Mazedonien - Lage, Sehenswürdigkeiten und Spezialitäten

Blick auf Wasserfälle im Nationalpark Plitvicer Seen, Kroatien

Sehenswertes im Reiseziel Mazedonien

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  • von Paradisi-Redaktion

Mazedonien, auch Makedonien genannt, gilt noch nicht als klassisches Urlaubsland. Doch die ehemalige jugoslawische Teilrepublik auf der Balkanhalbinsel hat in Sachen Natur und Kultur einiges zu bieten. Wer diese besuchen mögchte, sollte nicht nur die einzigartige und atemberaubende Landschaft genießen, sondern auch die landestypischen Spezialitäten testen. Lernen Sie das Reiseziel Mazedonien kennen.

Mazedonien - Geographie

Der Binnenstaat Mazedonien befindet sich in Südosteuropa, zentral auf der Balkanhalbinsel. Im Norden grenzt er an Serbien, im Osten an Bulgarien. Südlich befindet sich Griechenland, im Westen Albanien. Im Nordosten grenzt er an das Kosovo.

Im Westen des Landes liegen die Ausläufer des Dinarischen Gebirges. Dabei handelt es sich um das bedeutendste Gebirge im Westbalkan. Der höchste Berg ist mit 2.727 Metern der Golem Korab.

Geographische Lage Mazedoniens in Europa
Geographische Lage Mazedoniens in Europa

Klima und Artenvielfalt

Im Inneren des Landes ist das Klima eher rau - man kann von einem Übergang zwischen mediterranem und kontinentalem Klima sprechen. Die Sommer sind warm, ohne viel Niederschlag. Im Winter gibt es hingegen sehr viel Niederschlag und niedrige Temperaturen.

Mazedonien verfügt über eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. In etwa einem Drittel des Landes befinden sich Mischwälder; hier wachsen Eichen, Buchen und Kastanien. Die Ebenen sind mit Weideflächen und Macchien bedeckt.

Um die Seen herum findet man Feigen, Zypressen und Walnussbäume. Über 1.300 Meter Höhe wachsen außerdem Tannen und Bergkiefern, weiter oben Wacholderbüsche.

Das Territorium von Mazedonien lässt sich in vier Ökoregionen einteilen:

  • Mischwälder mit Hartlaubvegetation des Ägäischen Meers
  • Mischwälder der Rhodopen
  • Mischwälder der Balkanhalbinsel
  • Mischwälder des Pindos

Die am weitesten verbreiteten Laubbaumarten sind

  • Gemeine Esche
  • Ulmen
  • Pappeln
  • Erle
  • Kopfweide
  • Trauerweide
  • Berg-Ahorn und
  • Mazedonische Eiche.

Ebenfalls ist Mohn häufig anzutreffen.

Mazedoniens Tierwelt besteht - je nach Region - aus

  • Luchsen
  • Rothirschen
  • Gämsen
  • Mardern
  • Eichhörnchen
  • Rotfüchsen
  • Wölfen
  • Dachsen
  • Wildschweinen und
  • Bären.

Zu den Arten, die im Ohridsee beheimatet sind, zählen unter anderem Rotaugen, Gründlinge, Ohridforellen, Felchen und Gründlinge.

Geographische Lage Mazedoniens auf der Weltkarte
Geographische Lage Mazedoniens auf der Weltkarte

Lohnenswerte Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele

In Mazedonien gibt es einige lohnenswerte Regionen und Ziele.

Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt Skopje

Die mazedonische Hauptstadt Skopje blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück. Eine Geschichte, die von zahlreichen steingewordenen Hinterlassenschaften erzählt wird.

Geschichte

In der Hauptstadt von Mazedonien leben derzeit circa 500.000 Menschen. Damit wohnt etwa ein Viertel der mazedonischen Gesamtbevölkerung in der Metropole.

Das Gesicht der Stadt präsentiert sich überaus facettenreich. Dies hat Skopje seiner über 2000-jährigen Geschichte zu verdanken.

Zwar gibt es auch ältere Funde, die auf eine Besiedlung der der Region schon in der Jungsteinzeit vor rund 6000 Jahren hinweisen, belegt ist eine Besiedlung aber erst seit etwas mehr als 2000 Jahren. Gegründet wurde die Stadt einst von den Römern, die der Stadt den lateinischen Namen "Scupi" gaben.

