17. August 2011
Von Marco Stephan
Wenn Sie und Ihr Partner schon eine Weile zusammen sind, kommt unweigerlich das Thema Hochzeit auf. Nicht unbedingt von Ihnen selbst. Meist sind es Freunde und Familie, manchmal sogar die Kollegen von der Arbeit, die den Ball ins Rollen bringen.

Man kann wohl davon ausgehen, dass die meisten Männer gern die Milch haben würden, ohne die Kuh kaufen zu müssen; dennoch bleibt es nicht aus, irgendwann darüber zu reden, wie Ihr Prachtexemplar es mit der Ehe hält. Häufig winden sich Männer mit zum Teil obskuren Begründungen, warum sie Sie gerne heiraten wollen, aber momentan nicht können. Wir decken auf, welche Gründe Hand und Fuß haben und welche einfach nur Hinhaltetaktik sind.
Wenn er seine beruflichen Ambitionen als Grund nennt, Sie nicht auf der Stelle heiraten zu können, kann er das durchaus ernst meinen. Männer denken projektbezogen und das Planen und Organisieren einer Hochzeit ist nun einmal eine ziemlich zeitintensive Sache. Insofern kann es in seinen Augen Sinn machen, mit der Heirat so lange zu warten, bis er auf der Karriereleiter sicheren Fuß gefasst hat und sich um das nächste "Projekt" kümmern kann. Als Frau ist das Ihre Chance, den potentiellen Mann an Ihrer Seite zu zeigen, dass Sie ihre Beziehung als Teamleistung ansehen. Wenn er sich auf seine Arbeit konzentrieren muss, weil es für seine Karriere ein kritischer Zeitpunkt ist, können Sie anbieten, einen Großteil der Hochzeit im Alleingang zu organisieren und sich bei wichtigen Fragen mit ihm zu beraten. So hat jeder seine Aufgabe und Sie als Paar schreiten weiter gemeinsam voran. Wenn er jedoch eigentlich gar keine richtige Karriere anstrebt, sondern eben nur einen Job ohne große Aufstiegsmöglichkeiten hat, sollten Sie das Argument mit der Karriere nicht gelten lassen und seine Absichten ernsthaft hinterfragen.
Emanzipation der Frau hin oder her, Männer wollen Versorger sein. Schon in der Bibel steht geschrieben, dass der Mann seines Vaters Haus verlassen, einen Beruf erlernen, Land erwerben und dann für seine Familie sorgen soll. Auch wenn der Kandidat ihres Herzens nicht bibeltreu ist, so ist die Versorger-Rolle den meisten Männern von Hause aus mitgegeben worden. Wenn er also zaudert, weil er Ihnen noch nicht viel bieten kann, ist das alles andere als ein versteckter Hinweis, nicht heiraten zu wollen. Nehmen Sie seine Gefühle in dieser Hinsicht ernst und wischen Sie diese nicht mit einen lapidaren "Mir reicht es, dass du mich liebst" zur Seite. Für die meisten Männer geht es auch um das eigene Selbstbewusstsein. Wenn er weiß, dass er halbwegs für schlechte Zeiten abgesichert ist und eine Familie auch im finanziellen Ernstfall gut versorgen kann, geht er als selbstsicherer und starker Mann in die Ehe, auf den Sie so richtig stolz sein können.
Er sagt, dass er Sie heiraten wolle, aber seine Eltern dagegen wären? - Falls Sie sich nicht einen 17-jährigen Buben geangelt haben, gehört dieses Argument in die Kategorie Hinhaltetaktik. Für einen erwachsenen Mann mag die Meinung seiner Eltern durchaus einen hohen Stellenwert besitzen, aber sie darf sicher nicht entscheidend für das Eheversprechen sein. Die Tatsache, dass Sie das Thema Hochzeit besprechen, deutet darauf hin, dass Sie schon länger ein Paar sind und Sie daher vermutlich auch seine Eltern bereits mehrmals getroffen haben. Sofern Sie bei Familienfesten Ihnen gegenüber keine Feindseligkeit gespürt haben, sollten Sie Ihren Partner zur Rede stellen und nach seinen wahren Motiven fragen, weshalb er Sie nicht heiraten will.
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