Modenschauen - Merkmale, Ablauf und wichtige Fashion Weeks

Wer die aktuellen - und zukünftigen - Modetrends mitbekommen möchte, findet mit einer Modenschau die bestmögliche Adresse. Hier werden Models über den Laufsteg geschickt; diese präsentieren die neuen Kollektionen, je nach Veranstaltung handelt es sich dabei um die Werke namhafter Designer. Doch auch im kleineren Rahmen finden regelmäßig Modenschauen statt. Informieren Sie sich über die Merkmale und den Ablauf einer Modenschau und werfen Sie einen Blick auf die bedeutendsten Fashion Weeks der Welt.

Als "The Big Four" gelten die bedeutendsten Fashion Weeks der Welt

Modenschauen - Merkmale und Ablauf

Unter einer Modenschau versteht man eine Veranstaltung, bei der Kleidermode präsentiert wird. Diese Präsentation erfolgt durch Models, die die Entwürfe tragen und auf dem Laufsteg, dem Catwalk vorführen.

Modenschauen sind weit verbreitet. Während kleinere Marken oftmals vom Designer selbst organisiert werden, gibt es weltweit zudem riesige Events, in denen namhafte Modeschöpfer als auch Models auftreten.

Ein definiertes Rahmenprogramm gibt es nicht. Die Präsentation steht natürlich im Vordergrund; je nach Größe der Veranstaltung können noch weitere Programmpunkte bestehen.

Die Modenschau ansich dauert in der Regel etwa eine Viertelstunde. Größere Modevents starten dabei mit einem Eröffnungsmodell. Nacheinander folgen die anderen Models; entweder trägt jedes von ihnen nur ein einziges Outfit, oder es wird sich zwischen den Läufen umgezogen.

Im Hintergrund einer solchen Veranstaltung sind zu diesem Zweck eine Menge Mithelfer notwendig, die beim Umziehen, Schminken und Stylen helfen. Was die Laufstile angeht, so gibt es Unterschiede: möglich ist

  • natürlich/klassisch (Prêt-à-porter)
  • sexy/dramatisch (Haute Couture) sowie
  • sportlich.

Die Models sind je nach Mode weiblich oder männlich; auch Kinder können bei solchen Veranstaltungen auftreten. Links und rechts vom Laufsteg sitzt das Publikum; die ersten Reihen sind für die "VIP"-Gäste reserviert, zu denen zum Beispiel Prominente und wichtige Kritiker zählen.

Bei einer Haute-Couture-Modenschau wird aufwendige Mode präsentiert; es handelt sich um handgefertigte Einzelstücke, welche man dem Models anpasst. Hier zählt die Trendvorgabe - die Modenschau ist enorm wichtig für das Image des Designers.

Die Kleidung der Prêt-à-porter Modenschau ist hingegen in der Regel in Standardgrößen verfügbar; auf den Markt kommt sie mitunter auch in großer Anzahl. Auf diese Weise wird sie auch von der Stange angeboten.

Zu den besonderen Modenschauen zählt die Plus-Size Modenschau. Bei dieser treten Models mit Konfektionsgrößen zwischen 38 und 56 auf.

Der passende Laufstil ist bei einer Modenschau sehr wichtig
Der passende Laufstil ist bei einer Modenschau sehr wichtig

Modewochen

Große Modeshows finden regelmäßig, meist zwei mal pro Jahr statt. Die bedeutenden Modefirmen veranstalten deren Schauen an festgelegten Zeitpunkten, um die Kleidung für die kommende Saison zu präsentieren.

Unter den zahlreichen regelmäßig veranstalteten Modenschauen erfreuen sich einige besonderer Bekanntheit...

"The Big Four" - Die bedeutendsten Fashion Weeks der Welt

Zweimal im Jahr herrscht Ausnahmezustand in Paris, Mailand, New York und London: Designer, Labels, Einkäufer, Fotografen, Models, Kritiker, Redakteure, Blogger und andere Modeverrückte fallen wie Heuschrecken in die Stadt ein. Man erkennt sie an ihren verrückten Looks - oder an ihrer schwarzen Uniform.

Mehrere Monate vor der "Saison" findet sich die Modeszene zusammen, um einen Blick auf die Kollektionen der Zukunft zu werfen. So etwa präsentieren die Designer ihre Herbst-/Winterkollektionen von Januar bis April, während die Fashion Week für die Frühjahrs-/Sommerkollektion irgendwann zwischen September und November stattfindet.

Einkäufer ordern hier ihr Sortiment, die Modepresse wie etwa die traditionsreiche "Vogue" oder die nicht minder renommierte "Elle" gibt ihrer Leserschaft einen ersten Einblick in "what's hot and what's not", Blogger kommentieren die zukünftigen It-Pieces von stilsicher bis satirisch. Doch allem voran geht es bei diesem "Modezirkus" natürlich darum, zu sehen und gesehen zu werden. Die FROWERS - kurz für: First Rowers, also jene Glücklichen, die in der ersten Reihe der Schauen sitzen dürfen - ziehen mindestens genau so viel Aufmerksamkeit auf sich wie die Kollektionen auf dem Runway.

Schauplätze der "Big Four"

  • Den Auftakt im jährlichen Reigen der Fashion Weeks macht New York Ende Januar, Anfang Februar. Hier sind die meisten Stars und Sternchen, Schauspieler, Models, It-Girls und andere Prominente, anzutreffen.

  • Danach zieht die internationale Modenation zur London Fashion Week, wo man sich traditionell avantgardistisch gibt.

  • Bei der darauf folgenden Fashion Week in Mailand geht es stilvoll und exklusiv zu. Kein Wunder, sind hier doch in erster Linie die italienischen Edelmarken von Gucci bis Armani, von Prada bis Versace, vertreten.

