Campingplätze - Arten und Ausstattung, Qualitätsmerkmale und Verhaltenstipps

Junge Eltern liegen mit zwei kleinen Kindern im Zelt und lachen in Kamera

Merkmale, Angebote und Regeln unterschiedlicher Campingplatzarten

  • ,
  • von Paradisi-Redaktion

Campingurlaub wird immer beliebter und Reisende finden in ganz Europa eine Vielzahl von Campingplätzen mit sehr unterschiedlicher Ausstattung. Sowohl für Reisende, die mit Zelt unterwegs sind, als auch für die Campingwagen-Fraktion gibt es das passende Angebot. Zudem findet sich für jeden Geldbeutel ein geeigneter Platz. Lesen Sie, welche Arten von Campingplätzen es gibt, woran man einen guten Platz erkennt und welche allgemein gültigen Regeln zu berücksichtigen sind.

In Deutschland befinden sich Campingplätze oder Wohnmobilparks meist in schöner Naturlage,

Diese Anlagen werden direkt von den Gemeinden oder privaten Unternehmen betrieben. Campingplätze werden saisonal oder ganzjährig bewirtschaftet. Einige Plätze sind auch als Hauptwohnsitz zugelassen. Dauercamper können dann eine Zweitadresse anmelden.

Ausstattung von Campingplätzen in Deutschland

Die deutschen Campingplätze haben meist unterschiedliche Areale mit Stellplätzen für

  • Dauercamper
  • Kurzzeitparker und
  • Zelte.

Das ermöglicht auch Rad- und Wohnmobiltouristen, unproblematisch für eine oder zwei Nächte einen Platz zu finden. In den meisten Fällen ist für diesen kurzen Zeitraum keine Anmeldung erforderlich. Kostenfreie Kurzzeitstellplätze für Reisemobile befinden sich häufig außerhalb der Campingplatzareale.

Vorgaben zur Ausstattung eines Campingplatzes sind in der "Campingverordnung" des jeweiligen Bundeslandes festgeschrieben. Jeder Campingplatz sollte den Urlaubern mehrere sanitäre Anlagen mit Waschbecken, Toiletten und Duschen anbieten. Obligatorisch sind

  • Servicehäuser mit Münzwaschautomaten und Entnahmestellen für Frischwasser
  • gut beleuchtete und befestigte Wege sowie
  • eine Rezeption mit Service.

Zu den weiteren Einrichtungen gehören unter anderem

Gut geführte Anlagen bieten in der Hochsaison auch

an. Auf einigen Plätzen stehen zusätzlich spezielle Mietunterkünfte (Bungalows, Wohnwagen) für Gäste bereit. Diese Angebote werden oft von Monteuren auf Montage genutzt. Bei Stellplätzen für Reisemobile und Wohnwagen müssen die jeweiligen Anschlüsse und Versorgungsanlagen in ausreichender Anzahl vorhanden sein.

Qualitätsmerkmale: Daran erkennt man einen guten Campingplatz

Ein Campingurlaub in einem Wohnwagen, Wohnmobil oder Zelt ist für viele Reisende gemütlich und abwechslungsreich. Spezielle Einrichtungen für Campingurlauber sind Campingplätze. Diese werden zumeist von privaten Betreibern angeboten und liegen oftmals in Gegenden, die touristisch interessant sind.

Campingplätze sind jedoch nicht alle gleich. So unterscheidet man zwischen Plätzen für reisende Camper, die sich nur vorübergehend auf dem Areal aufhalten, und Plätzen für Dauercamper, die regelmäßig den Campingplatz besuchen. Dabei dient den Dauercampern der Wohnwagen als Ferienhaus.

Grundsätzliches zur Auswahl

Bei der Auswahl eines Campingplatzes sollte man im Vorfeld darauf achten, um welche Art von Platz es sich handelt, denn einige Dauercamperplätze nehmen keine Gäste auf, die nur auf der Durchreise sind. Umgekehrt findet man auch Campingplätze, die ausschließlich Stellplätze für durchreisende Camper anbieten. Ideal ist also ein Campingplatz, der über beide Möglichkeiten verfügt.

