9. November 2011
Von Cornelia Scherpe
In den Discountern finden sich bereits wieder die klassischen Süßigkeiten zu Weihnachten und sobald der Oktober vorbei ist, sind wir auch gefühlt bald wieder in der Vorweihnachtszeit. Nicht daheim zu feiern, sondern über die Weihnachtstage in den Urlaub zu fahren, wird momentan immer beliebter. Besonders das Fest im Ausland zu verbringen, kann sehr reizvoll sein. So lernt man die Gebräuche und das etwas andere Weihnachts-Feeling der gewählten Region kennen. Ein Geheimtipp ist dabei Malta.

In der christlichen Welt ist Weihnachten eines der höchsten Feste. Die Geburt von Jesus Christus wird jedes Jahr aufs Neue gefeiert, mit Besinnlichkeit und Ruhe, aber auch Freude und reichlich Geschenken. Die Weihnachtszeit in Deutschland kennen wir alle. Ähnlich, aber auf faszinierende Weise eben doch etwas anders, feiert man auf Malta.
Malta ist eine Insel im Mittelmeer. Gemeinsam mit ihre Nachbarinseln Gozo und Comino bildet sie die "Republik Malta", ist also ein Inselstaat. Die meisten Einwohner sind katholisch und begehen daher alle christlichen Feste im Jahr. Weihnachten ist jedoch aus unserer Sicht heraus etwas ganz Besonders, denn auf Malta gibt es keine weiße Weihnachten wie bei uns, sondern ein Fest unter Palmen.
Doch nicht nur das Wetter ist anders. Zwar wird auch auf Malta beim guten Essen zusammen gefeiert und Geschenke an die Liebsten verteilt, doch Alles in Allem begeht man das Fest ruhiger als in Deutschland. Die Anwohner besinnen sich mehr auf die Geschichte hinter den freien Tagen und die darin enthaltenen Werte. Nächstenliebe steht dabei ganz oben.
Daher findet das Leben am 24. Dezember nicht nur im heimischen Kreis statt, sondern gemeinsam mit allen Inselbewohnern. Es ist nämlich Brauch, an diesem Tag durch die Straßen zu pilgern. Überall sind Krippen aufgestellt, die die Geburt Jesus zeigen. Jeder ist eingeladen, diese zu besichtigen – nicht nur an öffentlichen Plätzen und in öffentlichen Gebäuden, sondern auch in den privaten Gärten und Wohnungen. Dabei hält man Plausch mit eigentlich Wildfremden und spürt das Miteinander.
Ein weiterer Brauch, dem Sie beiwohnen sollten, ist die jährliche Weihnachtsprozession. Der junge Christus wird dabei von Kindern symbolisch an die Hand genommen und wandert mit allen durch die Straßen und Gassen. Am Abend dann findet man sich in einer der Kirche ein, um eine der klassischen Inszenierungen der Weihnachtsgeschichte mit zu erleben.
Deutschland ist übrigens eines der wenigen Länder, wo es die Geschenke für Groß und Klein am 24. Dezember gibt. Auf Malta hebt man sich dafür den Morgen des 25. Dezembers auf. Noch vor Sonnenaufgang trifft man sich mit den Liebsten und den Nachbarn in der Kirche zur Christmette und begeht anschließend ein traditionelles Frühstück, "Early Breakfast" genannt. Anschließend erst gibt es die Präsente.
Traditionelle Festtagsspeise ist der Truthahn. Als Beilage serviert man Timpana. Timpana sind nach speziellen Rezept überbackene Makkaroni mit Hackfleisch. Diese Form des Auflaufs ist in allen griechischen Ländern sehr beliebt.
Dieses "Weihnachten einmal anders" ist auf jeden Fall eine Reise wert. So wird der Palmen-Urlaub gleich noch zum kulturellen Erlebnis.
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