  • Den Höhepunkt im Terminplan der Fashion Weeks aber bildet Paris - und das durchaus zu Recht, hat die französische Metropole doch Maßstäbe in Sachen Mode gesetzt, die ihr den Ruf als Zentrum der modernen Mode des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts eingebracht haben. Vor allem die in Paris gefertigte, international be- und anerkannte Haute Couture sorgt dafür, dass die Stadt ihrem Renommee auch im einundzwanzigsten Jahrhundert gerecht wird.

    Für die Paris Fashion Week bedeutet dies, dass sich die einzelnen Labels und Designer allein durch die Inszenierung ihrer Shows gegenseitig zu überbieten versuchen - von ihren Entwürfen ganz zu schweigen, und zwar nicht nur, was die Haute Couture anbelangt, sondern durchaus auch bei den Prêt-à-Porter-Kollektionen.

Deutschland gewinnt an Bedeutung

Neben den "Big Four" New York, London, Mailand und Paris spielt aber auch zunehmend die Berlin Fashion Week eine Rolle im internationalen Modebusiness. Als man anfing, die bis dahin in Deutschland in Düsseldorf und Köln ansässigen Modemessen wie die Bread & Butter peu à peu nach Berlin zu holen bzw. eigens für Berlin Messen wie Premium kreierte, wurde die Hauptstadt oftmals noch als "Fashion-Bonsai" belächelt.

Nach einem eher ungünstigen Start am Bebelplatz ist die Berlin Fashion Week mittlerweile am Brandenburger Tor angekommen - und mit ihr auch ein steigendes Renommee. Allerdings blickt Berlin auch auf eine eigene Geschichte als Modemessestadt zurück. So beruft sich die traditionelle Berliner Messe "Durchreise", die zuerst im Jahr 1950 stattfand, ausdrücklich auf die Fortführung der Tradition durchreisender Tuchhändler im neunzehnten Jahrhundert.

Mehr als für Tradition steht Berlin allerdings für Urbanität, Innovation und Kreativität, weshalb die Berlin Fashion Week zunächst auch als Independent Messe galt. Mittlerweile holt sie kräftig auf und wird in nächster Zeit den "Big Four" wenn auch nicht den Rang ablaufen, so aber zumindest mit ihnen gleichziehen.

Die berühmtesten Modenschauen der Welt
Die berühmtesten Modenschauen der Welt

Im Folgenden gehen wir etwas genauer auf die erwähnten Fashion Weeks ein...

New York Fashion Week

Die New York Fashion Week hieß ursprünglich "Press Week", denn sie hatte den Zweck, die neuesten Kollektionen der Modedesigner der Presse vorzustellen, die ihrerseits wiederum bei ihren Lesern für Verbreitung sorgte. Die erste New York Fashion Week, als weltweit erste organisierte Fashion Week überhaupt, wurde erstmals im Jahr 1943 abgehalten. Zu einer Zeit, wo Modefachleute aufgrund des Zweiten Weltkrieges nicht nach Paris reisen konnten, bestand ihr ursprüngliches Ansinnen darin, auf die französische Mode aufmerksam zu machen.

Geschichte und Modemarken

Organisiert wurde die erste Fashion Week in New York von der Modepublizistin Eleanor Lambert, die es sich auch zum Ziel gesetzt hatte, neben der Pariser Mode amerikanische Designer zu zeigen, deren Innovationsgeist zu erlahmen drohte. Ausschließlich die Presse war zur ersten Fashion Week in New York zugelassen - Einkäufer mussten nach wie vor die Showrooms der Designer aufsuchen, um etwas aus ihren Kollektionen zu ordern.

Die Rechnung ging auf - in der "Vogue", die sonst gänzlich auf französisches Design setzte, wurden zunehmend auch amerikanische Modeschöpfer gezeigt. Der Kreis der Zuschauer - darunter Vertreter der

  • Modeindustrie
  • Modepresse
  • handverlesenen Prominenten und
  • Modeblogger

- ist heute zwar größer, erfolgt aber streng auf Einladung. Im Jahr 2009 kam es zu einem Wendepunkt, als viele Designer vorzogen, ihre Kollektionen nicht im gigantischen Modezelt im Bryant Park zu zeigen, sondern aus wirtschaftlichen Überlegungen kleinere Schauplätze wählten.

Andererseits machten es neue Technologien zu dieser Zeit möglich, dass Designer ihre Kollektionen über das Internet verbreiten und sich so ein neues Publikum erschließen können. Der ursprüngliche Zweck der Fashion Week wurde damit obsolet, vor allem, da sich manche Designer auch noch zu dem Schritt entschlossen, ihre Mode künftig ausschließlich online zu vertreiben.

Aber auch sonst macht der technologische Fortschritt vor der Modeszene nicht halt. So beispielsweise hat die amerikanische Linie "Polo Ralph Lauren Rugby" eine App für das iPhone entwickelt. Im selben Jahr wurde Mercedes Benz zum Hauptsponsor der New York Fashion Week, weshalb sie fortan den offiziellen Titel "Mercedes-Benz Fashion Week" trägt.

Der Vertrieb über das Internet eröffnet den Designern eine Möglichkeit, in der Rezession zu überleben. Viele haben sich aus wirtschaftlichen Erwägungen entschlossen, der New York Fashion Week völlig den Rücken zu kehren, denn um eine qualitativ hochwertige Laufstegshow zu präsentieren, mussten sie zuletzt mit Kosten von bis zu 750.000 US-Dollar rechnen.

Kein Wunder, dass die Designer der New York Fashion Week, darunter Labels wie Betsey Johnson, Vera Wang, Nicholas K, Mara Hoffman oder Sergio Davila, versuchten Kosten zu sparen, wo nur irgend möglich. So etwa zeigten sie ihre verschiedenen Sub-Linien in einer Show. Zu einem großen Trend entwickelte sich 2009 auch die so genannte rezessionsfreundliche Mode - Stücke, die mehr als eine Saison lang en vogue bleiben, oder die umkrempelbaren Blazer von Karen Walker, mit denen der Kunde gewissermaßen zwei Kleidungsstücke zum Preis von einem erhält.

