7. Februar 2012
Ein Profil bei Singlebörsen einzustellen ist immer ein Spagat - zwischen dem Erreichen von höchstmöglicher Authentizität einerseits und andererseits dem verständlichen Bedürfnis, nicht gleich zu viel von sich selbst preiszugeben. Ein nichtssagendes Allerweltprofil mit einem womöglich einem Cartoon oder einem Landschaftsfoto als Profilbild verspricht wiederum wenig Erfolg bei der Suche nach dem Partner fürs Leben.
Womit man gut auf sich aufmerksam machen kann, ohne dass man befürchten muss, dass potenziell Interessierte am nächsten Tag vor der Tür stehen, ist eine detaillierte Angabe zu Hobbies und Interessen. Dies bedeutet, dass man statt "Meine Hobbies sind Lesen und Musik" beispielsweise schreibt: "Der letzte Roman von Henning Mankell hat mich so in seinen Bann gezogen, dass ich die ganze Nacht durchgelesen habe" oder "Ich höre leidenschaftlich gern Rockmusik und besuche so viele Festivals wie nur möglich".
Einerseits nämlich sagt dies bedeutend mehr als "Lesen" oder "Musikhören" (denn dies kann vom Handarbeitsratgeber bis zum Kitschroman, von Deutschrap bis zu Schlager alles umfassen), andererseits macht es interessant, wenn man für irgend etwas Leidenschaft entwickelt. Schließlich ist kaum etwas langweiliger, als ein Partygast, der auf die Frage nach seinem Musikgeschmack mit "ach, eigentlich alles" oder "na, so Charts halt" antwortet.
Eine Singlebörse ist hier als große Party zu betrachten, bei der man mit möglichst vielen Leuten ins Gespräch kommt, um schließlich mit dem interessantesten Gast den Rest des Abends zu verbringen.
Als Foto sollte man eine aktuelle, sympathische Portraitaufnahme wählen. Wer sich scheut, der Öffentlichkeit sein Gesicht zu zeigen, sollte eine Singlebörse wählen, bei der die Teilnehmer einerseits eine Mitgliedsgebühr entrichten müssen (dies garantiert ein seriöses Interesse) und andererseits die Option besteht, das Foto erst auf Anfrage und nach einem ersten "Beschnuppern" freizuschalten.
Sich mit Bildern von Models o.ä. schöner zu schummeln als man ist, fliegt spätestens beim ersten Treffen auf. Auch sollten Photoshop und Co. nur behutsam eingesetzt werden, denn sonst ist die Enttäuschung im wirklichen Leben groß.
Fast noch wichtiger als das Foto ist der Nickname, denn diesen sieht der Flirtwillige zumeist zuerst. "Loverlover84" ist nicht wirklich günstig, wenn man es auf die Suche nach der Frau fürs Leben angelegt hat. Auch ist es fraglich, ob "Mauseschneckchen567" ernst genommen wird.
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