Die Auswahl an Campingplätzen ist innerhalb Europas riesengroß. So findet der Camper sowohl kleine preiswerte Unterkünfte auf der Wiese als auch teure, großzügig ausgestattete Anlagen, zu deren Angeboten Supermärkte, Gaststätten, Badelandschaften und Animationsprogramme gehören.

Es ist also nicht immer leicht, den richtigen Platz zu finden. Über welche Einrichtungen sollte daher ein guter Campingplatz unbedingt verfügen?

Sanitäre Anlagen

Wichtig sind vor allem saubere sanitäre Anlagen. So bietet jeder gute Campingplatz Toiletten und Einrichtungen, die zur Körperpflege dienen, an. Die sanitären Anlagen müssen jedem Besucher zur Verfügung stehen. In der Regel ist der Preis für die Nutzung bereits in der Platzgebühr mit inbegriffen.

Ein guter Campingplatz lässt sich auch daran erkennen, dass er über warmes Wasser verfügt, denn zumindest warme Duschen gelten heutzutage als Standard. In Südeuropa kann es jedoch mitunter vorkommen, dass nur Kaltwasser angeboten wird.

Auch Hocktoiletten sind dort manchmal zu finden. Während gute Campingplätze über Toilettenpapier verfügen, muss dieses bei anderen Plätzen selbst mitgebracht werden.

Wasch- und Spülmöglichkeiten

Ein guter Campingplatz lässt sich auch daran erkennen, dass er Möglichkeiten zum Wäschewaschen und Geschirrspülen anbietet. Solche Waschanlagen findet man oftmals an den Außenwänden der sanitären Gebäude. Gut ausgestattete Campingplätze stellen auch Waschmaschinen und Trockner zur Verfügung, in einigen Fällen sogar Maschinen zum Geschirrspülen.

Da die Angebote jedoch so umfangreich und die Ansprüche sehr verschieden sind, kann es hilfreich sein, bei der Suche nach einem geeigneten Campingplatz einen speziellen Campingführer zu Rate zu ziehen. Dabei handelt es sich um ein Nachschlagewerk, welches unter anderem Informationen über Preise, Lage, Platzgestaltung, Freizeitangebote, Besonderheiten und die Qualität der Einrichtungen enthält.

Kosten

Die Kosten für den Aufenthalt auf einem Campingplatz sind unterschiedlich und richten sich oft nach der Einstufung des Platzes, die vom Deutschen Tourismusverband vorgenommen wird. Dieser stuft Campingplätze nach ihrer Ausstattung ein und vergibt dafür Sterne.

Einen Stern erhalten Plätze mit einfacher Ausstattung, fünf Sterne Anlagen mit exzellenter Ausstattung und einem deutlichen Mehrwert für Gäste. Neben der Tagespauschale für Zelte oder Reisemobile werden auch Kurtaxen und Service-Entgelte erhoben.

Empfehlungen für gute Campingplätze in ganz Europa gibt der ADAC in seinem Reiseführer für Camping. Informieren Sie sich hier über die Angaben in einem speziellen Campingführer.

ADAC vergleicht Europas Campingplätze

Italien ist für das Camping in Europa am teuersten. Deutschland ist im Preisvergleich mit dem restlichen Westeuropa am günstigsten. Dies teilte der ADAC in München mit.

Als Kriterien galten unter anderem die Kosten für ein Ehepaar mit Kind, Stellplatzgebühren, Dusch- und Stromkosten sowie Kurtaxen und Nebengebühren. In Italien zahlt der Urlauber durchschnittlich 40 Euro am Tag. Bei rund 24 Euro liegt der Tagespreis in Deutschland, Polen liegt in der Rangliste für Gesamteuropa mit durchschnittlich 21 Euro ganz unten.

Niederlande: Wetter zu schlecht? Geld zurück!