Location und Termine

Im September 2010 zog die Mercedes-Benz Fashion Week vom Bryant Park ins Lincoln Center for the Performing Arts in den Damrosch Park um. Zudem ging man eine Kooperation mit der Softwareneuentwicklung "Fashion GPS" ein, um den Gästen einen schnelleren Check-in und eine komfortablere Platzierung zu ermöglichen.

Bis Sommer 2015 fand die New York Fashion Week zweimal pro Jahr statt - einmal im Februar und einmal im September. 2016 kam es zur ersten Men's, um auch Herrenmode zu präsentieren. Seitdem findet das Event viermal jährlich statt: die Damen-Fashionweek im Februar und im September, die Herren-Fashionweek im Januar/Februar und im Juli.

Paris Fashionweek

In Paris wird vor allem elegante Damenoberbekleidung gezeigt - von den großen Prêt-à-Porter-Schauen bis hin zur Haute Couture für einen kleinen, exklusiven Kundenkreis. Kein Wunder, dass die Pariser Fashion Week nicht nur den Abschluss der "Big Four" bildet, sondern auch als Höhepunkt im Kalender der Fashion Weeks gilt.

Modemarken und Karrierechancen

Zu bewundern gibt es natürlich die neuesten Kreationen französischer Traditions-Couturiers wie Chanel, Dior, Yves Saint Laurent, Givenchy oder Louis Vuitton, aber auch neue, auf den anderen Fashion Weeks gezeigte Trends manifestieren sich erst in Paris. Zudem möchte wohl jedes Model einmal hier über die Laufstege schweben, denn hier kann ein Nachwuchsmodel über Nacht zum gefeierten Superstar werden, der sich vor lukrativen Werbeverträgen nicht retten kann.

Dasselbe gilt auch für die Designer: Newcomer schaffen hier den Sprung aus der Indie-Szene zum international renommierten Trendsetter. All dies, gepaart mit dem Nimbus der französischen Hauptstadt als Mode-Mekka, machen die Fashion Week in Paris nicht nur zu irgendeiner beliebigen Modemesse, sondern zu der gefragtesten. Mag New York auch die höchste Dichte an Stars aufweisen - nach Paris kommen die wichtigsten.

Termine und Merkmale

Kann man Ende Februar bzw. Anfang März einen Blick auf die Herbst-/Winter-Kollektion erhaschen, ist Ende September bzw. Anfang Oktober eine Vorschau auf die Frühjahrs-/Sommer-Kollektion zu bewundern. Anhand dieser Daten, die von der Fédération française de la couture festgelegt werden, lässt sich erkennen, dass die Fashion Week in Paris länger als eine Woche dauert, weshalb viele auch von den Pariser Modewochen, den Pariser Modenschauen oder schlicht den Pariser Schauen sprechen.

In ihrer jetzigen Form existiert die Pariser Fashion Week seit 1973. Aktuell findet sie im Carrousel du Louvre statt - und natürlich diversen kleineren Veranstaltungsorten in der ganzen Stadt.

Viel passiert aber auch abseits der Defilees genannten großen Laufsteg-Shows, Insbesondere Blogger, aber auch renommierte Printmagazine, machen sich auf die Jagd nach so genannten "Street Style"-Bildern, also Fotos von Besucherinnen der Fashion Weeks. Diese überraschen oftmals mit besonders ausgefallenen Accessoires oder wagemutigen Kombinationen.

Da es im Februar um die Mode der kommenden Herbs-/Winter-Saison ging, sind hier beispielsweise originelle Mäntel ein großes Thema. Natürlich versuchen in diesem Zusammenhang auch Paparazzi, die Models in ihren Privat-Outfits abzulichten.

Und wo man früher in Paris stolz darauf war, high class und damit anti-kommerziell zu sein, beugt man sich mittlerweile den Bedürfnissen des Publikums. Um in wirtschaftlich schweren Zeiten zu bestehen, hat die Fashion Week in Paris ihre Preise gesenkt, denn kaum noch jemand ist in der Lage oder willens, dreitausend Euro für ein Kleid auszugeben.

Schließlich sind für die "Generation 1000 Euro" fünfhundert Euro auch noch sehr viel Geld. Und um diese Generation geht es, denn die neue Preispolitik von etablierten Pariser Labels wie beispielsweise Kenzo soll eine jüngere - und nicht zuletzt zahlenmäßig größere - Käuferschaft erschließen, die sich bislang eher mit Highstreet-Marken eindeckte als mit Haute Couture.

Mittels eines neuen Typus des "Manager-Designers" hat sich Paris aufgemacht, den bisherigen Widerspruch von Kommerz und Kreativität aufzulösen und Designermode ein Stückchen mehr in den Alltag zu integrieren. Dies war bislang die Domäne amerikanischer Designer wie etwa Calvin Klein. Man darf gespannt sein, wohin sich die bislang so elitären Pariser Modewochen entwickeln.

Haute Couture - Ein Rückblick auf die Pariser Modenschauen 2009

Die Welt steckt in einer Finanzkrise. Klar, dass auch die Modeindustrie darunter leidet.

Und so reduzierten sich die Pariser Haute Couture-Schauen von 26 Schauen in vier Tagen letztes Jahr, zu 21 Präsentationen in drei Tagen dieses Jahr. Viele der großen Modehäuser verzichteten auf aufwändige Shows und zeigten ihre Kollektionen nur noch online. Doch Krisenstimmung kam bei den weißen Roben, Träumen aus Tüll und Federkleidern nicht auf.

