesehene Geldpreis auf das kommende Jahr übertragen, also der zukünftigen Geldsumme hinzuaddiert. Sollte sich dann dieselbe Situation ergeben, fließen die Geldpreise zurück an das Stiftungsvermögen.

Bekanntgabe und Verleihung

Bekanntgabe und Preisverleihung sind beim Nobelpreis Zweierlei. An einem Montag in den ersten ein, zwei Oktoberwochen wird mit der Bekanntgabe der ersten Preisverleihung begonnen. Oftmals ist das der Nobelpreis für Medizin, gefolgt von den anderen Kategorien.

Die Bekanntgabe ist für die Öffentlichkeit zugänglich und mit einer ausgiebigen Pressekonferenz verbunden. Die Verleihung des Friedensnobelpreises wird traditionellerweise an einem Freitag bekanntgegeben.

Die Preisverleihung erstreckt sich über mehrere Tage, beginnend am 10. Dezember. Es ist die so genannte Nobelpreiswoche.

Das Grand Hotel Stockholm beherbergt die Nobelpreisträger mit ihrer persönlichen Begleitung. Im Anschluss an die Preisverleihung im Stockholmer Konzerthaus findet das Nobelbankett im Rathaus der schwedischen Hauptstadt statt.

Einer der berühmten Preisträger des Nobelpreises - in dem Fall des Friedennobelpreises - ging vor einigen Jahren an den damaligen US-Präsidenten...

Friedensnobelpreis für Obama

Ganz nach dem letzten Willen Alfred Nobels wird der Preis an denjenigen vergeben, der "am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt" hat.

Prestige und politische Signale

Natürlich ist der Preis auch dotiert, und zwar mit genau einem Fünftel der jährlichen Zinseinkünfte aus dem von Alfred Nobel hinterlassenen Vermögen. 2009 entsprach dies einer Summe von rund einer Million Euro.

Das Geld spielt aber für den Preisträger, zumindest was den Friedensnobelpreis anbelangt, im Regelfall eine untergeordnete Rolle. Viel mehr zählt das mit der Preisverleihung verbundene Prestige und das damit einhergehende politische Signal.

So wurde, beispielsweise, im Jahr 1994 neben Schimon Peres und Jitzchak Rabin auch Jassir Arafat für seine Bemühungen zur Lösung des Nahostkonfliktes mit dem Preis ausgezeichnet. Arafat konnte damit sein internationales Ansehen und zugleich seine Position am Verhandlungstisch als Politiker deutlich stärken, zumal man ihn zuvor teilweise noch als Terroristen angesehen und daher als vertrauenswürdigen Verhandlungspartner vielfach abgelehnt hatte.

Obamas Beitrag

Was nun das politische Signal der Entscheidung des Komitees im Jahr 2009 anbelangt, so war der Wink an den amerikanischen Präsidenten eindeutig: "Weiter so, Mister President!" Die Welt atmete auf unter der Abschaffung des atomaren Bedrohungspotentials aus der Zeit des Kalten Krieges und ist erleichtert über eine stabile und zukunftsträchtige Friedenspolitik des "mächtigsten Mannes der Welt". Sicher steckte darin aber auch so etwas, wie eine Ermahnung, dass es auch für die Zukunft bei einer Politik des Friedens und der Entspannung bleibt.

Alternativer Nobelpreis (Right Livelihood Award)

Mit dem Right Livelihood Award, kurz RLA, sollen die Bemühungen um die Gestaltung einer besseren Welt gewürdigt werden. Wenngleich die Ehrung auch als Alternativer Nobelpreis bezeichnet wird, so besteht keine direkte Verbindung zu den Preisverleihungen nach dem schwedischen Erfinder Alfred Nobel.

Carl Wolmar Jakob von Uexküll

Der schwedisch-deutsche Schriftsteller Carl Wolmar Jakob von Uexküll machte der Nobelstiftung in den 1970er Jahren den Vorschlag, die Nobelpreise um die Kategorie für ein bis zwei Preise zum globalen Thema Ökologie zu erweitern. Der Antrag wurde nicht genehmigt.

Als eine Konsequenz daraus initiierte von Uexküll eine eigene Preisverleihung. Sie fand erstmals im Jahre 1980 statt und wurde auf zwei Preisträger aufgeteilt. Der Preis war mit 50.000 $-US dotiert.