Und die Gründer der Stadt haben bis heute ihre Spuren hinterlassen. Und auch die, die in späteren Jahrhunderten und Jahrtausenden die Stadt besiedelt haben, haben sich mit Bauten und Monumenten bis heute erhaltene Denkmäler gesetzt.

Sehenswerte Bauten in Skopje
Relikte aus der Gründerzeit

Bei einem Besuch in Skopje kann man heute noch Relikte aus der Gründerzeit der Stadt vor über 2.000 Jahren bestaunen. Das römische Aquädukt ist nur eines der bis heute erhaltenen Hinterlassenschaften der römischen Siedler. In den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts wurden bei Ausgrabungen außerdem noch

  • einige römische Thermen
  • Stadthäuser
  • Gräber und
  • ein Theater.

Viele der ausgegrabenen Funde sind restauriert und können, etwa vier Kilometer außerhalb des heutigen Stadtzentrums, besichtigt werden. Lediglich das römische Theater steht nicht nur Besichtigung zur Verfügung.

Relikte aus dem Mittelalter

Auch das Mittelalter hat seine Spuren in Skopje hinterlassen. Diese Zeit war von verschiedenen slawischen Stämmen geprägt. Bulgaren und Byzantiner lieferten sich einen Machtkampf, der mehrere Jahrhunderte überdauerte.

Aus dieser Zeit kann man noch heute die vom byzantinischen Kaiser errichtete Steinbrücke betreten. Die 214 Meter lange, im 6. Jahrhundert errichtete Brücke verbindet den Alten Basar mit dem Hauptplatz von Skopje.

Moscheen

Etwa seit dem Ende des 14. Jahrhunderts gehörte Skopje dann für rund 500 Jahre zum osmanischen Reich. Aus dieser Zeit sind bis heute verschiedene Moscheen erhalten geblieben. Darunter die älteste Moschee der Stadt, die Meddah-Baba-Moschee. Auch Badehäuser, Hammame, sind bis heute erhalten geblieben, beziehungsweise durch Restaurationen wieder hergestellt wurden.

Naturkatastrophen und ihre Folgen

Neben Kriegen und Aufständen sorgten im Laufe der Geschichte der Stadt nämlich auch immer wieder Erdbeben dafür, dass Gebäude und Bauwerke der Stadt zerstört wurden. So auch das Wahrzeichen der Stadt, die Festung Kale, die hoch über Skopie thront. Die Festung wurde sowohl durch Kriege, als auch durch schwere Erdbeben immer wieder zerstört.

Das 19. und 20. Jahrhundert hat in Skopje ebenfalls sehenswerte Bauwerke hervorgebracht. So zum Beispiel die Muttergotteskirche und das Millenniums-Kreuz. Das im Jahr 2000 eingeweihte Stahlkreuz thront auf dem Gipfel des 1.040 Meter hohen Vodno und misst stolze 66 Meter.

Flagge von Mazedonien
Flagge von Mazedonien

Malerische Landschaften und schöne Bauwerke am Ohrid-See

Der Ohrid See befindet sich an der Grenze zwischen Mazedonien und Albanien. Der Südwesten des Sees liegt auf albanischer Seite.

Der Ohrid See ist tektonischen Ursprungs und zählt zu den ältesten Binnenseen der Welt. Er liegt 700 Meter über dem Meeresspiegel und ist mit 228 Metern der tiefste See des Balkans. Mit einer Gesamtfläche von 358 Quadratkilometern ist der Ohrid See 14,8 kam breit und 30,4 km lang.

Wegen des milden Klimas friert der See nie zu und bietet mit seinem kristallklaren Wasser einen Lebensraum für viele seltene Tierarten. Daher gehört der Ohrid See seit 1979 zum UNESCO Weltnaturerbe.

Am Ufer des Sees befinden sich viele Sandstrände. Der See ist eingebettet in eine malerische Landschaft, die auf eine lange Siedlungsgeschichte zurückblicken kann, wovon zahlreiche antike Baudenkmäler zeugen.

