07.03.10 12:59
Johannes
Johannes

Beitrag von einem Gast oder ehemaligen Mitglied

Eheberatung Forum

Trennungsgedanken aufgrund demenzkranken Schwiegervater

Hallo, ich hoffe, ihr könnt mir helfen, auch wenn es ein sehr verzwicktes Problem ist und ich etwas weiter ausholen muss.

Ich bin 34, mein Frau 37, wir haben keine Kinder ( im Gemeinsamen Einvernehmen darauf verzichtet ) und eigentlich mögen wir uns nach 12 Jahren Ehe immer noch ( Liebe ist es glaube ich nicht mehr, aber doch sehr viel Zuneigung ). Jedoch sind wir vor 11 Jahren zu meinen Schwiegereltern gezogen, um diesen bei ihren Finanziellen Schwierigkeiten zu helfen. Erst fand ich es gut, da die finanziellen Belastungen natürlich geringer sind als in Miete, aber die finanziellen Belastungen sind immer größer geworden, und der alte Bauernhof ist vor allem in Zustand und Sanitären Anlagen sehr rückständig - für Verbesserungen fehlt das Geld. Ich habe meine Begeisterung schnell verloren, habe aber all die Jahre durchgehalten aus Zuneigung zu meiner Frau, aber oft mit Wut und Abscheu im Bauch über ein solches Leben.

Eigentlich mag ich meine Schwiegereltern ( und meinen einzigen Schwager, der auch im Haus wohnt ) obwohl Sie oft sehr nervend und belastend sind aufgrund ihres völlig neben der Realität herlaufenden Lebensweise und Gedanken.

Dazu muss ich sagen, meine Schwiegermutter ist als sehr kleines Mädchen aus Ostpreußen vor den Russen geflohen und kam dann in dänische Internierungslager und hat alles verloren, das hat Sie bis heute nicht überwunden und mein Schwager wollte man Priester werden hat es dann aber kurz vor Torschluss abgebrochen und dann mit einem Selbstständigen Geschäft schweren finanziellen Schiffbruch erlitten und meinen Schwiegervater habe ich nie so recht verstanden.

Seit einigen Jahren aber geht es mit meinen Schwiegervater stetig bergab und seit mehr als zwei Jahren wird die Demenz immer schlimmer, neuerdings findet er nicht einmal mehr die Toilette, von Körperreinigung und Hygiene ganz zu schweigen. Trotzdem darf er weiterhin mit uns am Tisch sitzen wo er alle Anwesenden mit permanentem und megblödem ununterbrochenem Geschwätz nervt. Ich weiss, der Mann ist krank, dennoch ist es ekelhaft und erniedrigend, mit so jemand essen und leben zu müssen, auch wenn wir verschiedene Wohnungen haben - ich kann den Mann nicht mehr sehen, und oft muss ich mich zusammen reißen, um ihn nicht anzuschreien, oder gar zu schlagen.

Meine Frau, ihr Bruder und meine Schwiegermutter nehmen das Problem einfach hin, und leben weiter, anstatt etwas zu tun - selbst nach dem total ekelhaften Vorgehen als sich der Mann mitten in der Küche erleichtert hat, und das auch noch groß und hinterher alles abstritt.

Eigentlich mag ich meine Frau noch sehr, aber langsam bin ich am Ende meiner Kräfte.

Eine Pflegehilfe will meine Schwiegermutter nicht, und ein Pflegeheim können wir uns nicht leisten - dabei muss sie schon sehr schwer arbeiten, um wenigstens einen Teil der laufenden Kosten meiner Schwiegereltern zu decken, sie will sich auch nicht bei der Pflegeversicherung registrieren lassen als Familienangehörige die pflegt, so das sie wenigstens etwas Geld bekommen würde und nicht mehr so schwer in ihrer Heimarbeit als Sklavin arbeiten muss.

Ich weiss einfach nicht mehr weiter und wäre für hilfreiche Antworten sehr dankbar.

Obwohl meine Eltern beide auch schon krank und alt sind, wäre ich dort immer willkommen ( auch meine Frau ) und zwei meiner drei Brüder leben noch dort.

Es ist schließlich meine Familie und ich wäre finanziell auch erheblich besser gestellt.

Ich traue mich nicht, meine Frau vor die Wahl zwischen mich und ihrer Familie zu stellen, und wir umkreisen solche Themen immer wie Zwei Katzen den Heissen Brei - dies schon seit vielen Monaten, denn selbst die Ansätze geraten schnell zu einem Streit ( wegen mangelnder Liebe streiten wir nie, nur wegen Geld oder ihren Elltern, eben etwas, was uns nur mittelbar betrifft ).

Im Moment sehe ich nur die Trennung, um wenigstens die Überreste meines Lebens zu retten, denn so ist es nicht auszuhalten - auch wenn Sie ihres schon versaut hat. Denn ich finde, man lebt nur einmal und man soll doch in seinem Leben glücklich sein mit seiner Frau oder ? ( Na ja, da bin ich vielleicht auch sehr naiv oder zu idealistisch ) Und wenn die Frau es nicht will, muss man einen Schlußstrich ziehen denn lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende.

Finanzielle Proleme und Kein Ehesex dazu mein Übergewicht, Streit mit einem meiner Brüder sowie mein Mieser Job belasten mich zwar auch, sind jedoch im Moment eher zweit - bis drittrangig.

Danke, das ihr bis zum Ende mit durchgehalten habt im Lesen - eine kürzere Form war mir nicht möglich.

Dankeschön im Vorab für eure Antworten !

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