9. Oktober 2009
Haben Sie das Gefühl, dass Sie permanent von einer bestimmten Person beschattet, überwacht oder sogar verfolgt werden? Haben Sie sich noch niemandem anvertraut, weil Sie mit Ungläubigkeit und Unverständnis rechnen, und sich vielleicht selbst nicht so ganz sicher sind? Oder ist Ihr Verdacht greifbar, und Sie werden auch durch Taten und Gespräche von Ihrem Verfolger belästigt? Dann sind Sie ein Stalking-Opfer und sollten sich wehren. Doch wie wird man mit einem solchen Stalker fertig?
Sie sollten wissen, dass Stalking seit einigen Jahren auch in Deutschland als Straftatbestand gilt und allgemein anerkannt ist. Wenn Sie also ein Stalking Opfer sind, dann ist es nicht nur Ihr Recht, sondern sogar Ihre Pflicht, dies bei der Polizei zu melden. Sie können gegen den Stalker Anzeige erstatten, egal ob er Ihnen persönlich bekannt ist oder nicht, und die Polizei muss sich des Falls annehmen. In den meisten Fällen gelingt es der Polizei innerhalb kurzer Zeit, den Stalker zu überführen und zu verhaften.
Wenn Sie sich von einer Person aus Ihrem Bekanntenkreis verfolgt, überwacht und belästigt fühlen, dann ist es möglich, dass es sich auch bei dieser Person um einen Stalker handelt. Denn Stalker sind häufig auch abgewiesene Liebhaber oder Bewunderer, die mit der erfahrenen Ablehnung nicht zurecht kommen. Manchmal gibt es Grauzonen im Stalking: Es ist für das Opfer schwer zu erkennen, ob in bestimmten Fällen bereits Stalking vorliegt, oder ob der Belästiger sich möglicherweise nur wichtig machen möchte, und die Grenzen unwissentlich überschreitet. In diesen Situationen sollten Sie gemeinsame Bekannte hinzu ziehen und deren Rat einholen. Allerdings sollten Sie schnell handeln, um keine Zeit zu verlieren. Manchmal hilft auch ein persönliches Gespräch mit dem aufdringlichen Zeitgenossen, das Sie aber in Anwesenheit von Zeugen und Beschützern führen sollten. Ist der Betreffende uneinsichtig, sollten Sie bei der nächsten Auffälligkeit ebenfalls sofort die Polizei einschalten.
Stalking Opfer haben häufig Hemmungen, sich Hilfe zu holen. In der Zeit des Aushaltens müssen sie viele unangenehme oder furchteinflößende Situationen meistern. Auch wenn die Gefahr letztendlich ausgeschaltet ist, fühlen sie sich unsicher und haben meist Ängste entwickelt, die vorher nicht vorhanden waren. Diesen Ängsten kann man mit sehr viel Gesprächen mit Freunden und einem guten sozialen Hintergrund selbst beikommen. Idealerweise wird aber empfohlen, professionelle Hilfe dazu zu holen.
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Das Buch Psychologie des Stalking von Jens Hoffmann und Hans-Georg Voß.