Die Chanel Show war ein einziger Traum in weiß. Chefdesigner Karl Lagerfeld setzte auf einen Neuanfang und ließ seine Models in weiße Roben drapiert durch eine Kulisse aus über 4000 Metern Papier schreiten - über drei Monate und ein Team aus 40 Mitarbeitern waren nötig, um das weiße Paradies einer jeden Braut aus Papierblumen zu schaffen.

Die Silhouette blieb schlicht - Lagerfeld hielt sich an klare A-Linien. Ganz im Chanel Stil endeten die Röcke kurz über dem Knie und die kurzen Jäckchen bestachen mit eckigen Schultern und abstehenden Krägen. Hightlight waren die phantastischen Hut-Kreationen des japanischen Haar-Stylisten Katsuya Kamo, die die Models wie Eisprinzessinnen aus einer Märchenwelt erschienen ließ.

Nach nur zwei Saisons als Valentino Garavanis Nachfolgerin, machte Alessandra Facchinetti Platz für Maria Grazia Chiuri und Pier Paolo Piccioli, die dem Namen Valentino alle Ehre machten:

  • Stehkrägen mit 60er-Jahre-Flair
  • Plissee
  • Blumenapplikationen und natürlich
  • rote Kleider, das Markenzeichen des berühmten italienischen Modehauses

waren in der Kollektion zu sehen. Raffinierte Drapierungen, eleganten schlichte Schnitte und mit Perlen und Kristallen besetzte Stücke zeigten die perfekte Symbiose aus simpler Eleganz und raffinierten Details.

Doch wenn der Vorhang gefallen ist, kehrt auch die Realität zurück und mit ihr die Finanzkrise. Leisten kann sich solch eine Haute Couture Robe wirklich nur ein Hollywoodstar und selbst die leihen sich die Träume aus Stoff in diesen Zeiten nur aus. Kein Wunder, die ultraluxuriösen Couture-Kleidern von Lagerfeld, Armani, Versace und Co kosten locker mal 40.000 Dollar.

London Fashion Week

London hat zwei Gesichter, was die Mode angeht. Zum einen ist es Heimat der Savile Row, die vor allem für ihre klassischen Herrenausstatter bekannt ist, die für ihre Kunden die Kleidung noch auf traditionelle Art maßschneidern und selbst das Königshaus beliefern. Andererseits atmet London den Geist von Rock, Pop und Punk und hat, wie beispielsweise die Kreationen der Modeschöpferin Vivienne Westwood bezeugen, auch eine wilde Seite, die ihresgleichen sucht.

Gründe genug also, dass die zweimal jährlich stattfindende London Fashion Week zu einem der hochkarätigsten Fashion Events der Welt gehört. Die London Fashion Week wird organisiert vom British Fashion Council (BFC) - und das schon seit 1984. Ihren Geldgebern präsentiert sich die London Fashion Week als Verkaufsmesse, die zudem mit signifikanter Presseaufmerksamkeit rechnen kann.

Zu ihren Sponsoren zählen der Automobilkonzern Mercedes-Benz sowie die große, weltweit vertretene Friseursalonkette Toni & Guy. Für gewöhnlich wird die London Fashion Week von etwa fünftausend Besuchern, also Einkäufern und Pressevertretern, besichtigt, und kann Bestellungen im Wert von vierzig bis einhundert Millionen britische Pfund aufweisen.

Vodafone London Fashion Weekend

Für die Öffentlichkeit dagegen steht das sich der London Fashion Week unmittelbar anschließende Wochenende, London Fashion Weekend (bzw. dank des Sponsors Vodafone London Fashion Weekend) genannt, offen. Das am selben Schauplatz wie die London Fashion Week stattfindende London Fashion Weekend fokussiert deshalb vorwiegend auf den Einzelhandel. Dieser Schauplatz ist kein Geringerer als das Somerset House im Zentrum Londons - ein großes, neoklassizistisches Gebäude an der Südseite der Straße "The Strand" in der City of Westminster mit Ausblick auf die Themse.

Ursprünglich diente das 1776 errichtete Gebäude als Palast der Tudors. Seit dem Jahre 2000 steht das vollständig sanierte Somerset House der Öffentlichkeit für kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Ausstellungen und eben die London Fashion Week zur Verfügung.

Die London Fashion Week findet hier seit 2009 statt, und das nicht von ungefähr: Der Ort dient nämlich auch der Designerin Corrie Nielsen, die dort ihr Aterlier unterhält, als ständige Arbeitsstätte und hat damit automatisch einen Bezug zur Modeszene. Im geräumigen Hof der Somerset House wird zur Fashion Week ein großes Zelt aufgebaut, wo die Defilees der Top-Designer und großen Modehäuser auf dem Laufsteg stattfinden.

"On-" und "off-schedules"

Im Somerset House selbst gibt es eine Messe, die im kleineren Rahmen als bei den Shows die Mode von mehr als einhundertfünfzig Designern präsentiert. Die im Somerset House stattfindenden Veranstaltungen bezeichnen Insider als "on-schedule" Events. Daneben finden über die ganze Stadt verteilte weitere Veranstaltungen statt, die demgemäß als "off-schedule" bezeichnet werden.

Zu den bekanntesten "Off-Shows" gehört der Vauxhall Fashion Scout, der seit 2013 unter dem Titel "Fashion Scout (London/Paris)" neu aufgelegt wurde. Hier geht es vor allem darum, die besten und innovativsten Nachwuchsdesigner zu fördern.

Ein weiterer Off-Schedule Event der London Fashion Week ist die "On/Off", eine unabhängige, globale Modenschau, die 2003 ins Leben gerufen wurde, um die Lücke zwischen den On-Schedule und den Off-Schedule-Designern zu schließen. Die On/Off bietet jungen Designern ihre meist erste internationale Plattform und damit die Gelegenheit, ihre Mode professionell zu promoten.

