9. Oktober 2009
Die Schwierigkeiten von homosexuellen Lebenspartnerschaften sind vermutlich genauso wenig pauschal aufführbar wie die von durchschnittlichen heterosexuellen Ehen. Welche Probleme Eheleute miteinander haben, liegt meist individuell in ihren Charakteren begründet. Doch bei den homosexuellen Lebensgemeinschaften kommt als erschwerender Faktor vermutlich noch eine mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz hinzu.
In Großstädten sind homosexuelle Lebenspartnerschaften - genau wie viele andere unkonventionelle Lebensformen - meist etwas mehr toleriert als in ländlicher Umgebung oder in Kleinstädten. Hier lebt man etwas anonymer und hat viel mehr Möglichkeiten, Gleichgesinnte zu treffen und Freunde zu finden. Man fällt unterm Strich einfach weniger auf. In einer sehr bürgerlichen Umgebung dagegen kann es schon vorkommen, dass Homosexualität auch heute noch skeptisch oder mit offener Feindseligkeit betrachtet wird. Damit muss das betroffene Paar umgehen können.
Doch was als Störfaktor von außen an die Beziehung heran getragen wird, kann auch eine Chance beinhalten. Durch die gemeinsam bewältigten Probleme kann ein Paar umso mehr zusammen wachsen und zusammen halten. Freunde, die man "trotz" der vermeintlich unkonventionellen Lebensweise findet, sind unter Umständen bessere Freunde als so manche oberflächliche Bekanntschaft.
Stress kann jedoch auch durch eine Ablehnung der Lebenspartnerschaft und des Lebenspartners durch die eigene Familie oder die Gegenfamilie verursacht werden. Zwar erfordert es gerade von der älteren Generation etwas mehr Toleranz, einen homosexuellen Partner zu akzeptieren. Doch ist der Stress durch Familienkonstellationen auch in heterosexuellen Partnerschaften nichts Ungewöhnliches.
Ein nicht zu vernachlässigendes Problem entsteht jedoch, wenn sich ein homosexuelles Paar Kinder wünscht. Ist das Paar männlich, so kommt eigentlich nur eine Adoption in Frage, die aber in Deutschland noch nahezu unmöglich ist. Den wenigsten männlichen Paaren gelingt es tatsächlich, ein Kind zu adoptieren. Die Kinder übrigens haben mit der ungewöhnlichen Verteilung Ihrer Bezugspersonen meist kein Problem. Wachsen sie in einer liebevollen Umgebung auf, so werden sie meist zu selbstbewussten und toleranten Menschen, denen es emotional an nichts mangelt.
Ist das homosexuelle Paar weiblich, so lässt sich der Kinderwunsch - zumindest theoretisch - wesentlich unbürokratischer lösen. Schwierigkeiten treten dann auf, wenn entschieden werden soll, wer das Kind austrägt und wer sein Vater sein könnte. Problematisch wird es auch dann, wenn zum Beispiel nur eine der beiden Frauen einen Kinderwunsch hat. Dies kann zwar auch bei einer männlichen Beziehung der Fall sein, führt dort aber meist zu weniger elementaren Problemen.
Alles andere ist pillepalle.
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