1. Februar 2012
Die Lipizzaner, für die die österreichische Hofreitschule so berühmt wurde, sind nach der slowenischen Ortschaft Lipica benannt. In einem königlichen Gestüt wurden sie dort zum ersten Mal gezüchtet. Noch heute wird dort die Zucht und Ausbildung von Dressurpferden der Spitzenklasse betrieben. Besucher können live dabei sein und das Gestüt besichtigen. Ganz in der Nähe wurde ein Feriendorf eröffnet, das zu Reiterferien in Lipica einlädt.
Lipica gehört heute zur Gemeinde Sezana. Die kleine Stadt liegt im südwestlichen Teil Sloweniens unweit der italienischen Grenze und der Adria. Das Gestüt in Lipica hat eine lange Tradition. Es wurde bereits 1580 gegründet. Seit dem 18. Jahrhundert betreibt es die Pferdezucht im Auftrag der Spanischen Hofreitschule in Wien.
Von den Lipizzanern war im Jahre 1786 zum ersten Mal die Rede. Sie gelten als die älteste Kulturpferderasse weltweit. Die Schimmel wurden auf dem Gestüt ausgebildet und die leistungsfähigsten Hengste an die Spanische Hofreitschule in Wien weiter gegeben. Diese fiel jedoch als Hauptabnehmer nach dem Ersten Weltkrieg und dem Ende der Habsburgermonarchie aus. Die noch in Lipica befindlichen Pferde wurden evakuiert und das Gestüt geschlossen.
Erst Jahrzehnte später wurden Zucht und Ausbildung in Lipica wieder aufgenommen. Das Gestüt konnte von seinem Ruf und seiner traditionsreichen Vergangenheit profitieren und verfügt heute wieder über ein außerordentlich erfolgreiches Zuchtprogramm. Die Schimmel aus Lipica sind weltweit sehr begehrt.
Die Lipizzaner gehörten ohne Zweifel zu den bekanntesten Pferderassen. Es handelt sich ganz überwiegend um Schimmel. Allerdings haben die Fohlen zunächst eher dunkle Fellfarben und werden erst mit dem sechsten bis zehnten Lebensjahr weiß. Der grundsätzliche Typ des Lipizzaners hat sich seit nun ca. 300 Jahren nicht verändert. Es handelt sich um ein mittelgroßes, kompaktes, aber elegantes Pferd.
Der Lipizzaner gilt als hart, kräftig und ausdauernd, was ihn für den Pferdesport prädestiniert. Besonders im Gang wirken Lipizzaner aber auch elegant und graziös. Am besten sind sie für die klassische Dressur geeignet.
Das Gestüt von Lipica kann heute nicht nur besichtigt werden, vielmehr öffnet es seine Tore für einen aktiven Reiturlaub. Man kann bei der Dressur zusehen, selbst ausreiten oder Reiten lernen. Die einzelnen Angebote werden vom benachbarten Feriendorf aus koordiniert.
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