Hier haben schon - mittlerweile renommierte - Modeschöpfer wie Peter Pilottp, Louise Gray, Aminaka Wilmont oder Yang Du ihre Entwürfe präsentiert. Auf der On-Schedule-Seite im Somerset House dagegen präsentieren Traditionsunternehmen und High-Class-Designer wie Burberry Prorsum, Paul Smith oder Vivienne Westwood ihre Entwürfe, außerdem die besten der aufstrebenden Talente, die aus dem von Topshop gesponserten NEWGEN-Programm des British Fashion Council hervorgegangen sind und deren Entwürfe sich als Hoffnungsträger in Bezug auf den nächsten britischen Fashion Shooting Star eignen.

Mailänder Modewoche

Die Mailänder Modewochen begnügen sich nicht mit einer zweimal jährlich stattfindenden Show - gleich vier Termine pro Jahr sind für sie reserviert. Damit gilt sie Insidern zufolge als zweitwichtigste unter den Fashion Weeks. Auch was die Damenmode anbelangt, steht die "Settimana della moda di Milano" gleich nach Paris auf Platz zwei in der internationalen Aufmerksamkeit.

Termine und Merkmale

Was Paris für die Damenmode ist, das macht Mailand in Sachen Herrenkollektion wieder wett, denn Mailand gilt als besonderer Hotspot für aktuelle, erlesene Herrenoberbekleidung. Anders ausgedrückt: Was man(n) hier zeigt, wird im nächsten Jahr weltweit getragen.

So eröffnet der Terminkalender der Mailänder Modewochen im Januar dann auch konsequent in Sachen Herrenmode mit der "Milano Moda Uomo". Diese findet auch im Juni noch einmal statt. Im Februar und September wiederum steht je eine Woche ganz im Zeichen der Damenmode - nämlich im Rahmen der "Milano Moda Donna".

Während man im Januar und Februar auf der Milan Fashion Week einen Blick auf die kommende Herbst-/Winterkollektion erhaschen kann, werden im Juni und September die Entwürfe für Frühjahr und Sommer des Folgejahres gezeigt. Als Organisator steht der italienische Modeverband Camera nazionale della moda italiana (CNMI) hinter den Mailänder Modewochen.

Geschichte und Modemarken

Die Mailänder Modewochen sind ein Kind der Nachkriegszeit, als sich die Lage in Europa soweit stabilisiert hatte, dass die Menschen wieder Geld für Luxusgüter wie Mode oder Schmuck ausgeben konnten - und wollten.

Die Mode der Fünfzigerjahre trotzte dem Kriegsgrau und denn erlebten Entbehrungen mit einer betont zur Schau gestellten Weiblichkeit, wie sie schon 1947 erstmals mit Christian Diors so genanntem "New Look" zu sehen war, die mit der kargen und praktischen Mode der Kriegsjahre nichts mehr zu tun haben wollte.

Im Jahre 1951 versammelte die italienische Modeszene erstmals ein internationales Publikum in Florenz, um in opulenten Entwürfen zu schwelgen. Hieraus entstand die bis heute florierende Modemesse Pitti Immagine. So beispielsweise findet bis zum heutigen Tag direkt vor den Mailänder Modewochen für Herrenmode die Pitti Immagine Uomo in Florenz statt.

Die eigentlichen Mailänder Modewochen in der Form, wie wir sie heute kennen, etablierten sich nach einigen Irrungen und Wirrungen der Sechzigerjahre erst zur Mitte der 1970er Jahre mit dem Erstarken der großen italienischen Designermarken wie Armani, Versace, Cavalli, Ferré oder Biagiotti.

Zu dieser Zeit war es auch, als heute international renommierte Luxusmarken wie Gucci oder Fendi ihre Bekleidungssparten ins Leben riefen - schließlich startete Gucci als Sattler und stellte bis in die Siebzigerjahre ausschließlich Lederwaren wie Taschen oder Gürtel her, während Fendi zunächst den Pelz- und Lederwarenbereich besetzt hatte und ebenfalls erst 1977 seine Linie für Damenmode lancierte.

In den Achtzigerjahren präsentierten dann schon italienische Designerlabels wie Alberta Ferretti, Dolce & Gabbana oder Moschino ihre Mode, während das heute geläufige Luxus-Label Prada überhaupt erst 1988 begann, Mode zu kreieren. Die bis dahin separaten Messen mit den Namen Milanovendemoda und Modit fusionierten in den 1990er Jahren zur Milano Collezioni, trennten sich 2003 jedoch wieder, sodass aus der Milano Collezioni Donna und Milano Collezioni Uomo die heute bekannten Mailänder Modewochen Milano Moda Donna und Milano Moda Uomo wurden.

Berlin Fashion Week

Neben den als "Big Four" bekannten Austragungsorten der Fashion Week - New York, Paris, London und Mailand - macht in letzter Zeit zunehmend auch Berlin von sich reden. Anfangs wurde die deutsche Hauptstadt noch gern als Mode-Wüste belächelt, gelten ihre Bewohner doch nicht gerade als leuchtendes Beispiel in Sachen Stil und Eleganz.

Geschichte

Zu Unrecht, denn Berlin blickt auf eine bis ins neunzehnte Jahrhundert zurück gehende Tradition durchreisender Tuchhändler fort, weshalb die Messe "Berliner Durchreise" mit Fug und Recht in Anspruch nehmen kann, die älteste Modemesse der Welt zu sein. Die Berlin Fashion Week dagegen startete als Off- oder Independent-Messe, hat sich aber mittlerweile auch zu einer bedeutenden Modewoche für die Designer entwickelt, was man auch daran merkt, dass Jahr für Jahr immer renommiertere Namen unter den Teilnehmern auftreten - und das, obwohl die Berlin Fashion Week noch jung ist.

