7. Februar 2012
Die Slowakei verfügt über zahlreiche Burgen und Schlösser, die sich zumeist auf Anhöhen oder am Ufer von Flüssen errichtet wurden. Dadurch fügen sie sich in eine idyllische Landschaft ein, so dass man manchmal den Eindruck hat, geradezu typische Märchenschlösser vor sich zu haben. Dabei sind die meisten Burgen und Schlösser der Slowakei keineswegs neoromantische Bauten aus dem 19. Jahrhundert, sondern echte Ritterburgen aus dem Mittelalter. Ihr Erhaltungszustand ist sehr unterschiedlich und reicht von noch heute bewohnten Bauten bis zur Ruine.
In der Slowakei wird zwischen vier verschiedenen Burgarten unterschieden. Hrad bezeichnet eine klassische mittelalterlich Burg. Zamok ist ein Schloss, das nicht der Verteidigung, sondern als fürstliche Residenz diente oder immer noch dient. Als Kastiel und Pevnost bezeichnet man hingegen ausgebaute Festungsanlagen, die militärischen Zwecken dienten.
Das Schloss Altsohl aus dem 14. Jahrhundert liegt in der Mittelslowakei bei Zvolen. Es ersetzte eine ältere Burganlage aus dem 12. Jahrhundert und diente als adliger Verwaltungssitz. Architektonisch gleicht das gotische Schloss italienischen Vorbildern. 1548 wurde es im Renaissancestil umgebaut. 1784 kam eine Kapelle im Barockstil hinzu. Bei Renovierungsarbeiten Ende des 19. Jahrhunderts wurde das ursprüngliche Aussehen des Schlosses wiederhergestellt.
Das Schloss Altsohl wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt. In dem 1969 wiederhergestellten Bau befindet sich heute die Slowakische Nationalgalerie mit berühmten Bildern von Hogarth, Veronese, Rubens und anderen Künstlern.
In der Region Orava nördlich von Dolny Kubin befindet sich die Arwaburg. Sie liegt idyllisch auf einer Felsklippe über hundert Meter über dem Fluss Arwa. Die mittelalterliche Burg wurde zwischen dem 13. Und 17. Jahrhundert von ungarischen Adligen auf drei Ebenen des Felsens angelegt.
40 Kilometer im Nordosten der Hauptstadt Bratislava liegt die Burg Cerveny Kamen. Sie wurde 1240 südlich von Casta an der Weinstraße der Karpaten erbaut. 1528 erwarben die Fugger die Burg und bauten sie zu einem befestigten Handelsplatz aus. Die mächtigen Kanonenbasteien wurden von Albrecht Dürer entworfen. Nach mehreren Bränden wurde die Burg Cerveny Kamen aufwändig restauriert. Heute beherbergt sie ein Museum, das sich der Adelskultur in der Slowakei zwischen dem 16. Und 20. Jahrhundert widmet.
Besonders sehenswert sind darüber hinaus die Basteien und der Rittersaal mit historischen Waffen und Rüstungen.
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