Im Droompark Hooge Verluwe in Holland erhalten Camper bei schlechtem Wetter ihr Geld zurück

Flagge von den Niederlanden
Niederländische Flagge © Jürgen Priewe - www.fotolia.de

Wenn es wieder einmal stürmt und regnet, sehnt sich so mancher Campingplatz-Urlauber in seine eigenen vier Wände zurück. Doch ein Zeltplatz in den Niederlanden bietet unzufriedenen Campern nun eine Entschädigung für schlechtes Wetter an. Vorausgesetzt die Temperatur liegt im Schnitt unter 20 Grad.

Bestimmter Campingplatz in Holland bietet Geld-zurück-Aktion an

Wer sich wenigstens fünf Tage im Droompark Hooge Verluwe im Osten des Landes aufhält und währenddessen unter kaltem Sommerwetter leidet, muss laut Campingplatz-Leiterin Sylvia Jansen nichts zahlen. Sie erklärte, genug davon zu haben, in der Zeitung zu lesen und im Fernsehen zu hören, dass in diesem Sommer das Wetter zu schlecht sei um zu campen.

Jeden Tag misst die Campingplatz-Chefin die Temperatur auf ihrem Gelände und schreibt die Werte auf eine Tafel an der Rezeption. Begibt sich ein Urlauber auf den Heimweg, rechnet sie die Durchschnittstemperatur seines Aufenthaltes aus und legt fest, ob er die Platzmiete bezahlen muss oder kostenlose Ferien genießen durfte. Das Angebot gilt bis zum 20. August.

Aufgrund des auch in den Niederlanden schlechten Wetters, ist der Droompark Hooge Verluwe nur zu 80 Prozent belegt. Doch dank der Geld-zurück-Aktion stiegen die Besucherzahlen wieder an, freut sich Jansen.

Zelten bei Lagerfeuer und Gitarre war gestern: Auf Campingplätzen ist Luxus angesagt

Lange Jahre galt das Campen im Zelt oder Wohnwagen als günstigste Urlaubsmöglichkeit überhaupt. Entsprechend spartanisch ging es dann auch zu: Lauwarme Konservenbüchsen wurden über dem Gaskocher aufgewärmt, das Waschhaus wurde mit Dutzenden anderen Campern geteilt und die Abendunterhaltung bestand aus Kartenspielen und Gitarre. Diese Zeiten sind jedoch lange vorbei.

Moderne Campingplätze in ganz Europa setzen heute auf Luxus um Urlauber anzulocken. Baden mit Sauna und Whirlpool in der Blockhütte, Massagen und Kneippkuren im Wellnesszentrum oder Erlebnis-Wasserrutschen im Wellenbad sind dabei nur der Anfang. Andere Campingplätze bieten vom Golfen, über Bogenschießen, Volleyball und Tauchkursen bis zum Bungeejumping ein volles Unterhaltungsprogramm, das keine Langeweile aufkommen lässt.

Auch Kinder finden an vielen Campingplätzen volle Unterhaltung: Westerndörfer mit Ponyreiten, Spassbäder, Abenteuerspielplätze und Kinderdiscos sorgen für Abwechslung mit kindgerechter Betreuung während die Eltern ausspannen können. Abends sorgen Shows im eigens eingerichteten Amphitheater nach Vorbild der Ferienclubs für Unterhaltung für die ganze Familie.

Und wer nicht will, braucht nicht einmal mehr im Zelt zu übernachten: Viele Anlagen bieten heute zusätzliche Unterkünfte in Form von Bungalows oder Ferienwohnungen.

Arten von Campingplätzen

Im Folgenden geben wir einen Überblick über unterschiedliche Arten von Campingplätzen.

Plätze zum Dauercampen (Dauercamping-Plätze)

Stellplätze zum Dauercamping sind immer auf einen längeren Zeitraum ausgelegt und dementsprechend ausgestattet. Sie befinden sich meist in separaten Arealen auf Campingplätzen.

Dauer- und Saisoncamping

Stellplätze zum Dauercamping befinden sich in der Regel auf Campingplätzen und werden Besitzern von Wohnwagen zur Miete angeboten. Die Mietverträge werden über einen längeren Zeitraum von einem oder mehr Jahren abgeschlossen.

