15. Dezember 2010
Brasilien, ein beliebtes Reiseziel in Südamerika, beeindruckt vor allem mit seiner atemberaubenden Natur. Der Regenwald des Landes zieht jährlich unzählige Rucksacktouristen an. Doch nicht nur der Regenwald ist eine Reise wert, nicht versäumen sollte man zudem eine Fahrt zur Ilha de Marajó, einer der größten Flussinseln der Welt.
Diese Insel befindet sich im Norden des Landes Brasilien im Mündungsbereich des Amazonas; hier leben etwa 250.000 Menschen. Mit einer Fläche von etwa 40.000 Quadratkilometern ist die Ilha de Marajó ungefähr so groß wie die Schweiz.
Keramikfunde deuten darauf hin, dass bereits vor mehr als 3.000 Jahren Menschen auf der Insel lebten; dies war die sogenannte Marajoara-Kultur. Später lebten jahrhundertelang die Nheengaíba auf der Insel; bekannt sind diese noch heute für ihre Töpferkunst, welche meist traditionell in rot, weiß und schwarz bemalt war.
Besonders beeindruckend auf der Flussinsel sind die seltenen Tierarten und verschiedenen Landschaftsformen, welche man hier findet. Während im Osten der Insel die Savanne das Bild der Landschaft bestimmt, wird der Westen von der sogenannten Várzea-Waldlandschaft bedeckt. Auch findet man etliche Palmensümpfe auf der Insel. Beachten sollte man jedoch, dass diese während der Regenzeit oft komplett überschwemmt sind.
Überall auf der Insel entdeckt man große Herden von Wasserbüffeln, welche hier ihren natürlichen Lebensraum gefunden haben. Interessant ist es, wie diese Tiere auf die Insel kamen: im Jahr 1920 sank ein aus Asien stammendes Schiff vor der Küste Brasiliens. Die Wasserbüffel an Bord konnten sich retten und schwammen auf die Flussinsel, wo sie sich schnell ausbreiteten. Mittlerweile schätzt man, dass etwa drei Millionen dieser Tiere als Nutztiere für Fleisch und Fell auf der Insel leben.
Auch stellt das wasserreiche Gebiet einen optimalen Lebensraum für etliche seltene Vogelarten dar. Der Scharlachsichler beispielsweise ist ein ganz besonderes Exemplar, welches auf der Ilha de Marajó heimisch ist. Dieser ist mit seiner markanten roten Farbe schon von Weitem sichtbar und ein beliebtes Fotomotiv. Darüber hinaus leben aber auch Alligatoren und Schlangen auf der Insel.
Soure und Salvaterra sind die bedeutendsten Touristenzentren auf der Insel; beide Orte liegen im Süden der Ilha de Marajó. Hier kann man an den traumhaften Stränden herrlich entspannen.
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