Erst seit Sommer 2007 findet sie zweimal jährlich statt, die dank ihres Sponsors offiziell den Namen "Mercedes-Benz Fashion Week Berlin" führt und vor einer weltweit einmaligen Kulisse stattfindet: dem Brandenburger Tor, die Straße des 17. Juni hinab. Man könnte auch sagen: Die Berlin Fashion Week ist erwachsen geworden.

Neben dem Hauptschauplatz für Fachbesucher, Einkäufer und Medienvertreter locken zwei öffentlich zugängliche Laufstege die Modeinteressierten. Und als wären die ohnehin schon vollen Terminkalender durch die parallel stattfindenden elf großen und einigen kleinen Modemessen in Berlin noch nicht voll genug, buhlen auch die Showroomdays um die Gunst der Besucher.

Termine und besondere Modeevents

2013 fand die erste Mercedes-Benz Fashion Week Berlin vom 15. Bis 17. Januar statt. Parallel dazu präsentierte die Bread & Butter Berlin Streetwear, Sportbekleidung und Denim und die ebenfalls zeitgleich in Berlin stattfindende Modemesse Premium setzte auf ausgesuchte Kollektionen, exklusive Produkte und internationale Newcomer.

Andere im Rahmen der Berliner Modewochen in der Hauptstadt stattfindende Modeevents und Messen sind Seek, Showfloor Berlin, Show & Order, Panorama Berlin, The Gallery Berlin, Brigth, (Capsuled), Green Showroom, Ethical Fashion Show, Scoop und The Projektgallerie Showroom. Das Thema Berlins ist vor allem nachhaltige, "grüne" Mode - so genannte "Eco Fashion" - und junge Designer. Auf den Laufstegen der offiziellen Berlin Fashion Week sind aber auch zunehmend Big Player wie Hugo, Escada oder Schumacher vertreten - und auch der Berliner Designer Michael Michalsky, der vielen nicht zuletzt dank seiner Kollaboration mit einem großen Kaffeeröster bekannt ist, ist von der Berlin Fashion Week nicht mehr wegzudenken.

Er lässt seine Models übrigens mit Biokosmetik-Produkten schminken, und hier schließt sich der Kreis von großem Laufsteg zum "grünen" Gedanken der Indie-Labels wieder. Sein Image als "Modezirkus" hat Berlin jedenfalls abgestreift und gilt mithin als ernstzunehmender Austragungsort der Modewochen der etwas anderen Art.

Wie die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin ablaufen kann bzw. was präsentiert wird, kann man beispielsweise in Form eines Rückblicks auf das Jahr 2009 erkennen...

Berlin Fashion Week: Review auf Shows und Kollektionen 2009

Zum fünften Mal traf sich in Berlin das "Who is Who" der Modebranche. Vom 1. bis 4. Juli fand in der Landeshauptstadt die Mercedes-Benz Fashion Week statt und Berlin stand ganz im Zeichen der Mode.

Deutsche und auch internationale Designer präsentierten in einem extra für die Fashion Week aufgebauten Zelt am Bebelplatz ihre Kollektionen. Wer es sich leisten konnte, lud wie z.B. Boss Orange oder Michael Michalsky in auserwählte Locations rund um und in Berlin.

So beeindruckend diese "off side" gelegenen Events auch waren, so schwierig war doch das Hinkommen. Zwar stellte der Sponsor Mercedes-Benz eigens für die Show Woche eine stattliche Anzahl an Shuttle Limousinen zur Verfügung, doch war auch damit kein pünktliches Eintreffen garantiert - die Straßen erinnerten an den Broadway zur Rush Hour.

Erstklassige Gäste

Allerdings erweckte nicht nur der Verkehr Weltstadt-Feeling, auch die international bekannten Gäste sorgten für eine außergewöhnlich glamouröse Atmosphäre in Mitte. Neben Hollywood Stars und Sternchen erregte vor allem das Erscheinen von Suzy Menkes Aufsehen.

Die berüchtigte Modekritikerin vom "Herald Tribune" besuchte zwar nicht alle 33 Schauen, war aber doch täglich mehrmals in der First Row zu sehen und erteilte der deutschen Modestadt somit den Ritterschlag. Und den hat sie auch verdient - es war die erfolgreichste Fashion Week seit ihrem Beginn und Berlin hat bewiesen, dass es im wahrsten Sinne des Wortes en vogue ist.

Bei uns erfahren Sie alles über die interessantesten Shows und Kollektionen, Gewinner und Verlierer...

Boss Orange - Mode gab es auch zu sehen

Adrien Brody war da. Sienna Miller auch. Thomas Kretschmann sowieso. Welche Promis die BOSS Orange Fashion Show beehren sollten, war hinlänglich bekannt - dass die Kollektion daneben fast unterging, umso enttäuschender. Denn Boss-Designer Eyan Allen zeigte mit seiner Kollektion, was die Mode-Metropole Berlin auszeichnet: Schmuddel-Look trifft auf erstklassiges, individuelles Design.

Vor der Kulisse einer gewaltigen Turbine und einem eigens für die Show gestalteten Frachtcontainer präsentierte BOSS Orange in den abgewrackten Berliner Rathenau-Hallen in Treptow-Köpenick eine sehr bodenständige und trotzdem sehr coole Kollektion. Sportlich, modern, mit einer Prise "Rock Star" und einem Quäntchen "Glamour Chic": Models in

führten eine junge Casualwear Linie für den urbanen Lifestyle vor.

Kleider und Röcke in Pastelltönen - Hellblau, Rosa und Beige als vorherrschende Nuancen - reichten bis zum Boden und zeigten die feminine Seite von BOSS Orange. Das Ganze meist in Kombination mit großzügig fallenden Shorts, weiten Hemden und halblangen, in der Taille mit einem Tunnelzug gerafften Mänteln - und alles aus weichfallendem Denim. Daneben viele Variationen beigefarbener Trenchcoats.