Eine Ausnahme ist der so genannte Saisonvertrag. Diese ermöglicht Langzeiturlaubern, einen Stellplatz auf einem Campingplatz für eine Dauer von 3-4 Monatenzu mieten. Saisoncamping wird oft im europäischen Ausland aber auch auf deutschen Campingplätzen angeboten, die in den Wintermonaten geschlossen sind oder nicht bewirtschaftet werden.

Nutzungsmöglichkeiten

Die Bereitstellung von Dauercampingplätzen bietet den Betreibern der Campingplätze ein sicheres Einkommen, da die Miete unabhängig vom Wetter gezahlt wird. Der Mieter erhält dafür einen dauerhaften Stellplatz, den er - im Rahmen der örtlichen Gegebenheiten und Vorschriften - nach seinen Vorlieben einrichten kann.

Viele Mieter pflanzen Hecken oder setzen Sichtschutzzäune, um ihre Privatsphäre zu schützen. Teilweise sind

erlaubt. Viele Wohnwagen haben Vorzelte.

Ausstattung

Dauercampern stehen die Einrichtungen und Services des Campingplatzes jederzeit offen. Die Wege zwischen den Stellplätzen sollten breit genug zum Rangieren der Wohnwagen und gut beleuchtet sein. Ebenso müssen ausreichend Stromanschlüsse und Versorgungsstationen für Frischwasser und Abwasser vorhanden sein.

Stellplätze zum Dauercamping sind immer kostenpflichtig. Neben der Miete werden auch Entgelte für Services und eventuell Kurtaxen erhoben. Campingplätze, deren Dauerstellplätze ganzjährig als Hauptwohnsitz zugelassen sind, müssen zwingend auf jedem Stellplatz Strom und Wasserversorgung bereitstellen.

Plätze zum Zelten (Zeltplätze)

"Echte" Zeltplätze sind in Deutschland selten geworden, da die Betreiber der Anlagen hauptsächlich durch die Vermietung von Caravan- und Reisemobilstellplätzen verdienen. Die Ausstattung eines Zeltplatzes ist meist gut.

In Deutschland werden die meisten Campingplätze als Mischform - Mobile, Caravans und Zelte - betrieben. Reine Zeltplätze sind oft klein.

Merkmale

Das Areal für Zelte ist auf einem gut organisierten und bewirtschafteten Campingplatz deutlich von den Stellplätzen für Mobile und Caravans abgetrennt. Meist befindet er sich in einem ruhig und eher wettergeschützten Bereich der Anlage.

Anders als bei festen Stellplätzen wird den Campern hier oft nur das ungefähre Areal zum Aufstellen des Zeltes angewiesen. Durch die Zeltschnüre muss genug Abstand zwischen den einzelnen Zelten vorhanden sein.

Ausstattung und Nutzungsmöglichkeiten

Der Untergrund für die Zelte besteht meist aus Wiesen- oder Waldboden oder wurde mit Kies befestigt. Strom- und Wasseranschlüsse stehen nicht zur Verfügung.

In der Nähe sollte sich ein Sanitäts- oder Servicebereich mit Wickelstation und Waschmaschinen befinden. Idealerweise verfügt der Zeltplatz über gastronomische Einrichtungen und Spiel- oder Sportstätten.

Ob die Camper ihre Fahrzeuge direkt neben dem Zelt oder auf einem extra ausgewiesenen Platz parken, entscheidet der Platzbetreiber. Oft sind zentrale Parkplätze eingerichtet. Zwischen den Zeltarealen sollten gut beleuchtete Wege über die Anlage führen.

Kurzreisende, die nur für einzelne Übernachtungen auf einem Zeltplatz bleiben, werden meist auch ohne Reservierung aufgenommen. Die Gebühren für Zelte sind deutlich geringer als für Mobile oder Caravans, da sie nicht nach der Größe des Gefährts oder der Ausstattung des Stellplatzes berechnet werden.