Im Anschluss an die Erbschaft einer wertvollen Briefmarkensammlung gründete von Uexküll mit dem Verkaufserlös der Sammlung die Right Livelihood Stiftung. Dazu verlegte er seinen bisherigen Wohnsitz von der karibischen Insel St. Vincent auf die Insel Isle of Man in der Irischen See. Die Stiftung wurde im Jahre 1983 in London registriert und mehrere Jahre später nach Schweden verlegt.

Unterschiede zum Nobelpreis

Die Bezeichnung "Alternativer Nobelpreis" ist irreführend und aus rechtlicher Sicht bedenklich. Es besteht keinerlei Verbindung zwischen beiden Stiftungen.

Während die Geldpreise aus dem Stiftungskapital der Nobelstiftung generiert werden, handelt es sich beim denen des RLA um Spenden. Die Geldpreise unterscheiden sich im Übrigen auch in ihrer Höhe recht deutlich voneinander.

Das Standing ist mit dem der Nobelstiftung nicht vergleichbar. Die namentliche Verbindung, die zu Nobel hergestellt wird, rührt noch immer aus dem erfolglosen Versuch der 1970er Jahre. Das schwedische Königshaus ist in die Verleihung des Right Livelihood Award nicht involviert.

Bekanntgabe und Preisverleihung

Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte hat sich der RLA unter anderem auch durch die Kriterien sowie durch seine Vergabepraxis mehr und mehr von den Geschehnissen rund um den Nobelpreis entfernt. RLA-Preisverleihungen sind an Personen, an Organisationen sowie an soziale Bewegungen, oftmals als Aktivisten bezeichnet, möglich. Vorschläge können von buchstäblich jedermann gemacht werden - ausgenommen sind Befangene wie Jurymitglieder oder Mitarbeiter der RLA-Stiftung.

Das international besetzte Vergabegremium entscheidet jeweils im September über die Preisverleihung. Die Jury setzt sich aus Vorstandsmitgliedern der RLA-Stiftung sowie aus international renommierten Persönlichkeiten zusammen, die von der Stiftung berufen werden. Zu denen gehörte unter anderem die Greenpeace-Deutschland Mitbegründerin Monika Griefahn oder die deutsche Künstlerin Ursula Schulz-Dornburg.

Durch die zeitliche Nähe von Bekanntgabe und Preisverleihung zum Nobelpreis wird der RLA-Award sowohl in Schweden als auch weltweit deutlich aufgewertet. Die offizielle Bekanntgabe geschieht Ende September/Anfang Oktober im Außenministerium, die Preisverleihung selbst wenige Tage vor der Nobelpreisverleihung im Reichstagsgebäude der schwedischen Hauptstadt.

Dass sich die die Kriterien sowie die Kategorien von Nobelpreis und Right Livelihood Award doch ähnlich sind, wird an der im Jahre 2011 verstorbenen kenianischen Preisträgerin Wangari Muta Maathai deutlich. Der Umweltaktivistin wurde im Jahre 2004 der Friedensnobelpreis verliehen.

Mit der Verleihung des RLA zwanzig Jahre vorher ist sie ein Preisträger, der von beiden Stiftungen für seine herausragenden Verdienste geehrt worden ist. Seit dem Jahre 2013 wird der Geldpreis wieder in der Landeswährung Schwedische Kronen, kurz SKR, verliehen - in den Jahren zuvor war die Eurowährung gewählt worden.

Oscar (Academy Award)

Der Oscar, ein Geldpreis der US-amerikanischen Academy of Motion Picture Arts and Sciences, kurz AMPAS, ist ein internationaler Filmpreis. Verliehen wird der Oscar seit dem Jahre 1929 - sein Vorgänger war als weltweit erster Filmpreis der US-amerikanische Photoplay Award.

Louis Burt Mayer

Initiator des Academy Award war in den 1920er Jahren Louis Burt Mayer, damaliger Präsident der Filmproduktionsgesellschaft Metro-Goldwyn-Mayer, bekannt unter der Abkürzung MGM. Anlässlich eines Galaempfangs im Januar 1927 beschlossen mehrere Dutzend Persönlichkeiten aus der US-amerikanischen Filmindustrie die Gründung einer professionell arbeitenden, jedoch ehrenamtlich geführten Organisation. Deren Zweck und Aufgabe sollte die Fortentwicklung der Filmwirtschaft mit

  • Produktion
  • Vervielfältigung
  • Verbreitung und
  • Verleihen

von Filmen sein. Wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen auch, spielte die Ehrung, also die Auszeichnung für Erfolge und Leistungen, eine ganz besondere Rolle. Die Beteiligten waren sich sehr schnell über eine jährliche Preisverleihung einig.

