2. Oktober 2009
Jeder Mensch verarbeitet Liebeskummer auf seine Weise. Häufig hängt der Umgang mit dem Liebeskummer auch damit zusammen, ob man Liebeskummer bereits kennt, oder ob man ihn zum ersten Mal erlebt. In den meisten Fällen gelingt es den Betroffenen früher oder später, mit dem Liebeskummer umzugehen. Doch wann benötigt man Hilfe?
Hilfe und Unterstützung bei Liebeskummer tun der Seele gut. Es ist also nichts dabei, sich einer guten Freundin, einem guten Freund oder vielleicht auch den Eltern und Geschwistern anzuvertrauen. Ihr Zuspruch hilft und tröstet. Möglicherweise zeigen einem Freunde auch Dinge in der Beziehung auf, die ihrer Meinung nach nicht optimal gelaufen sind. Ist der Expartner daran mehr schuld als man selbst, so kann auch dies sehr tröstlich sein. Ob man diese Hilfe tatsächlich braucht, oder ob sie einem nur gut tut, das kann man lange diskutieren. In jedem Fall aber ist es schön, wenn man sie bekommt. Dann lässt der Liebeskummer mit der Zeit auch nach.
Gar nicht so selten jedoch sind die Fälle, in denen der Liebeskummer nicht abnimmt, sondern im Gegenteil mit der Zeit noch zunimmt. Der Betroffene verliert sämtliche Energien und seine Lebenslust. Je länger dieser Zustand anhält, desto mehr wenden sich auch die Freunde ab. Irgendwann wird er vom Liebeskummer so stark gelähmt, dass er seinen täglichen Pflichten nicht mehr nachkommen kann. Sprechen wir hier nur von einigen wenigen Tagen, so ist dies meist noch unbedenklich. Führt es jedoch so weit, dass der Betroffene schließlich vor lauter Liebeskummer nicht mehr zur Arbeit gehen oder seine Familie nicht mehr versorgen kann, dann ist die höchste Alarmstufe erreicht.
Jetzt kann meist nur noch professionelle Hilfe retten. Im Gespräch mit dem Psychologen wird dann die eigene Situation erläutert und analysiert. Meist liegt das Problem darin, dass der Betroffene sich zu sehr über seinen Partner und die Beziehung definiert hat, und sich ohne den Partner nicht mehr lebensfähig fühlt. Alle Energie hat ihn verlassen, er fühlt sich minderwertig und ungeliebt. Alle Zukunftspläne sind geplatzt, er weiß nicht, wie es weiter gehen soll. Hier muss der Psychologe ansetzen. Er muss Hilfestellungen geben, wie die starke Fixierung auf den Expartner gelöst werden kann. Der Betroffene muss zu sich selbst, zu seinen Stärken und seiner Selbständigkeit zurück finden. In manchen Fällen kann auch eine private Vertrauensperson diese Arbeit leisten.
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