Auch die Männer trugen viel Jeans, gern im Used Look und in Kombination mit T-Shirts plus Farbklecksen und legeren Strickjacken in Grau und Beige. Für die optischen Highlights sorgten Topmodel Toni Garrn im bonbonpinken Minikleid und passendem Lederblouson sowie Lakshmi Menon, Modelimport aus Indien, in einem mit silbernen Pailletten bestickten Maxirock. Wer da noch Augen für Sienna und Co. hatte, war selber Schuld - und hatte vor allem das Wichtigste verpasst: eine großartige Kollektion, die den Geist der deutschen Hauptstadt perfekt eingefangen hat.

Lala Berlin - Wegen Überfüllung geschlossen

Wer am 2. Juli die Show von Lala Berlin sehen wollte, musste schnell sein. Denn trotz Reservierung und Platzkarte war das Bebelzelt kurz nach Einlass restlos überfüllt. Für alle, die es schafften, sich in der Menge irgendwo hinter Modeguru Suzy Menkes und Stargast Heike Makatsch einen Platz zu ergattern, hat sich der Einsatz gelohnt.

Unter dem Motto "20's porn" präsentierte Designerin Leyla Piedayesh eine Kollektion, die den "Golden Twenties" alle Ehre machte: Glamouröse schwarze oder nudefarbene Kleider im Charleston Stil glänzten im Scheinwerferlicht dank unzähliger Golddetails und Perlenstickereien.

Fransen, Chiffonschleppen und freizügige Rückenausschnitte machten den 20er Jahre Look perfekt und bewiesen einmal mehr, dass sich die Mode auch in Krisenzeiten nicht unterkriegen lässt. Knitterfreies Jersey, kühle Seide und luftiges Chiffon - Leyla Piedayesh weiß, worin sich Frauen wohlfühlen. Sie verbindet Weiblichkeit mit Coolness und schafft es, höchsten Komfort mit strahlender Eleganz zu vereinbaren.

Und weil Lala Berlin ohne Strick kein Lala Berlin wäre, wurde die Kollektion mit grobmaschigen Strickpullis in zarten Pudertönen ergänzt und sogar noch um ein Highlight erweitert: ein pinkfarbener Overall löste begeisterten Beifall aus und spätestens da war klar: bei der nächsten Lala Berlin Show würde es wieder heißen: wegen Überfüllung geschlossen.

Penkov bleibt ihrem Stil treu - und überzeugt nicht

Mit zarten Elfenkleidchen in Nude, viel Goldapplikation, transparenten Leggings plus Herrenjackets versuchte die Berliner Designerin Bernadett Penkov ihre Gäste zu beeindrucken. Suzy Menkes, die berüchtigte Modekritikerin der "Herald Tribune" ließ sich in der First Row nieder, um einen Blick auf die Sommerkollektion von Penkov zu werfen.

Diese entsprach genau dem, was sich die Designerin zu ihrem Markenzeichen gemacht hat: bodenständige Mode mit klaren Schnitten und puren Farben. Sommerkleider, die aus mehreren Lagen transparenten Chiffons bestehen, sollten das Highlight der Kollektion sein - begeisterten allerdings nur mäßig.

Was fehlte, war Spannung und mehr als das Fazit "nett" hinterließ Penkov nicht bei ihren Zuschauern. Daran ist zwar grundsätzlich nichts auszusetzen - aber Mode, die jeglichen Kontrast vermeidet, wirkt leider meist nur eins: langweilig.

Transparente Barbarella-Leggings, die unter den Kleidern hervorlugten und flotte Schößchenjacken retteten da auch nicht viel. Sorry also, dass auch wir auf dem Boden blieben, anstatt vor Begeisterung an die Decke zu gehen.

Michalsky - Gute Stimmung mit passender Mode und Techno Beats

Wenn die Kirchturmuhr auf fünf vor zwölf steht, ein Flugzeugwrack am Boden liegt und eine überdimensionale Champagnerflasche in einem Meer aus Dollarnoten und Aktienscheinen schwimmt, dann kann das nur eins bedeuten: Die Show zur Krise. Michael Michalsky verwandelte den Friedrichstadtpalast für einen Abend in eine Mischung aus Berlin und New York der 20er Jahre und entführte seine 1200 Gäste für eine halbe Stunde zurück in die Zeit des Börsencrashs und schwarzen Freitags.

Doch schlechte Stimmung kam nicht auf. Gedeckte Farben und Schwarz sahen dank fröhlichem Mix mit Polka Dots, floralen Dessins, Schleifen in der Taille und pinken High-Heels gar nicht mehr nach Krisenkluft aus. Spätestens bei Sommerkleidern in Türkis und silberfunkelnden Charleston Dresses war klar - Michalsky hat keine Angst vor schlechten Zeiten.

Akustische Unterstützung holte er sich bei Diskjockey Legende DJ Hell, der mit harten Techno Beats gegen schlechte Stimmung anschmetterte und auch auf der Aftershow Party dafür sorgte, dass gefeiert wurde, wie es sich für die 20er Jahre Reminiszenz gehört. Die Krise war für einen Abend und eine lange Nacht vergessen - die Michalsky Show war es sicherlich noch lange nicht.

Sam Frenzel: Garantiert keine langweilige Mode

And the winner is... Sam Frenzel! Aus Gold war der Award, den Sam Frenzel nach Hause nehmen durfte zwar nicht, aber für den jungen Berliner mindestens genauso wertvoll.