Das war der Academy Award. Bis zu Beginn des Zweiten Weltkrieges und noch etwa zwei Jahrzehnte danach wurden sowohl Academy Award als auch Photoplay Award, das letzte Mal im Jahre 1968, verliehen.

Der Photoplay Award war im Jahre 1911 von der US-amerikanischen Filmzeitschrift Photoplay begründet worden. Die Award-Gewinner wurden durch Leser- und Meinungsumfragen ermittelt.

Die erste Verleihung des Academy Award war am 16. Mai 1929, wenige Tage nach der offiziellen Gründung der AMPAS. Seitdem verlor der Photoplay Award zunehmend an Reputation.

Der Academy Award ist die seit Ende der 1960er Jahr auch einzige weltweite Preisverleihung dieser Art. Der Weg vom Academy Award hin zum Oscar dauerte einige Jahre.

Der Award

Der Award, also der Oscar, ist knapp 35 Zentimeter hoch. Die Statuette zeigt einen auf einer Filmrolle stehenden goldenen Ritter als Schwertträger.

Das Material der etwa vier Kilogramm schweren Figur ist so genanntes Britanniametall, eine Legierung aus Kupfer, Nickel und Silber. Die Statuette ist komplett mit 24-karätigem Gold überzogen. Entworfen wurde sie vom US-amerikanischen Grafiker Cedric Gibbons - er war zu der Zeit für MGM tätig.

Damalige Persönlichkeiten wie die US-amerikanische Schauspielerin Bette Davis oder der US-amerikanische Filmproduzent Walt Disney sahen eine gewisse Ähnlichkeit zwischen der Statuette und engen Verwandten wie Ehemann oder Onkel. Deren Namen waren jeweils Oscar. Bei der Namenssuche für den Academy Award wurde nach Überlieferungen unter anderem der Name Oscar genannt.

Ohne dass das jemals offiziell bestätigt wurde, wird der Academy Award ab der 1932er Verleihung ausschließlich als Oscar bezeichnet. Seit dem Jahre 1979 ist der Preisverleihungsname Oscar rechtlich geschützt.

Bekanntgabe und Preisverleihung

Wenngleich der Oscar seit Jahren medial ein weltweites Ereignis ist, so kommen doch vorwiegend US-amerikanische Filmproduktionen und Darsteller in die engere Auswahl. Die Preisverleihung gilt für das jeweils vorangegangene Jahr in mehr als zwei Dutzend unterschiedlichen Kategorien.

Der Mehrfachgewinn eines Oscars in demselben Jahr, also in mehreren Kategorien, ist möglich. Zu den herausragenden Auszeichnungen mit dem Oscar gehören die

  • für den besten Film
  • für die beste Regie
  • für die besten weiblichen sowie männlichen Haupt- und Nebendarsteller oder
  • für die beste Kamera.

Die Oscars

  • für den besten Kurzfilm
  • für den besten Song und
  • für die beste Filmmusik

haben ihren ganz eigenen Stellenwert.

Bekannte Preisträger

Zu den mit mehreren Oscars ausgezeichneten Filmen gehören so bekannte wie

  • Titanic
  • Ben Hur oder
  • Vom Winde verweht.

Der deutsch-österreichische Schauspieler Christoph Waltz ist ein zweifacher Oscar-Preisträger in der Kategorie bester Nebendarsteller. Der deutsche Film- und Theaterschauspieler Ulrich Mühe wurde im Jahre 2007 für seine Hauptrolle in dem Kinofilm "Das Leben der Anderen" geehrt. Der Film selbst wurde mit dem Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film ausgezeichnet.

Golden Globe Awards

In den USA beginnt seit Mitte der 1940er Jahre jedes neue Jahr mit der Preisverleihung der Golden Globe Awards, des Goldenen Globus. Es ist eine Auszeichnung, die in verschiedenen Kategorien für Fernsehsendungen sowie für Kinofilme vergeben wird.