Tier- und Pflanzenwelt und antike Kultur

Aufgrund der urzeitlichen Entstehung des Ohrid Sees leben in ihm viele endemische Tierarten, d.h. solche, die nur in diesem Gewässer vorkommen. Einige dieser seltenen Arten, u.a. Lachse, werden auch in Farmen gezüchtet.

Der Fischreichtum des Sees ist für die Anwohner noch heute eine wichtige Einnahmequelle.

Obwohl rund um den See immerhin 200.000 Menschen leben, ist er abseits der größeren Städte in eine idyllische, unberührte Landschaft eingebettet. Südöstlich des Ohrid Sees befindet sich der Nationalpark Galičica, der das Galičica-Gebirge umfasst und sich zum Prespasee hin fortsetzt.

Das nordwestlich gelegene Jablanicagebirge kann an seinen Hängen mit Kastanien-Plantagen und Weinbauflächen aufwarten. Nicht umsonst fühlt man sich durch die unberührten Landschaften und die altertümlich- beschaulich wirkenden Dörfer in die Vergangenheit versetzt.

Ohrid, die größte Stadt am See, ist antiken Ursprungs (Lychnidos), wie auch viele andere Ortschaften der Umgebung. Illyrer, Makedonen und Griechen siedelten in der Antike an den Ufern des Sees und betrieben im Umland Gold- und Silberbergbau.

Am Ohrid See lag ein wichtiger Knotenpunkt der Römerstraße Via Egnatia, die Thessaloniki und Konstantinopel miteinander verband. Die Überreste antiker Straßen und Bauten lassen sich heute noch rund um den See bewundern.

Der Prespasee und seine Umgebung

Eine der schönsten Landschaften Mazedoniens findet man rund um den Prespasee. Dieser See liegt im Dreiländereck zwischen Griechenland, Albanien und Mazedonien. Der Prespasee befindet sich im Zentrum eines Nationalparks, der zu den größten in Europa gehört.

Der Prespasee hat eine Fläche von 273 Quadratkilometern, ist etwa 34 Kilometer lang und bis zu 10 Kilometern breit. Er gliedert sich in den großen und den südlich gelegenen kleinen Prespasee, die über einen künstlich angelegten Kanal miteinander verbunden sind.

Der Osten des Sees wird von einer Gebirgskette flankiert, während ihm gegenüber im Westen der Ohrid-See, das größte Gewässer Mazedoniens, liegt. Der Prespasee wird von vielen kleinen Zuflüssen gespeist, seine Küste ist sehr zerklüftet und wegen der nahen Berge wirkt er wie ein Gebirgssee. Immerhin liegt er auch tatsächlich mehr als 800 Meter über dem Meeresspiegel.

Der äußerst fischreiche See ist Heimat vieler seltener Pflanzen- und Tierarten, die im Nationalpark unter besonderem Schutz stehen. Der Prespasee und seine Umgebung werden von Pelikanen als Brut- und Überwinterungsplatz genutzt.

Der Prespasee und der Nationalpark

Der Prespasee liegt mitten in einem Nationalpark, der eine Fläche von ca. 2.000 Quadratkilometern umfasst und von Mazedonien, Griechenland und Albanien gemeinsam betrieben wird. Die seltene und weitgehend unberührte Flora und Fauna des Sees und seiner Umgebung gelten als besonders schützenswert. Sie sind sogar Teil des UNESCO Weltnaturerbes.

Tourismus ist rund um den Prespasee allerdings dennoch möglich, eingeschränkt wird dort sogar Wassersport wie Tauchen und Segeln betrieben. Mit einer Durchschnittstemperatur von 16, bzw. 21 Grad im kleinen Prespasee, handelt es sich um ein relativ warmes Gewässer, das zum Baden einlädt.

Die Region hat sich aufgrund der Naturschönheit und der mittlerweile vorhandenen Infrastruktur mittlerweile zu einem der wenigen touristischen Zentren Mazedoniens entwickelt, das ansonsten noch kaum touristisch erschlossen ist.

Prähistorische Funde

Den Tier- und Pflanzenreichtum verdankt der Prespasee seinen erhalten gebliebenen umfangreichen Feuchtgebieten. Sie drohen allerdings in letzter Zeit vor allem auf albanischer Seite durch Niederschlagmangel und Wasserentnahme für die Landwirtschaft auszutrocknen.

