23. November 2011
Reis ist das Hauptnahrungsmittel auf den Philippinen. Er wird auch in den unzugänglichsten Regionen angebaut. Manchmal ergeben sich daraus beeindruckende Sehenswürdigkeiten wie die Reisterrassen in Banaue. Bereits seit 2000 Jahren ist diese ungewöhnliche Anbauweise in den Bergregionen der Philippinen verbreitet.
Die Reisterrassen von Banaue liegen inmitten einer Berglandschaft in einer Höhe von ca. 1.500 Metern. Die Reisanbaufläche bedeckt ungefähr 10 Quadratkilometer der Hänge. Bereits die austronesischen Ureinwohner der Philippinen begannen hier mit dem Reisanbau, der von ihren Nachfahren und Einwanderern fortgeführt wurde. Sie bauten Steinmauern, um die Hänge zu befestigen und Erosionen zu verhindern. Während im Tal größere Felder liegen, sind die Anbauflächen auf den Hängen an einigen Stellen nur wenige Meter breit und haben eine Steigung von bis zu 70 Grad. Die Reisterrassen von Banaue sind das älteste Bauwerk der Philippinen überhaupt. Noch heute wird der Reisanbau von den Einheimischen fortgeführt, allerdings eher aus Tradition und für touristische Zwecke. 1995 nahm die UNESCO die Reisterrassen von Banaue zusammen mit vier ähnlichen Anpflanzungen in die Liste des Weltkulturerbes auf.
Schon sehr früh war Reis als wichtigstes Grundnahrungsmittel auf den Philippinen verbreitet. In den unzugänglichen Bergregionen des Landes gab es jedoch kaum brauchbare Ackerflächen. Die Reisterrassen stellten eine intelligente Lösung dar, weil sie den Anbau auch in extremen Handlagen ermöglichten, und gleichzeitig eine Erosion des fruchtbaren Bodens verhinderten. Oberhalb der Felder wurden Wälder angelegt, aus denen die Wasserversorgung sichergestellt wird. Über ein komplexes System von Gräben, Dämmen und Bambusröhren wird das Wasser hinabgeleitet und gleichmäßig über die Felder verteilt. Das Wasserversorgungssystem funktioniert so, dass alle Terrassen gleich viel Anteil am Wasser bekommen. Die Felder werden durch Bruchsteinmauern stabilisiert. Es handelt sich um die einzigen Steinbauwerke auf den Philippinen aus vorkolonialer Zeit.
Die Reisterrassen von Banaue werden von den einheimischen Ifugao nach alten Stammestraditionen betrieben. Da sich der Reisanbau für die Bauern wirtschaftlich kaum noch lohnt, gelten die Reisterrassen als gefährdet. Maschinen können auf den steilen Hängen nicht eingesetzt werden. Einige Felder werden vernachlässigt. Andere werden nur noch für den Tourismus betrieben. Wieder andere werden mit modernen Bewässerungsanlagen ausgestattet, die die traditionellen Anlagen ersetzen.
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19.05.12 | |
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