Er und sieben weitere Kandidaten erhielten von Peek&Cloppenburg die Chance, bei der "Designer for Tomorrow" Show ihre Frühjahr/Sommer Kollektion zu präsentieren. Der Gewinner überzeugte die Jury, in der neben Instyle Chefredakteurin Annette Weber auch Strenesse Juniorchefin Viktoria Strehle saß, mit seinen futuristischen Entwürfen und entlockte dem Publikum sogar spontanen Applaus.

Die trotz des außergewöhnlichen Designs sehr tragbare Kollektion bestach mit voluminösen, fast schon architektonischen Kreationen in Transparenz und Erdtönen und professioneller Verarbeitung. "Alles was glatt ist, langweilt mich", beschrieb Frenzel seinen Stil und irgendwie wurden wir den Gedanken nicht los, dass seine Heimatstadt eine große Rolle für ihn spielt - denn wenn Berlin eines nicht ist, dann glatt.

Kaviar Gauche - Diese Show machte Lust, zu heiraten

"Je t'aime, moi non plus" hauchte Jane Birkin durch die Lautsprecher und rotes Licht verwandelte das Berliner Bebelzelt in ein schummriges Bordell. Die beiden Designerinnen Alexandra Fischer-Roehler und Johanna Kühl stellten am 4. Juli erstmals ihre Kaviar Gauche "Bridal Couture" Linie vor, die schon im Vorfeld viele Promis anlockte.

Doch selbst Boris Becker und seine frisch angetraute Lilly, die nach zehnminütiger Verspätung und viel Blitzlichtgewitter endlich ihre Plätze eingenommen hatten, konnten die Aufmerksamkeit nicht vom Wesentlichen lenken: der Mode. Und mit Unterstützung von Rammstein, die "Heirate mich!" in die Menge brüllten, richtete sich auch das letzte Augenpaar auf den Laufsteg und das erste Model.

Ob bodenlange Seide, knapper Chiffon oder androgyner Look mit weißer, geschlitzter Lederhose: die "Bridal Couture" erwies sich als vielseitig und überraschend tragbar. Der gelungene Mix aus Eleganz, Romantik und Coolness machte allen Fashionistas Lust auf das Thema "Hochzeit".

Mit raffinierten Details aus Pythonleder, Nietensandalen und schwarzen Schleifen in der Taille sorgte das Duo Kühl und Fischer-Roehler für die nötige Spannung und Modernität und zeigten, dass die Interpretation der starken Frau auch ohne das Rezitieren klassischer Männermode möglich ist.

Die Bräute von morgen sind alles andere als schwächlich und zerbrechlich - zum Altar schreitet man nicht mit Heavy Metal und nicht dem herkömmlichen Hochzeitsmarsch. Von dem war am Schluss allerdings nicht mehr viel zu hören - der Applaus für das Berliner Designer Duo fiel tosend aus.

Welche Modenschau man auch immer wählt - was gilt es, beim Besuch zu beachten?

Als Besucher auf der Modemesse

Auf einer Modemesse erhalten Besucher einen einzigartigen Überblick über internationale und aktuelle Modetrends. Namhafte Aussteller und Designer präsentieren ihre Kollektion; Events und Modeschauen runden das Programm ab. Besucher haben die Möglichkeit, sich auf den regelmäßig stattfindenden Modemessen im In- und Ausland auf beruflicher oder privater Ebene inspirieren zu lassen.

Nicht jede Modemesse ist für jeden Besucher offen. Auf vielen große Messen, wie z.B. auf der CPD Düsseldorf oder der JAM Berlin, erhalten nur Fachbesucher Eintritt.

Wer in der Modebranche arbeitet oder sich anderweitig als Fachbesucher ausweisen kann, hat Zutritt zu allen namhaften internationalen Messen. Privatbesucher sollten sich dagegen informieren, welche Modemessen öffentlich sind.

Vorbereitung

Der Besuch einer großen Modemesse muss immer gut vorbereitet werden. Oft ist es sinnvoll, im Vorverkauf Tickets zu erwerben, das gilt vor allem für besondere Events, Modeschauen und Veranstaltungen.

Für den Besuch einer Fachmesse müssen Besucher sich in der Regel frühzeitig anmelden. Die Vorbereitung schließt auch Fragen zu Anreise und Übernachtung mit ein sowie Informationen zu genauen Öffnungszeiten.

Viele Messen stellen online einen Hallenplan, ein Ausstellerverzeichnis und einen Veranstaltungsplan zum Download bereit. Die Gäste haben so die Möglichkeit, ihren Besuch auf der Messe individuell zu planen.

Angebot

Auf der Modemesse erwartet den Besucher schließlich ein großes Angebot an international bekannten und erfolgreichen Stardesignern sowie an jungen Newcomern. Es werden Trends der aktuellen und kommenden Saison präsentiert, je nach Jahreszeit präsentieren die Aussteller Sommer- oder Wintermode.

Zum weiteren Angebot zählen je nach Messe und Aussteller

Die Besucher sollten wissen, dass auf einigen Messen ausschließlich Damen- oder Herrenmode präsentiert wird.

Modenschauen

Ein besonderes Highlight ist für viele Besucher eine Modenschau. Welcher Designer seine Mode auf einer Schau präsentiert, sollte man beim Messeveranstalter im Voraus erfragen. In der Regel muss man hierfür nämlich ein extra Ticket erwerben. Weitere Höhepunkte können Auftritte und Interviews mit Stardesignern oder Fototermine mit namhaften Models sein.

Weitere Serviceleistungen

Da viele Besucher den Besuch einer Modemesse über mehrere Tage planen, werden oft zusätzliche Services wie Shuttlebusse zum Hotel oder Kinderbetreuung angeboten. Selbstverständlich ist ein Gastronomieangebot auf dem Gelände der Messe.

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Quellenangaben
  • catwalk 8 © Diorgi - www.fotolia.de
  • asian model on the catwalk © Gina Smith - www.fotolia.de
  • Fashion Show © martinkay78 - www.fotolia.de

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