Die Erkundung der einzigartigen Landschaft ist auf markierten Wegen möglich. Bei Wanderungen rund um den See kann man antike Besiedlung bestaunen und kann eventuell sogar prähistorische Funde machen. Versteinerungen wie

deuten darauf hin, dass der Prespasee in der Vorzeit wohl einmal zu einem Salzwassermeer gehörte. In einigen Orten gibt es Museen, die Fundstücke ausstellen.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten in Mazedonien zählen

  • die Matkaschlucht mit der Süßwasserhöhle Vrelo
  • die Wasserfälle und Quellen in Vevchani
  • der Mavrovo Nationalpark
  • das Mavrovo Nationalpark und die Burg Markovi Kule in Prilep

Speisen und Getränke

Vergleichbar mit anderen Balkanländern verfügt Mazedonien über eine Küche, die auf Abwechslungsreichtum, Frische und vor allem Würze wert legt.

Mazedonien hat eine abwechslungsreiche Küche
Mazedonien hat eine abwechslungsreiche Küche

Zutaten der mazedonischen Küche

Bedingt durch die fruchtbaren Böden und das warme Klima gestaltet sich die mezedonische Küche traditionell sehr abwechslungsreich. Es wird viel frisches, saisonales Obst und Gemüse verarbeitet, ebenso wie reichlich Knoblauch und Würzkräuter.

In den landestypischen Speisen wird vor allem das verarbeitet, worüber jeder Kleinbauer und Gärtner verfügen kann. Die Hauptzutaten sind

Zudem kommen viele Milchprodukte aus Kuh-, Ziegen- oder Schafsmilch zum Einsatz und werden zu Joghurt oder Käse verarbeitet.

Die Zutaten erinnern teilweise bereits an die griechische und die türkische Küche, während der intensive Gebrauch von Gewürzen auf Gemeinsamkeiten mit anderen Balkanländern des ehemaligen Jugoslawien verweist. So spiegelt die mazedonische Küche in der Tat die geographische Lage des Landes im Südosten Europas wieder.

Typische Gerichte

In den Spezialitäten Mazedoniens werden die genannten Zutaten vielfältig und für den mitteleuropäischen Geschmack teilweise überraschend kombiniert. Kennzeichnend ist aber stets die besondere Frische der Zutaten und der Speisen, wie beim "Shopska Salat", ein Salat aus Tomaten, Gurken, Schafskäse und Zwiebeln.

"Tavche Gravche" ist ein Bohnengericht mit Paprika, Zwiebeln, Öl, Mehl, Tomaten und verschiedenen Gewürzen, das an ähnliche bulgarische Gerichte erinnert. Das griechische Moussaka, ein Kartoffel-Auberginen-Auflauf, bekommt in Mazedonien durch frische Gewürze eine landestypische Note.

Auch türkische Kebabs aus Rind- oder Lammfleisch sind in Mazedonien verbreitet und werden dort landestypisch variiert. Empfehlenswert ist auch das balkantypische Chevapcici, wobei es sich um kleine Röllchen aus Hackfleisch handelt, die mit Paprika und Knoblauch verfeinert werden. Im Fladenbrot verpackt, werden die Röllchen mit Zwiebeln serviert. Fischliebhaber sollten in jedem Fall auch die Ohrid Forelle probieren, die im größten See des Landes gefangen wird.

Alle Spezialitäten werden mit Bier oder Wein gereicht, der im klimatisch idealen Mazedoinen auch selbst angebaut wird. Zu beachten ist, dass Teile Mazedoniens moslemisch geprägt sind. Dort wird aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch verarbeitet und kein Wein angebaut.

Grundinformationen und Hinweise zu Mazedonien

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Plitvice Lakes NP from Vidikovac point #2, Croatia © A. Karnholz - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Mazedonien Geografische Lage 3 © Frank Optendrenk - paradisi.de
  • Bildnachweis: Mazedonien Geografische Lage 1 © Frank Optendrenk - paradisi.de
  • Bildnachweis: Mazedonische Flagge © Jürgen Priewe - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Snack © Carmen Steiner - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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