Reisemobil-Stellplätze

Die Anzahl der Stellplätze für Reisemobile hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Campingplatzbetreiber, aber auch Hotelanlagen und Städte reagieren mit verschiedenen Stellplätzen auf die Wünsche der Reisenden.

Stellplätze für Reisemobile werden in unterschiedlichen Ausstattungen und an ganz verschiedenen Orten angeboten. Viele Gemeinden haben bereits Parkplätze für Kurzzeitparker als Reisemobil-Stellplätze ausgewiesen.

Andere Stellplätze befinden sich in der Nähe von

oder direkt auf Campingplätzen. Anlagen, die nur auf Wohnmobile ausgerichtet sind, werden als Wohnmobilhafen bezeichnet.

Ausstattung und Nutzungsmöglichkeiten

Die Stellplätze für Wohnmobile sollten immer über einen

  • tragfähigen Untergrund bis 3,5 Tonnen
  • ausreichend breite Zufahrtswege und
  • genug Rangierfreiheit

verfügen. Wichtig ist auch eine gute Beleuchtung des Platzes. Je nach Art der Stellplätze müssen entsprechende Versorgungsstationen vorhanden sein.

So genannte Transitplätze für Wohnmobile sind auf vielen Parkplätzen in touristisch interessanten Gebieten vorhanden. Sie sind speziell ausgeschildert. Diese Stellplätze eigen sich für die reine Übernachtung, da sie keinen Komfort, Versorgungsanschlüsse oder andere Einrichtungen bieten. Sie sind oft kostenfrei.

Die Kurzreiseplätze für Wohnmobile sind deutlich besser ausgestattet. Sie sind kostenpflichtig und haben zentrale Versorgungsstellen für Ab- und Frischwasser.

Diese sind in der Regel gut erreichbar und verfügen über genug Rangierfreiheit. Für das Betanken und Entleeren der Wohnmobile fallen meist Extrakosten an.

Kurzreiseplätze befinden sich oft in separaten Arealen von Campingplätzen. Die Urlauber können die Einrichtungen des Platzes voll nutzen.

Wohnmobilhäfen sind nur auf Reisemobile ausgerichtet. Diese Anlagen bieten kostenpflichtige Stellplätze mit eigener Stromversorgung, mehrere Versorgungsstellen sowie zusätzliche Services gegen Entgelt, unter anderem

  • Einkaufsmöglichkeiten
  • Sanitäranlagen
  • Sport- und Spielplätze sowie
  • Waschmaschinen.

Alle Services für Reisemobile müssen 24 Stunden täglich erreichbar sein und über genormte Anschlüsse verfügen.

Die Anzahl an Stellplätzen für Reisemobile sind meist beschränkt auf dem Campingplatz
Die Anzahl an Stellplätzen für Reisemobile sind meist beschränkt auf dem Campingplatz

Es gibt somit mehrere unterschiedliche Arten von Campingplätzen - an gewisse Regeln sollte man sich überall halten...

Angemessenes Verhalten auf einem Campingplatz

Zahlreiche Menschen machen am liebsten Urlaub auf dem Campingplatz. Auf diese Weise lässt sich der Urlaub preiswert und nicht allzu weit weg von Zuhause verbringen.

Da auf einem Campingplatz jedoch viele Menschen auf einem relativ engen Raum zusammenleben, ist angemessenes und rücksichtsvolles Verhalten sehr wichtig. Nicht alles lässt sich immer mit einem Gesetz regeln. Für das menschliche Zusammenleben auf einem Campingplatz ist daher die richtige Verhaltensweise umso wichtiger.

Dazu gehören zum Beispiel

  • Freundlichkeit
  • Hilfsbereitschaft
  • rücksichtsvolles Verhalten und
  • gutes Benehmen.

So gibt es einige ungeschriebene Gesetze, an die man sich auf einem Campingplatz halten sollte.

Freundlichkeit und Höflichkeit

Einen guten Eindruck macht es, wenn man den Nachbarn mit ein paar freundlichen Worten grüßt und sich bei der Abreise kurz verabschiedet. Bei der Nutzung des Stellplatzes sollte man darauf achten, dass man anderen nicht zuviel vom allgemeinen Platz wegnimmt.

