Zeitgeschichte und Raum: Merkmale von Western und Heimatfilm

In Westernfilmen geht es bleihaltig zu; typisch sind Konflikte, die mit Revolvern und Gewehren ausgetragen werden. Der Western zählt zu den ältesten und beliebtesten Filmgenres. In Heimatfilmen herrscht dagegen ländliche Idylle. Familiäre Probleme oder Erbstreitigkeiten stehen häufig im Zentrum der Handlung, doch gibt es auch Liebesgeschichten sowie meist ein Happy End. Lesen Sie über die Merkmale von Western- und Heimatfilmen.

Kämpfe, die mit Revolvern und Gewehren ausgetragen werden, sind typisch für den Western; zu den Schauplätzen der Heimatfilme zählen ländliche Regionen

Western

Eines der ältesten und beliebtesten Filmgenres ist der Western. Die Handlung eines Western ist typischerweise im Wilden Westen Nordamerikas angesiedelt und spielt im 19. Jahrhundert.

Der erste Westernfilm entstand bereits im Jahre 1903, also zu einer Zeit, in der der richtige Wilde Westen noch nicht lange zurücklag. Die ersten Westernfilme waren sehr simpel gestrickt und setzten vor allem auf Action.

Den endgültigen Durchbruch schaffte der Western 1939 durch John Fords "Ringo" mit John Wayne (1907-1979). Dieser avancierte in zahllosen Westernfilmen zum Westernhelden schlechthin.

Im Laufe der Jahre wurden die Filme vielschichtiger und erhielten mehr Handlungsspielraum. Darüber hinaus zeichnete man die Charaktere nicht mehr nur schwarz-weiß. Zu den zahlreichen Klassikern des Western-Films gehören u.a.

  • "12 Uhr mittags"
  • "Der schwarze Falke"
  • "Vera Cruz"
  • "Der Mann, der Liberty Valance erschoss"
  • "Weites Land" oder
  • "Das war der wilde Westen".
Western spielen oft im Mittelalter
Western spielen oft im Mittelalter

Euro-Western

Zu Beginn der 60er Jahre entdeckte man die Faszination des Westerngenres auch in Europa. So ging der deutsche Produzent Horst Wendlandt (1922-2002) 1962 das Wagnis ein, mit "Der Schatz im Silbersee" einen Karl-May-Western mitten in Europa zu drehen.

Als Drehorte dienten nicht Schauplätze in den USA, sondern in Jugoslawien. "Der Schatz im Silbersee" mit Lex Barker (1919-1973) und Pierre Brice (1929) in den Hauptrollen wurde so erfolgreich, dass er nicht nur eine ganze Karl-May-Reihe nach sich zog, sondern auch weitere europäische Western, die man als Euro-Western bezeichnete.

Italo-Western

1964 leitete der italienische Regisseur Sergio Leone (1929-1989) mit "Für eine Handvoll Dollar" eine weitere Western-Variante, den Italo-Western ein. In diesen Filmen stehen vor allem Anti-Helden im Zentrum des Geschehens.

Zu den Meilensteinen der Italo-Western gehörte u.a. der 1968 entstandene Streifen "Spiel mir das Lied vom Tod". Ein weiteres Subgenre des Westerns bildeten die Indianerfilme der ostdeutschen DEFA, die sich dem verzweifelten Kampf der Indianer gegen den Kolonialismus der Weißen widmeten.

Spätwestern

Der Spätwestern gilt als Subgenre des Westerns; dabei gibt es unterschiedliche Ansätze der Begriffserklärung. Die Glanzzeiten des Westernfilms nahmen Anfang der 70er Jahre ihr Ende - Filme, die zu diesem oder auch nach diesem Zeitpunkt gedreht bzw. veröffentlicht worden waren, bezeichnete man als Spätwestern.

Des Weiteren kann man diesen Begriff auch inhaltlich definieren. So zeichnen sich Westernfilme dieser Art dadurch aus, dass sie die Zeiten des Wilden Westens kritisieren und/oder pessimistisch darstellen. Nicht immer ist eine klare Abgrenzung der beiden Bedeutungen möglich; so gibt es beispielsweise auch Western, beide der Merkmale aufweisen.

Merkmale des Western

Zu den Merkmalen eines klassischen Western zählt der Kampf des Helden gegen seine bösen Gegenspieler. Meist geht es um

  • Überfälle von Banditen oder Indianern
  • Streit um Land, Geld, Vieh oder
  • Rache.

Ausgetragen werden die Konflikte bleihaltig mit Revolvern und Gewehren. Auch Schlägereien sind an der Tagesordnung. Am Ende des Films obsiegt der Held und der Frieden wird wiederhergestellt.

Heimatfilm

Unter Heimatfilmen versteht man Filme, die in ländlichen Gebieten spielen. Meist handelt es sich dabei um heimische Regionen in Deutschland, der Schweiz und Österreich.

Heimatfilme gewannen in Deutschland und Österreich nach dem 2. Weltkrieg große Popularität, da die Menschen nach dem Schrecken des Krieges das Bedürfnis nach einer heilen Welt verspürten. Als Blütezeit des Heimatfilms gelten die 50er Jahre.

Merkmale

Ein typisches Merkmal von Heimatfilmen sind die idyllischen und nahezu unberührten Landschaften. So spielt die Handlung meist

Als Helden fungieren meist

  • Förster
  • Ärzte
  • Pfarrer oder
  • Dorfpolizisten.

Im Zentrum des Geschehens stehen Wilderei, Erbstreitigkeiten oder familiäre Konflikte. Auch Liebesbeziehungen spielen eine wichtige Rolle. Bis sich das liebende Paar jedoch am Ende des Films in die Arme schließen kann, muss es zahlreiche Probleme bewältigen.

Bei Heimatfilmen gibt es eine saubere Trennung zwischen Gut und Böse. Die Handlung ist in der Regel vorhersehbar, ein Happy End typisch.

Kulturelle Gegensätze sind typisch für traditionelle Heimatfilme, wie etwa

  • Stadt und Land
  • Generationenkonflikte
  • Tradition und Fortschritt

Im Laufe der Zeit folgten auch zahlreiche Serien dieses Genres.

Zu den bekanntesten Heimatfilmen zählen u.a.

  • "Grün ist die Heide"
  • "Die Mädels vom Immenhof"
  • "Der Förster vom Silberwald"
  • "Die Geierwally"
  • "Wetterleuchten um Maria"
  • "Schloss Hubertus" und
  • "Der Jäger vom Fall".

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  • Woman watching television with popcorn in living room © CandyBoxPhoto - www.fotolia.de
  • Mittelaltermarkt, eine Koch und Feuerstelle mit schwarzen Kochtopf © CSschmuck - www.fotolia.de

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