Die Welt ist aus allen Richtungen global geworden, auch und gerade was die Liebe zwischen zwei Menschen angeht. Bi-Nationale Beziehungen sind mittlerweile nichts Neues mehr, allerdings gibt es einige Aspekte, die manchmal solch eine Beziehung nicht ganz einfach werden lassen.
Mögen auch die Grenzen keinen Einfluss mehr auf eine entstehende Beziehung haben, so zeigen sich sehr oft Unterschiede im Denken und Handeln. So lange ein Paar alleine ist, fällt es nicht wirklich auf, wenn einer Evangelist ist und der andere Moslem oder einer dem katholischen Glauben angehört und der Partner dem hinduistischen. Man arrangiert sich in den Glaubensätzen. Kommen dann allerdings Kinder mit ins Spiel, wird es in manchen Beziehungen schwierig. Welchem Glauben das Kind angehören soll, kann für zahlreiche Diskussionen, Streitereien und Unstimmigkeiten sorgen. Zeigt sich eine Bi-Nationale Beziehung als gefestigt und wird der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind laut, dann empfiehlt es sich lange im Vorfeld sich über die Glaubensfrage zu unterhalten und möglichst auch zu einigen. Lässt sich gar keine Einigung finden, dann sollte man den Kompromiss eingehen und dem Kind selbst die Entscheidung überlassen, sprich zu warten bis es altersmäßig diese Entscheidung treffen kann.
Auch so manche Ansicht kann in eine Bi-Nationale Beziehung einen Keil treiben. Während anfangs beide Partner sich zurückhalten und von ihrer charmantesten Seite zeigen, kann es mit verlaufender Zeit doch zu Zwistigkeiten kommen. So etwa, wenn eine deutsche Frau sich so gar nicht auf die kulturellen Gegebenheiten ihres Partners einstellen will oder kann. Die meisten Frauen hier im Lande wachsen ohne große Beschränkungen in "weiblich/männlich" auf. Hat man nun zum Beispiel einen Südländer als Partner, dann sollte man damit rechnen, dass die Männer auch "mal unter sich bleiben wollen". Viele Frauen können das dann nicht verstehen und brechen einen Streit nach dem nächsten vom Zaun anstatt sich die "Männerfreie Zeit" mit der Freundin, ihrem Hobby oder einem Stadtbummel zu versüßen.
Doch auch in der gegenteiligen Konstellation kommt es zu Streitereien und viel Unverständnis. Ist es die Frau gewöhnt kommen und gehen zu können wie sie will, dann fällt es dem ausländischen Partner oft schwer dieses Verhalten zu akzeptieren. Er kennt es aus seinem kulturellen Kreis und der eigenen Familie vermutlich anderes und sieht es als "unnormal" an, dass sich seine Frau so verhält. Anderseits gibt es auch genug deutsche Männer, die eine ausländische Partnerin haben und diese regelrecht einsperren, um sie nicht zu verlieren oder auch klein zu halten. Generalisieren kann man in Bezug der Liebe und Beziehung zwischen Menschen unterschiedlicher Nationalitäten allerdings nicht.
Ob bei Haushalts-, Essens-, Glaubens- oder Freizeitfragen, in fast jedem Bereich kann es zu Differenzen im Denken und Handeln kommen. Hier wird von beiden Partnern viel Verständnis und Kompromissbereitschaft gefordert. Hat man sich dann allerdings in den meisten Fragen arrangiert, dann wird diese Beziehung richtig bunt und vielfältig sein. Besonders auch für Kinder die aus Bi-Nationalen Beziehungen entstehen, bietet sich eine Welt voller Farben, Gerüche, zweierlei Sprachen und Kulturen, die sie gewiss in ihrem Leben zum Positiven prägen werden und ihnen später die Wahl lässt in welchem Land sie selbst einmal eine Familie gründen möchten.
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