Manchmal ist der Platz jedoch so knapp bemessen, dass einem nichts anderes übrig bleibt. In diesem Fall braucht man nicht auf mögliche Proteste zu achten. Mehr Raum steht in der Regel in der Vor- und Nachsaison zur Verfügung.

Hilfsbereitschaft

Wichtig ist auch Hilfsbereitschaft. Sieht man zum Beispiel, dass jemand in der Nähe Hilfe beim Aufstellen des Zeltes braucht oder ein Wohnwagen eingewunken werden muss, sollte man ohne viele Worte zu machen helfen.

Nicht angemessen ist hingegen, neugierig in das Zelt oder den Wohnwagen des Nachbarn zu blicken. Das kann leicht zu Peinlichkeiten führen.

Sauberhalten

Ein wichtiger Punkt für ein gutes Zusammenleben auf dem Campingplatz ist das Sauberhalten der sanitären Anlagen. Dies gilt sowohl für die Toiletten als auch für die Waschgelegenheiten. Wer kleine Kinder hat, sollte diese beim Gang auf die Toilette beaufsichtigen.

Rücksicht

Als unhöflich gilt es, wenn man zwischen den Wohnwagen und Zelten mit Bällen oder Wurfpfeilen spielt und diese dabei ständig gegen die Außenwände der Wagen oder Zelte prallen lässt. Besser man sucht sich dafür einen Platz, an dem niemand belästigt wird.

Verfügt der Campingplatz über freistehende Pumpen oder Wasserzapfstellen, sollten diese nur zur Wasserentnahme in dafür vorgesehenen Behältern benutzt werden. Zum rücksichtsvollen Verhalten gehört natürlich auch, sich nach 22 Uhr möglichst leise zu verhalten und die Nachbarn nicht mit lauter Musik wach zu halten.

Bei der Ankunft wartet schon das fertige Zelt - Mietcamping wird immer beliebter

Immer wieder das eigene wackelige Zelt aufbauen und unzählige Ausrüstungsgegenstände mitschleppen müssen hält heute viele Menschen vom Camping ab, die diese Art von Urlaub am Busen der Natur eigentlich mögen.

Für sie wurde das Mietcamping entwickelt: Bei der Ankunft auf dem Campingplatz wartet bereits ein fertig aufgebautes Zelt mit Einrichtung auf die Gäste. Neben Zelten unterschiedlicher Größe sind auch Hütten, Bungalows und stationäre Wohnmobile zu haben - der wichtigste Aspekt ist die Nähe zur Natur jenseits großer Hotelbauten.

Während Mietcamping in Südeuropa und in den Benelux-Ländern schon lange praktiziert wird, breitet sich der Trend nun erst nach Deutschland aus. Immer mehr Campingplatz-Besitzer haben die Marktlücke entdeckt und bieten auf ihren Plätzen einige Parzellen mit fest aufgebauten Zelten an. Sie nutzen dabei häufig freigewordene Dauerstandplätze, die mit fast 50% noch immer den größten Anteil auf deutschen Campingplätzen ausmachen.

Zudem schrumpft die Zahl der verfügbaren Standplätze, weil einzelne Zelte und vor allem die immer größer gewordenen Wohnmobile immer mehr Platz benötigen. Wo früher 80 Quadratmeter reichten, benötigt ein aktuelles Wohnmobil von acht Metern Länge rund 120 Quadratmeter Platz. Die Zahl der Mietzelte hält sich daher auch meistens in Grenzen - wer nicht leer ausgehen will, sollte rechtzeitig im Voraus buchen.

Minihotels auf Rädern - Übernachten im Bauwagen an der Ruhr

Großer Komfort auf kleinem Raum – direkt an der Ruhr lädt ein Bauwagen-Hotel zum Übernachten in ungewöhnlichem Ambiente. Der Charme der bunten Gefährte hat sich bis nach Australien herumgesprochen.

