3. Juni 2011
Immer mehr Paare wünschen sich eine individuelle Hochzeit – dazu zählen noch persönliche Worte von Familie und Freunden.
Den Haltern der Rede ist dabei meist nicht so wohl zu Mute: „Was sag ich? Was sag ich nicht? Was, wenn ich mich blamiere?“ Wichtig ist zunächst einmal, die Ansprache kurz und knackig zu halten – die gelungene Rede dauert zwei bis fünf Minuten.
Um Wiederholungen zu vermeiden, sollten sich die einzelnen Redner unbedingt über ihre Inhalte absprechen. Dass die Rede persönlich sein sollte, ist eine Selbstverständlichkeit. Standardphrasen sind Tabu. Als Einstieg eignen sich neben Zitaten vor allem Anekdoten: Das Paar hat sich auf einer Ihrer Feste kennengelernt? Reden sie davon. Ebenso geeignet sind Eindrücke, die Sie von Braut oder Bräutigam am Anfang der Beziehung hatten, aber auch besondere Erlebnisse – vielleicht hatte das Paar einige Hürden zu überstehen, bis es zueinander fand. Auch ein Bezug zur Hochzeit dient als guter Aufhänger einer Rede. Wieso hat das Paar gerade dieses Datum oder diesen Ort gewählt? Warum wurden Sie zum Trauzeugen erkoren? Anschließend können Wünsche für das Paar und die Ehe geäußert werden.
Wem Sentimentalitäten weniger liegen, der darf auch lustig sein. Damit bewegt man sich jedoch leicht aufs Glatteis: Zu hoch ist das Risiko, dass ein Scherz nicht gut ankommt, nicht oder falsch verstanden wird. Persönliche Insider sind daher unangebracht. Ein absolutes No-Go sind außerdem Geschichten, die Braut oder Bräutigam peinlich sein könnten. Pikante, zu intime Details sollten verschwiegen werden. Es gilt weiterhin: Weniger ist mehr. Komische Anekdoten sollten nur begrenzt angewandt werden – ein Witz nach dem anderen zu servieren, ist nicht nur unangebracht, sondern wirkt auch aufgesetzt und peinlich.
Was weiterhin zählt, ist Authentizität: Wer eine Rede hält, sollte sich nicht verstellen und aufrichtig bleiben – sowohl in der Wahl der Worte als auch in Präsentation und Redestil. Schüchterne sollten aus der Rede keine gigantische Show machen, Entertainer verzichten besser auf Kitsch und Sentimentalität.
Steht die Rede erst einmal, ist das Schwerste schon geschafft. Nun kommt der große Auftritt. Hier sollte man sich überlegen, ob frei oder mit Notizen vorgetragen wird. Unabhängig davon sollte die Ansprache oft geübt werden: Der Text muss sitzen, sollte aber nicht auswendig gelernt wirken. Wichtig ist weiterhin, langsam, deutlich und laut zu sprechen sowie Blickkontakt zu Paar und Gästen zu halten. Nervöses Herumfuchteln mit den Armen sollte vermieden werden. Wer unsicher ist, sollte bedenken, dass nicht die Redner im Mittelpunkt stehen, sondern das Brautpaar – nichts ist an diesem Tag wichtiger als das glückliche Paar.
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