21. Dezember 2011
Die Ruinenstadt Machu Picchu gehört nicht nur zu den spektakulärsten Sehenswürdigkeiten Perus, sondern wohl der ganzen Welt. Sie liegt tief in den Anden und ist erst relativ spät entdeckt und erforscht. Heute ist Machu Picchu ein Touristenmagnet, zum einen wegen seine ungewöhnlichen Lage, zum anderen weil es einzigartige Einblicke in die alte Inkakultur erlaubt.
Machu Picchu ist eine der am besten erhaltenen Inkastädte Südamerikas. Die Siedlung wurde im 15. Jahrhundert auf dem gleichnamigen Berg mitten in den Anden begründet. Sie liegt auf einem Bergrücken in über 2.600 Metern Höhe und etwa 75 Kilometer von der alten Inkahauptstadt Cusco entfernt. Damals wie heute war die terrassenförmig angelegte Stadt nur über schmale Bergpfade zu erreichen. Schätzungen zufolge lebten in den 216 Bauten Machu Picchus etwa 1.000 Menschen. Die Häuser waren über Treppenanlagen miteinander verbunden, und die Stadt verfügte über eine Wasserleitung. Wegen ihrer isolierten Berglage und wegen des Fehlens schriftlicher Aufzeichnungen wurde Machu Picchu erst 1911 entdeckt. Seitdem haben viele Ausgrabungen stattgefunden. Sie förderten unter anderem Inkagräber zutage, was darauf schließen lässt, dass die Stadt bewohnt und voll funktionsfähig war. Einige Gebäude von Machu Picchu wurden inzwischen originalgetreu restauriert.
Warum die Inkas eine Stadt im Hochgebirge errichteten und zu welchem Zweck sie diente, ist nach wie vor unklar. Nach einer Theorie soll Machu Picchu ein Zufluchtsort für den Inkakönig und seinen Tross gewesen sein. Die Berglage soll aus Sicherheitsgründen, möglicherweise aber auch zum Zweck der Verehrung des Sonnengottes, dem man sich dort besonders nah wähnte, gewählt worden sein. Unklar ist auch, warum die Stadt verlassen worden ist.
1983 wurde Machu Picchu auf die Liste des UNESCO Weltkulturerbes gesetzt. Seitdem hat der Tourismus erheblich zugenommen, obwohl die Inkastadt nach wie vor nur schwer zugänglich ist. Täglich besuchen ca. 2.000 Personen die Anlage. Aus konservatorischen Gründen wird derzeit diskutiert, eine Maximalbesucherzahl festzulegen. Per Eisenbahn gelangt man von Cusco nach Aguas Calientes, das am Fuß des Berges Machu Picchu liegt. Von dort geht es per Bus eine Serpentinenstraße hinauf. Über die Inkapfade lässt sich die Stadt auch zu Fuß erreichen. Der geplante Bau einer Seilbahn von Aguas Calientes nach Machu Picchu wurde wegen Erdrutschen und konservatorischen Bedenken nicht ausgeführt.
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