Als Familie Bauer im Jahr 2007 das Campinggelände am Essener Ruhrufer kaufte, waren die Zukunftspläne noch vage. Doch schnell wurde die Idee geboren, neben Plätzen für Dauercamper auch ungewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen zu bieten.

Mittlerweile stehen auf dem langgestreckten Areal von "Ruhrcamping" neun bunte Bauwagen, liebevoll restauriert und jeweils mit Sitzplatz im Freien. Platz ist für zwei bis vier Personen, teils mit eigenem Bad. Die Preise beginnen bei 18 Euro pro Person.

Beim Campingurlaub reist man oftmals von Campingplatz zu Campingplatz - wer die Route nicht genau geplant hat, der muss sich unter Umständen Alternativen einfallen lassen...

Kein Campingplatz in Sicht - So kann man sich notfalls aushelfen

Camping hat für viele Menschen einen Hauch von Abenteuer und Freiheit. Man fährt einfach los und reist von einem Campingplatz zum nächsten. Doch wo übernachtet man, wenn einmal kein geeigneter Campingplatz in der Nähe ist?

Das so genannte wilde Campen ist in Europa fast überall verboten oder nur unter strengen Auflagen möglich. Wer also mit dem Wohnmobil oder dem Wohnwagen unterwegs ist, sucht zumeist einen offiziellen Campingplatz auf.

Doch nicht immer ist ein geeigneter Platz bei Einbruch der Dunkelheit in Sicht oder man hat einfach nicht mehr die Zeit einen ausgewiesenen Wohnmobilstellplatz zu finden. In diesem Fall muss man also nach einer Alternative suchen.

Übernachtung im Wohnwagen und -mobil

In Deutschland darf in der Regel frei im Wohnmobil übernachtet werden, vorausgesetzt, es handelt es sich lediglich um eine Fahrtunterbrechung. Das heißt, es darf nicht der Eindruck entstehen, dass man auf dem ausgewählten Platz campen würde. Tische und Stühle müssen also im Wohnmobil bleiben.

Außerdem darf der Aufenthalt nicht länger als zehn Stunden dauern. Wer mit einem Wohnwagen verreist, darf diesen während der Übernachtung nicht vom Auto abkoppeln.

Auf Parkplätzen

Findet man keinen geeigneten Campingplatz zum Übernachten, gibt es einige Stellen, die als Alternative infrage kommen. Wer mit seinem Wohnmobil in der Stadt unterwegs ist, hat die Möglichkeit, auf Parkplätzen von Supermärkten oder Sporthallen zu übernachten. Sofern dort keine Veranstaltungen stattfinden, gelten diese Plätze als ruhig.

Manchmal gibt es auch die Möglichkeit, auf dem Parkplatz eines Restaurants oder einer Gaststätte zu übernachten, wenn man den Besitzer um Erlaubnis fragt. Auch Parkplätze von Schwimmbädern dienen oftmals als Übernachtungsmöglichkeit. Wer es besonders ruhig mag, kann auch den Parkplatz eines Friedhofs als Schlafstätte benutzen.

Auf Raststätten und Tankstellen

Für Menschen, die diese Möglichkeiten zu aufregend oder zu abgelegen finden, ist eine Übernachtung auf einer Autobahnraststätte oder einer Tankstelle zu empfehlen. Allerdings sind diese Stellen oftmals mit einem hohen Lärmpegel verbunden. Wesentlich ruhiger sind dagegen Wanderparkplätze, die zumeist am Rande eines Waldes liegen und in der Regel in den Nachtstunden unbelegt sind.

Übernachtung im Zelt

Ist man nur mit einem Zelt unterwegs und nicht motorisiert, darf man in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Brandenburg sein Zelt in der freien Natur aufschlagen, solange dies nicht in einem Naturschutzgebiet der Fall ist.

