Was Sie in einem Streit auf jeden Fall vermeiden sollten

Silhuette von jungem Mann und Frau auf weißem Hintergrund, lehnen mit Rücken aneinander

Tipps für das richtige Verhalten in Streitsituationen

"Wo Blumen wachsen, muss auch Regen fallen." Das hat meine Oma mütterlicherseits immer gesagt, wenn wir Enkel einmal bei einem etwas grantigen Gesprächsverlauf unserer Großeltern zugegen waren. Wer sich liebt und wertschätzt muss auch streiten könne, ohne das dabei gleich die ganze Beziehung in Frage gestellt wird.

Streiten ist wichtig, um sich Dinge von der Seele reden zu können, die unausgesprochen das Verhältnis zum Partner langfristig beeinträchtigen könnten. Doch ein Streit birgt auch immer die Gefahr, dass man den anderen tief verletzt oder sich mit der Debatte so lange im Kreis dreht, bis schließlich einer von beiden entnervt und entkräftet aufgibt.

Damit Ihre Beziehung an Meinungsverschiedenheiten wachsen kann, sollten Sie bestimmte Streitszenarios vermeiden, weil diese keine gesunde Debatte erlauben.

Immer und Nie

Sätze, die Sie mit Worten wie "immer", "nie", "stets und ständig" oder "niemals" einleiten, gehören in kein Streitgespräch, weil Sie damit ihren Gegenüber mit etwas in einer fundamentalen Weise beschuldigen, die ihn sofort in eine Verteidigungsposition drängt.

Damit ist es für Ihren Partner nahezu unmöglich, sich konstruktiv an der Lösung des Streitproblems zu beteiligen, weil sich seine Gedanken eher darum drehen, wie er sich rechtfertigen kann.

Wenn Klärungsbedarf anliegt, sollten Sie das Gespräch daher nicht mit Schuldzuweisungen beginnen, sondern eher das Problem neutral benennen. Machen Sie dann deutlich, warum Sie das Verhalten des anderen als nicht zuträglich betrachten.

Wie du mir, so ich dir

In der Grundschule haben Streits auf der Wie-du-mir-so-ich-dir-Basis durchaus ihre Berechtigung, aber ganz sicher nicht in der Erwachsenenwelt und erst recht nicht in Ihrer Beziehung.

Mit dem Moment, in dem Sie aus Rache etwas tun, um die Gefühle Ihres Partners auf gleiche Weise zu verletzen, wie er es mit Ihren getan hat, starten Sie eine Spirale von Zwistigkeiten, die sich immer weiter hochschaukelt. Im schlimmsten Fall bleibt von Liebe am Ende wenig übrig.

Wenn Sie ein Problem mit Ihrem Partner haben, bringen Sie es zur Sprache oder beenden Sie die Beziehung.

Verbale Tiefschläge

In der Hitze des Gefechts schleicht sich schnell die Idee ein, dass man mit verbalen Tiefschlägen einen taktischen Vorteil erhalten könnte. In der Realität ist es jedoch hier nicht anders als im Boxring. Wer tief schlägt, wird bestraft.

Wenn Sie aus Mangel an wirklichen Argumenten Dinge sagen wie "und deshalb bist du auch zur Adoption freigegeben worden" oder mit ähnlichen zutiefst verletzende Bemerkungen heraus poltern, öffnen Sie das Feld für eine neue Schlacht.

Es geht nun nicht mehr um den eigentlichen Auslöser des Streits, sondern um die Basis Ihrer Beziehung.

Meistens wissen Sie auch sofort, dass Sie mit diesen verbalen Tiefschlag das Vertrauen Ihres Partners nachhaltig erschüttert haben. Man erwartet es schlicht nicht, dass jene Person, der man seine Ängste, Schwächen und Geheimnisse anvertraut, eben diese als Munition in einem Streit benutzt.

Brechen Sie daher den Streit lieber ab, wenn Sie merken, dass Ihr Temperament mit Ihnen durchgeht und Sie dabei sind, einen Fehler zu machen, den Sie vielleicht nie wieder beheben können.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Young man and woman on a white background © RTDS - www.fotolia.de

Autor:

Marco Stephan - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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