28. Oktober 2009
Wie ergeht es Kindern, die in einer homosexuellen Lebenspartnerschaft aufwachsen? Die entweder zwei Mütter oder zwei Väter haben? Leiden solche Kinder einen emotionalen Mangel, oder werden sie im Gegenteil zu besonders toleranten und gefühlvollen Menschen erzogen?
Die Bilanz lässt hoffen: Die meisten Kinder, die in einer homosexuellen Lebenspartnerschaft aufwachsen, empfinden ihr Umfeld als völlig normal und sind im Gegenteil eher durch die Skepsis und Ablehnung von außen befremdet. Wie in heterosexuellen Familien ebenfalls so gilt auch hier, dass nicht die sexuelle Ausrichtung der Eltern den Ausschlag für die emotionale Entwicklung der Kinder gibt, sondern die Art des liebevollen und respektvollen Umgangs miteinander.
Eine Familie mit homosexuellem Elternpaar ist meist in der einen oder anderen Form eine Patchworkfamilie. Eine sehr häufig vorkommende Konstellation ist die Variante, dass einer der Partner ein Kind oder mehrere Kinder mit in die Beziehung und Ehe einbringt. Manchmal haben auch schon beide Partner Kinder aus früheren, heterosexuellen Beziehungen und finden erst später ihren tatsächlichen Weg in die Homosexualität. Besonders bei Frauen, die gesellschaftlich eher dazu neigen, den vorherrschenden Konventionen zu folgen als Männer, ist dies häufig zu beobachten. Für die Kinder ergeben sich aus einer solchen Familienzusammenführung vergleichbare Probleme wie dies auch bei heterosexuellen Patchworkfamilien der Fall ist: Sie müssen sich in erster Linie an den neuen Partner des Vaters oder die neue Partnerin der Mutter gewöhnen und diese menschlich akzeptieren. Dies ist nicht immer ganz einfach. Als zusätzliche Schwierigkeit kommt hinzu, dass gesellschaftliche Schranken überwunden werden müssen. Gerade Kinder, die bereits selber in der Pubertät stecken, tun sich häufig damit sehr schwer.
Bei kleineren Kindern jedoch kann beobachtet werden, dass die Akzeptanz des neuen Partners nicht unbedingt von dessen Geschlecht abhängt. Sie sind anpassungsfähiger, haben aber ein sehr sensibel ausgeprägtes Gespür für echte und nicht ganz so echte Gefühle. Spüren sie, dass ihr Elternteil in der neuen Beziehung glücklich ist, und der neue Partner ihnen freundschaftlich gegenüber steht, so finden sie sich mit der neuen Situation meist rasch zurecht.
In eine homosexuelle Lebenspartnerschaft adoptierte Kinder haben mit vielen Problemen gleichzeitig zu kämpfen. Wie alle adoptierten Kinder kommen sie aus schwierigen persönlichen Verhältnissen und sind meist verunsichert und häufig unglücklich. Hinzu kommt dann noch, dass sie sich in einer nicht ganz so stereotypen Beziehung ihrer neuen Eltern erst einmal zurecht finden müssen. Doch auch dies scheint mit Liebe und Geduld möglich zu machen zu sein.
Und den lieben Mitmenschen, die sich ach so um das Wohlergehen sorgen.
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