Badeunfälle im Urlaub - am und im Meer lauern Gefahren

Junge beim Baden und Plantschen in einem See oder Fluss

Jedes Jahr verunglücken zahlreiche Touristen beim Strandurlaub

Selbstüberschätzung, Leichtsinn, Ehrgeiz, aber auch Sicherheitsmängel gehören zu den Hautursachen gefährlicher Badeunfälle. Zahlreiche Urlaubsstrände in der Türkei, in den USA oder in Spanien werden nicht ausreichend oder überhaupt nicht überwacht.

Hohes Unfallrisiko durch gefährliche Rip-Strömungen

Jährlich verunglücken etwa 40.000 Menschen tödlich bei Badeunfällen. Häufig sind keine Warnhinweise angebracht oder keine Rettungsschwimmer vor Ort. Touristen, die einen Strandurlaub im Ausland planen, sollten daher die Risiken besonders im Auge haben, denn viele Küsten sind bei weitem nicht so gut gesichert wie in Deutschland. So verzeichnen die USA im Vergleich mit Deutschland eine doppelt so hohe Anzahl tödlicher Strandunfälle durch Ertrinken.

Ein hohes Risiko geht von Meeresströmungen aus. Gefährliche Rip-Strömungen entstehen durch starke Winde, die vom Meer kommen. Laufen die Wassermassen zurück, treiben bis zu zehn Stundenkilometer schnelle Strömungen die Badegäste ins offene Meer. Bei Rip-Strömungen ist das Gegenanschwimmen zwecklos. Zahlreiche Badeurlauber wissen nicht, dass sie sich besser treiben lassen und parallel zur Küste aus dem Strömungssog herausschwimmen sollten. Die meisten geraten in Panik und verbrauchen ihre Kräfte, indem sie verzweifelt versuchen, gegen die Strömung auf direktem Weg zum Strand zu schwimmen.

Viele ältere Menschen überschätzen ihre körperliche Fitness

Nach Schätzungen des DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) verunglücken besonders häufig Menschen über 50 Jahren bei Badeunfällen. Sie trainieren regelmäßig, wandern, joggen, fühlen sich deshalb körperlich fit und überschätzen sich oft. Doch gerade das Schwimmen im Meer erfordert Kraft und Ausdauer.

Häufig geschehen Badeunfälle durch pure Überforderung, aber auch durch Unvernunft. Strömungen und wechselnde Wassertemperaturen belasten das Herz-Kreislauf-System und können zum Kollaps führen. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft warnt deshalb vor Fehleinschätzungen und empfiehlt, mit langsamen Schwimmaktivitäten zu starten und sich zunächst eine Weile im knietiefen Wasser aufzuhalten. Viele Senioren schlagen die Warnungen jedoch in den Wind und baden auch bei starkem Wellengang im offenen Meer. Laut DLRG ist altersgerechte Aufklärung dringend nötig.

Sicherer Badespaß für Kinder

Jedes Jahre verbringen Millionen Urlauber ihre Ferien an den schönsten Stränden der Welt. Vor allem Kinder sind beim Baden im Meer hohen Risiken ausgesetzt. Eltern tragen die Verantwortung für ihren Nachwuchs und sollten sich nicht auf Rettungsschwimmer am Strand verlassen. Denn gerade an stark frequentierten Strandabschnitten werden Badeunfälle nicht immer sofort entdeckt. Wertvolle Zeit verstreicht und oft kommt die Rettung zu spät.

Baden im Meer kann tückisch sein und ist ungleich gefährlicher als das Schwimmen im Pool. Gerade größere Kids schnorcheln gerne, lassen sich mit der Luftmatratze treiben oder wagen sich mit dem Surfbrett in die Fluten.

Neben gefährlichen Strömungen können auch von einigen Meerestieren und Pflanzenarten, die den Menschen nicht freundlich gesonnen sind, Gefahren ausgehen. Damit Kinder sicheren Badespaß erleben, sollten Eltern einige Regeln beachten:

  • nur an überwachten Stränden baden
  • Kinder beim Spielen am Strand oder beim Baden im Meer immer beaufsichtigen
  • Nichtschwimmer nur mit Schwimmhilfen und in Begleitung eines Schwimmers ins Wasser lassen
  • Badeverbote und Warnhinweise nicht ignorieren
  • regelmäßig über die Wetterbedingungen und Gezeiten informieren
  • beim Wassersport oder beim Schwimmen keinen falschen Ehrgeiz entwickeln
  • bei Rettungsschwimmern nach gefährlichen Unterströmungen erkundigen
  • informieren, welche Strandbereiche als potenziell unsicher gelten

Auch am Ufer ist Vorsicht geboten

Rettungsschwimmer raten grundsätzlich dazu, Kleinkinder bei stärkerem Wellengang nicht in die Nähe des Meeres zu lassen. Am sichersten sind Strandabschnitte, die ein gutes Stück hinter dem Brandungsbereich liegen, denn für kleine Kinder ist auch das Ufer gefährlich. Schon bei etwas stärkerem Wellengang werden Kinder sehr schnell umgeworfen, ins Wasser gezogen und tauchen unter.

Ebenso gefährlich sind Strandareale, an denen es viele Boote, Surfer und Jetski-Fahrer gibt. Kinder können von Wassersportgeräten getroffen und verletzt werden.

Auch Sandbänke bergen ein hohes Risiko für Badeunfälle. Oft plantschen kleine Kinder bei Ebbe im flachen Wasser und laufen weiter raus. Tritt die Flut ein, wird das Wasser in kurzer Zeit tiefer und hält Badende auf der Sandbank fest.

Ob Sandbank, starke Brandung oder Unterströmungen - Strandurlauber sollten immer alle Sicherheitsregeln beachten und sich eingehend informieren. Auf diese Weise schützen sich Badeurlauber bestmöglich vor den Gefahren des Meeres und können ungetrübten Ferienspaß an den Stränden dieser Welt genießen.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: the boy bathes in water. © Andrey Armyagov - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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