13. Juli 2010
Wenn Eltern ihren Kindern einen Discobesuch verbieten, dann kann das aus ganz unterschiedlichen Gründen passieren. Die einen fürchten sich vor Räubern und Vergewaltigern, die anderen möchten ihren Nachwuchs vor Drogen und Alkohol schützen. Eine weitere große Gefahr ist jedoch selten Teil eines solchen Familienstreits: Der Lärm. Dabei kann schon ein einziger Clubbesuch das Gehör lebenslang beschädigen.
Der Mensch hat für viele Dinge ein eingebautes Alarmsystem. Wird die Haut beispielsweise zu großer Hitze ausgesetzt und droht zu verbrennen, so tritt sofort ein stechender Schmerz auf, der die Person dazu bringt, die jeweilige Körperstelle sofort zurückzuziehen.
Ähnlich läuft es auch mit vielen anderen Prozessen. Lärm ist einige der wenigen Ausnahmen, bei denen der Körper nicht mit Schmerz reagiert, wenn der Apparat überstrapaziert wird. Nur wenn man einem wirklich heftigen, lauten Geräusch ausgesetzt ist, spürt man ein leichtes Ziehen in den Ohren.
Der Hörsinn wird jedoch schon bei viel leiseren Geräuschen strapaziert. So können bereits Fluglärm oder Kindertröten die Ohren nachhaltig schädigen.
Besonders schlimm trifft es leidenschaftliche Discogänger. Sie genießen die laute Musik, tanzen die ganze Nacht und merken nicht, dass ihr Hörvermögen immer mehr nachlässt. Man merkt nach einiger Zeit meist gar nicht mehr, wie laut der Geräuschpegel tatsächlich ist. Nur das seltsame Pfeifen in den Ohren auf dem Heimweg ist ein leises Warnsignal des Körpers.
Bei jedem Besuch in einem Club wird das Gehör langsam weitergeschädigt, bis es irgendwann zum berüchtigten Hörsturz kommt. Dann lässt das lästige Pfeifen im Ohr gar nicht mehr nach und verwandelt sich im schlimmsten Fall in ein unerträgliches Pfeifen.
Wer das Rauschen oder Pfeifen nur vom Hörensagen kennt, kann sich glücklich schätzen und sollte die Notbremse ziehen, solange das Gehör noch intakt ist. Manche Clubs reduzieren ihre Lautstärke freiwillig auf ein erträgliches Maß, andere bieten immerhin Ohrenstöpsel an, die zumindest ein wenig dämpfen.
Geht man jedoch jeden Freitagabend mit dem seltsamen Ton im Ohr nach Hause, so ist es ratsam, die Clubs erst einmal zu meiden und stattdessen einen Arzt zu konsultieren. Bei rechtzeitigem Eingreifen kann sich das Gehör eventuell von selbst wieder erholen.
Ist der Tinnitus bereits vorhanden, kann es meist schon zu spät sein. Die meisten Therapien werden von den Krankenkassen nicht anerkannt und müssen daher aus eigener Tasche gezahlt werden.
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