9. November 2009
Möchten Sie zu einer Hochzeit von Freunden oder Verwandten ein selbst gedichtetes Hochzeitsgedicht vortragen? Dann haben Sie sich eine schwierige Aufgabe vorgenommen. Denn um ein gutes Gedicht zu schreiben genügt es nicht nur, die Reimform einzuhalten. Das Gedicht muss auch einen sinnvollen Inhalt haben, thematisch zu der Hochzeit passen und in einer durchgehenden Stilrichtung gehalten werden. Bevor Sie also fröhlich dichten, machen Sie sich zuerst ein paar Gedanken.
Den wenigsten Menschen fließen die Worte nur so aus der Feder. Sollten Sie jedoch zu diesen seltenen Talenten gehören, dann können Sie sich sämtliche Vorüberlegungen sparen, denn dann wird Ihnen Ihr Hochzeitsgedicht auch so gelingen. Spätestens im zweiten oder dritten Anlauf. Gehören Sie jedoch zur Mehrzahl der nur normal begabten Dichter, dann ist es sinnvoll, wenn Sie sich zuerst ein Gerüst anlegen, an dem Sie sich Stück für Stück entlang arbeiten.
Entscheiden Sie zuerst, ob Sie ein besonders romantisches oder ein eher lustiges Gedicht schreiben möchten. Wir sagen es gleich: Die romantische Version ist ungleich schwerer. Berühmte Dichter haben sich an ihr schon die Zähne ausgebissen. Versuchen Sie besser gar nicht erst, einem Rainer Maria Rilke ernsthafte Konkurrenz machen zu wollen. Vermutlich würden Sie dabei scheitern. Bedenken Sie auch, dass zuviel Harmonie den Zuhörer schnell ermüden kann. Wird Ihr Gedicht einfach nur romantisch, dann ist es unter Umständen wenig spannend.
Dem gegenüber bietet die lustige Variante viele Spielarten. Sie erlaubt zudem mitunter einen etwas holprigen Reim, wenn er mit Charme vorgetragen wird. Achten Sie beim Dichten eines lustigen Gedichts jedoch darauf, dass Ihre Späße mehr von einem feinen Humor getragen sind. Inspirationen hierzu können Sie sich ideal bei Wilhem Busch holen, der zwar auch so manchen derben Scherz verwendet, aber immer auf eine stilsichere Art und Weise.
Wenn Sie gezielte Lacher einbauen, dann tun Sie dies mit Rücksicht aufs Brautpaar. Niemand soll bloßgestellt oder peinlich berührt werden. Manche allzu privaten Themen scheiden also von vornherein schon einmal aus.
Machen Sie sich ein inhaltliches Gerüst. Sie können zum Beispiel das Gedicht damit beginnen, wie das Brautpaar sich kennen lernte. Eine solche Einführung ist immer interessant und unterhaltsam. Der zweite Teil kann davon handeln, was die Brautleute aneinander schätzen und welche Schwierigkeiten sie überwinden mussten, bis sie sich zu einer Hochzeit entschlossen haben. Der letzte Teil kann dann der Hochzeit selbst gewidmet sein und gute Wünsche für die Zukunft enthalten.
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