Wo in Deutschland wildes Campen in freier Natur erlaubt ist

Wer in verbotenen Zonen seine Zelte aufschlägt, muss mit einer Räumungsaufforderung oder Bußgeldern rechnen

Abenteuerreisen mit Camping: Zelt in Naturlandschaft, im Hintergrund Berge und ein See
camping in mountains © andreusK - www.fotolia.de

Hotel, Ferienwohnung oder -haus, Campingplatz: Die Möglichkeiten, den Urlaub zu verbringen, sind mannigfaltig. Manche Rucksackurlauber ziehen es jedoch vor, in der freien Natur auf einer Wiese oder im Wald zu zelten.

Gebote und Einschränkungen

Doch dies ist in Deutschland nicht überall erlaubt. In

ist es sogar grundsätzlich verboten. Ansonsten gilt die Regelung, dass Campen überall dort gestattet ist, wo es nicht ausdrücklich untersagt ist. Einschränkungen existieren lediglich

  • in Niedersachsen,
  • im Saarland und
  • in Sachsen.

Von der Räumungsaufforderung bis zum Bußgeld

Wer im Wald sein Nachtlager aufschlagen möchte, benötigt die Erlaubnis des Besitzers. Ansonsten ist es verboten. Wer sich beim illegalen Zelten erwischen lässt, muss ein Bußgeld zwischen 10 und 50 Euro bezahlen, da eine Ordnungswidrigkeit vorliegt. Manchmal kommt man jedoch auch mit einer mündlichen Verwarnung und einer Räumungsaufforderung davon.

Camping in einem Korn- oder Rapsfeld gilt jedoch als Sachbeschädigung und kann entsprechend teuer werden. Auch Hausfriedensbruch kann hinzukommen, wenn ein Gelände eingezäunt ist und daher nicht betreten werden darf.

Zudem gilt: Der Lagerplatz muss so verlassen werden, wie er angetroffen wurde.

Regelungen im Ausland

Im Ausland herrschen andere Regelungen. So darf in Skandinavien auf öffentlichem Grund zwei Tage gezeltet werden. Auch Schottland toleriert wildes Camping. In Italien dagegen muss dagegen jeder, der sich abseits von Campingplätzen erwischen lässt, 100 Euro oder mehr zahlen.

Tipps für günstigen und dennoch schönen Urlaub auf dem Campingplatz

Wer in den Urlaub fährt, möchte am Reiseziel entspannen. Auf überfüllten Campingplätzen ist dies nicht immer möglich. Sind diese auch noch besonders teuer, sind Stress und Ärger nicht fern.

Mit ein paar Tricks kann man jedoch günstiger unterkommen und muss dabei keineswegs auf einen schönen Campingurlaub verzichten, vorausgesetzt, man ist nicht auf der Suche nach besonderem Luxus. Hilfreiche Tipps:

  • die Hochsaison meiden - sofern möglich
  • den Norden besuchen - mag etwas kühler sein; belohnt wird man aber meist mit tollen Landschaften und purer Erholung
  • Plätze anfahren, die etwas abgelegener liegen - der etwas längere Weg zu den Hauptattraktionen der Region sollte man verkraften können, wenn man dafür einen erholsameren Urlaub bekommt
  • einfachere, private Plätze wählen - sofern man auf Luxus, Animation und 24h-Betreuung verzichten kann; die Atmosphäre ist familiär und der Platz günstiger
  • Gartencamping ausprobieren - hier bieten Privatleute ihren Garten bzw. ihr Grundstück zum Campen an
  • ADAC-Rabatte nutzen: Angebote im entsprechenden Campingführer wählen und sparen

Wer direkt zu Beginn mit der richtigen Einstellung an den Campingurlaub herangeht und sich auch mit kleineren Abstrichen zufriedengibt, wird keine Probleme haben, einen schönen Campingurlaub zu verbringen. Ein bisschen flexibel sollte man in diesem Bereich immer sein.

Grundinformationen und Hinweise zu Campingplätzen

  • Campingplätze - Arten und Ausstattung, Qualitätsmerkmale und Verhaltenstipps

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: Family camping in tent smiling © Monkey Business - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Caravan in a park © stefanolunardi - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Weitere Artikel zum Thema