19. August 2010
Die wenigsten Menschen kennen den Unterschied zwischen einem Laufhaus und einem herkömmlichen Bordell. Obwohl in beiden Etablissements körperliche Liebe verkauft wird, sind die Rahmenbedingungen ziemlich unterschiedlich. Manche deutsche Laufhäuser haben mittlerweile Kultstatus und sind sogar international bekannt.
Ein Besuch im Bordell läuft gewöhnlicherweise so ab, dass der Freier das Bordell betritt und sich erst einmal an die Bar begibt. Hier sitzen bereits die einzelnen Damen und warten auf Kundschaft. Nach ein paar Drinks und einer kurzen Unterhaltung wird dann das Geschäftliche besprochen und der Abend auf einem der Zimmer fortgesetzt.
Das Geld, dass die Mädchen verdienen, dürfen sie nur zu einem gewissen Teil behalten. Der Rest geht an den Betreiber des Bordells, der im Übrigen auch die Preise der Damen mitbestimmt.
Ganz anders sind die Verhältnisse in einem Laufhaus. Hier bezahlen die Mädchen lediglich die Miete für eines der Zimmer, ansonsten müssen sie keine Abgaben an den Besitzer des Hauses leisten. Das Zimmer selbst und auch die Preise können individuell selbst bestimmt werden.
Als Freier zahlt man in den meisten Laufhäusern auch keinen Eintritt, es fallen lediglich Kosten für die Leistung an sich an.
Die Damen sitzen auf Stühlen vor ihren Zimmern und warten, bis einer der Freier Interesse zeigt.
Das wohl bekannteste deutsche Laufhaus befindet sich in Köln. Nicht nur hier ist das "Pascha" Kult, die Gäste kommen teilweise von weit her, um einen amüsanten Abend verbringen zu können. Neben dem Laufhaus verfügt das Pascha nämlich auch über ein Bordell und einen Nachtclub. Das Haus an sich ist daher ein riesiger Erotiktempel mit den verschiedensten Verlockungen.
Einen ganz besonderen Charakter hat auch das Freudenhaus Hase in Berlin. Hierbei handelt es sich nämlich nicht nur um ein Laufhaus, sondern auch um einen beliebten Veranstaltungsort für Events und kulturelle Veranstaltungen. So nah waren sich Kunst und Prostitution noch nie.
In Stuttgart kann man hingegen ein Laufhaus finden, das wohl am ehesten der klassischen Auffassung des Begriffs entspricht. Während viele andere Laufhäuser mittlerweile auch über ein Bordell und eine Bar verfügen, hat sich das Drei-Farben-Haus seinen traditionellen Charakter erhalten. Das Haus ist zweckmäßig eingerichtet und immer noch im Stil der 60er Jahre gehalten. Für die Damen gibt es sogar eine Kantine und Gemeinschaftsräume, die für die Freier nicht zugänglich sind.
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