Hollywood Foreign Press Association (HFPA)

Das englische Wort "globe" heißt zu Deutsch "Erdball", "Erdkugel", "Kugel" oder "Globus". Initiator dieser Preisverleihung ist die HFPA, die Hollywood Foreign Press Association. Sie ist ein Zusammenschluss von internationalen Filmjournalisten, die überwiegend, aber nicht ausschließlich in Hollywood ansässig sind. Sie arbeiten weltweit, das heißt über die USA hinaus.

Gegründet wurde die HFPA im Jahre 1943, also auf dem Höhepunkt des Zweiten Weltkrieges, und ein Jahr später folgte die erste Preisverleihung der Golden Globe Awards.

Die Hollywood Foreign Press Association ist eine gemeinnützige Organisation nach US-amerikanischem Recht. Eine Zugehörigkeit zu den etwa sieben bis acht Dutzend Mitgliedern ist unter Journalisten so interessant wie begehrt.

Die Aufnahmekriterien sind nicht für jedermann einsehbar und gelten deswegen als wenig transparent. Wer der HFPA angehört, der hat auch eine Chance, über die Golden Globe Awards mit abzustimmen.

Die Mitgliedschaft von Freelancern, also von freischaffenden und freien Journalisten, zeigt, dass dem HFPA-Präsidium weniger an formeller Etikette als an Personen und Persönlichkeiten gelegen ist. Die Nominierungs- und Wahlkriterien werden nicht öffentlich gemacht - bekanntgegeben werden ausschließlich die Preisträger in der einzelnen Kategorie.

Der Award

Auf seinem Gebiet ist der Golden Globe Award mit dem Oscar in etwa gleichzusetzen. In den ersten Jahren, das heißt in der weitgehend fernsehlosen Zeit, bezog sich der Golden Globe Award auf die Kategorien der Kinofilme.

Die Historie der Golden Globe Abwards ist von Beginn an recht abwechslungsreich. Bereits wenige Jahre nach der ersten Preisverleihung bei 20th Century Fox, der Twentieth Century-Fox Film Corporation als einem der größten US-amerikanischen Filmstudios, ergab sich aus der Konkurrenz zwischen 20th Century Fox und MGM in Bezug auf die Preisverleihungen eine so attraktive wie sinnvolle Ergänzung.

Das zeigte sich besonders seit den 1960er Jahren, als das US-amerikanische Fernsehen in die Preisverleihung einbezogen wurde. Hier grenzen sich beide Ehrungen deutlich voneinander ab. Heutzutage sind die Golden Globe Awards der jährliche Auftakt für Preisverleihungen, Einladungen und Empfänge.

Preisverleihung

Ab Mitte bis Ende der 1950er Jahre wurden in die Preisverleihung auch Fernsehsendungen einbezogen. Angesprochen wird damit die US-amerikanische Unterhaltungsindustrie.

Der Rahmen für die Preisverleihung ist ein Galadinner für geladene Gäste. Zu denen gehören Akteure, Produzenten und Persönlichkeiten aus Hollywood, aus Kalifornien sowie aus der gesamten Filmbranche. Mit Blick auf das kurz darauf beginnende Voting für die Oscars ist die Preisverleihung der Golden Globe Awards für viele auch eine Gelegenheit zum Sehen und Gesehenwerden.

Kategorien

In den beiden Bereichen Kino und Fernsehen werden zusammen rund zwei Dutzend Golden Globe Awards vergeben. Die jeweils besten Produktionen in Film und Fernsehen teilen sich in Drama und Musical beziehungsweise Komödie auf.

Einige weitere Awards werden, vergleichbar mit den Oscars, für die besten weiblichen und männlichen Haupt- sowie Nebendarsteller vergeben. Bei den Fernsehproduktionen werden Serien, Miniserien und Filme ausgezeichnet, und in der Kategorie Film auch die beste Filmmusik oder der beste Song. Abgerundet wird der Golden Globe Award mit einer Preisverleihung für den besten fremdsprachigen sowie für den besten Animationsfilm.

Grammy Awards

Musikpreise werden für Komposition sowie Musikausführung vergeben. Die Grammy Awards, als Grammy bezeichnet und bekannt, werden jährlich in knapp sieben Dutzend Kategorien verliehen. Die 56. Grammy Preisverleihung findet am Sonntag, dem 26. Januar 2014 im Staples Center in Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien statt.

