Studie über Single-Haushalte: Einsamkeit macht Frauen und Männer seelisch krank

Forscher sehen Zusammenhang zwischen Alleinleben und psychischen Erkrankungen

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  • von Paradisi-Redaktion
Junge Frau schaut durch Jalousien aus dem Fenster

Schaut man auf die Daten des Statistischen Bundesamtes waren 2016 insgesamt 41 Prozent der deutschen Haushalte Single-Wohnungen. In diesen sogenannten Einpersonenhaushalten leben Männer oder Frauen maximal mit Haustieren, jedoch nicht mit anderen Menschen zusammen. Das kann zu schweren Depressionen führen, wie beispielsweise eine Studie aus Finnland 2012 zeigte. Das Risiko stieg in jener Untersuchung um 80 Prozent.

Nun gibt es eine aktuelle Studie aus Frankreich, die sich Daten aus England genauer ansah. 20.500 Menschen und ihre Lebenssituationen wurden dabei betrachtet, da diese in den Jahren 1993 und 2000 sowie 2007 an Umfragen zu ihrer psychischen Gesundheit teilgenommen hatten. Die Altersspanne umfasste dafür Teenager ab 16 Jahren bis Senioren mit 64 Jahren.

Die französischen Forscher besahen sich die seelische Gesundheit der Teilnehmer und setzten sie mit der Wohnsituation in Verbindung. Dabei zeigte sich bei jeder Einzelbefragung ein klarer Zusammenhang zwischen Single-Haushalten und seelischen Problemen.

Zahl psychischer Erkrankungen steigt mit Zahl an Single-Haushalten

Zunächst einmal stieg der Anteil der Alleinlebenden von 8,8 Prozent im Jahr 1993 auf 9,8 Prozent im Jahr 2000 und schließlich auf 10,7 Prozent an. Passend dazu wuchs die Zahl der psychischen Erkrankungen von 14,1 Prozent auf 16,3 Prozent und 16,4 Prozent.

Beim detaillierten Blick in die Fragebögen wurde klar, dass weniger die verstrichene Zeit (also das Altern der Teilnehmer) den Ausschlag für Depressionen, Angststörungen etc. gab, sondern die Angabe, sich einsam zu fühlen. Dies galt für beide Geschlechter.

Einpersonenhaushalt macht nicht zwingend einsam

Wichtig sei dennoch, zu unterscheiden, so die Forscher. Ob jemand Einsamkeit fühle, hängt nicht automatisch mit der Wohnsituation zusammen. Man kann einen Einpersonenhaushalt führen und durch Beruf, Sportverein, Chor etc. täglich unter Menschen und zufrieden sein. Ebenso kann man sich mit anderen Menschen in einer Wohnung unverstanden und dadurch einsam fühlen. Es ist der Verlust intakter Beziehungen, der das Problem ist. Wer allein wohnt, neigt jedoch eher dazu, genau diese zu verlieren.

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