National Academy of Recording Arts and Sciences Inc. (NARAS)

Die NARAS, die National Academy of Recording Arts and Sciences Inc., ist ein privatrechtlicher Verband der US-amerikanischen Musikindustrie. Gegründet wurde er im Jahre 1957 mit Verbandssitz in der Stadt Santa Monica im US-Bundesstaat Kalifornien. Mit ihrer erstmaligen Preisverleihung der Grammy Awards im Jahre 1959 ist die NARAS auch außerhalb der USA bekannt geworden.

Geehrt werden sowohl Künstler als auch Produktionsleiter oder Tontechniker. Für sie ist der Grammy Award eine der wenigen renommierten, gleichzeitig aber auch die höchste internationale Auszeichnung. Wer als Newcomer einen Grammy verliehen bekommen hat, der ist ab sofort buchstäblich weltbekannt. Obwohl es die NARAS als ihre satzungsmäßige Aufgabe ansieht, sich in erster Linie um das Wohlergehen der Mitarbeiter in der Musikindustrie zu kümmern, hat sie ihren heutigen Bekanntheitsgrad fast ausschließlich den Grammy Awards zu verdanken.

Der Award

"Grammy" wird von "Grammophon" abgeleitet. Der so genannte Sachpreis ist die Skulptur eines Grammophons im goldigen Design. Bewertet werden künstlerische Veröffentlichungen aus dem rückliegenden Zeitraum Oktober des vorletzten bis September des letzten Jahres vor der Preisverleihung.

Bekanntgabe und Preisverleihung

Aus jeweils fünf Nominierungen in jeder Kategorie wird der Grammy-Gewinner ausgewählt. Zeitlich können von der ersten Veröffentlichung des Musikwerkes bis zur Preisverleihung durchaus fünfzehn Monate vergehen.

In Anbetracht der Vielzahl an Kategorien werden im Rahmen der offiziellen Preisverleihung nur einige Hauptkategorien überreicht. Die Bekanntgabe der etwa sechs Dutzend anderen Grammys geschieht in den Nachmittagsstunden desselben Tages, also einige Stunden vor Beginn der Gala selbst.

Das Spannende am Grammy ist für alle, dass die Gewinner erst im Rahmen der Preisverleihung bekanntgegeben werden. Das ist einer der Gründe dafür, dass, auch in Anbetracht der zahlreichen Kategorien und der damit verbundenen Nominierungen, nicht mit der Anwesenheit aller Grammy-Gewinner gerechnet werden kann.

Neue Kategorien

Kaum etwas innerhalb der Gesellschaft ist so schnell und facettenreich wie die Musik. Das lässt sich an den zahlreichen sowie unterschiedlichen Kategorien der Grammys ablesen, die laufend aktualisiert und ergänzt werden.

Ein Beispiel dafür ist der im Jahre 2000 neu eingeführte Latin Grammy Award, der Latin Grammy. Er ist ein eigener Award für die lateinamerikanische Musik und wird an

vergeben.

Bekannte Preisträger

Für den Grammy sind Mehrfachnominierungen und Auszeichnungen möglich. Michael Jackson ist bei einem Dutzend Nominierungen mit insgesamt acht Grammys ausgezeichnet worden. Die britische Sängerin Adele wurde für den 2012er Grammy sechs Mal nominiert und gewann alle Nominierungen.

Der deutsche Filmkomponist Hans Zimmer war bei der 1994er Preisverleihung zweifacher Grammy-Gewinner mit der Musik für den Zeichentrickfilm "Der König der Löwen". Zwei Jahre später war er bei der Preisverleihung in der Kategorie beste instrumentale Komposition für den US-amerikanischen Spielfilm "Crimson Tide - In tiefster Gefahr" erneut erfolgreich.

Die Preisverleihung ist in Los Angeles und im US-Bundesstaat ein gesellschaftliches Ereignis, das jedes Mal für Aufsehen sorgt. Die Übertragung der Nachmittagssession im Internet sowie die mehrstündige abendliche Fernsehshow bieten den weltweiten Zuschauern die Gelegenheit, eine lange Partynacht mit Livemusik der aktuellen Grammy-Preisträger zu feiern.

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  • Welcome to Hollywood © S Hagebusch - www.fotolia.de
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