22. März 2011
Wer kennt sie nicht, die Wildlife-Kalender, die mit Vorliebe zur Weihnachtszeit verschenkt werden. Die einzelnen Blätter zeigen meist atemberaubende Naturfotos von rauschenden Wasserfällen und Raubtieren, die gerade zum Sprung auf ihre Beute ansetzen. Gut gemachte Naturfotos sind voller Bewegung, der Betrachter hat den Eindruck, als wäre er live dabei. Um eine derartige Lebendigkeit zu erreichen, braucht es jedoch einiges an Know-How.
Eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit, dennoch ignorieren viele Amateure die goldene Regel der Naturfotografie. Wer Natur auf Film oder Speicherchip einfangen will, der muss auch so viel Zeit wie möglich draußen verbringen. Ein kurzer Spaziergang durch den Park reicht eben einfach nicht aus, um genügend lohnenswerte Motive ausfindig zu machen. Wer sich damit zufrieden gibt, wird wohl nicht viel mehr als ein paar Schnappschüsse ernten.
Darüber hinaus ist es überaus wichtig, ein Gefühl für die verschiedenen Lichtverhältnisse zu bekommen. In einem lauschigen Laubwald benötigt man andere Kameraeinstellung als auf einer sonnigen Wiese.
Hat man ein Motiv gefunden, so wird die Geduld des Fotografen erst richtig auf die Probe gestellt. Einfach abdrücken bringt vielleicht eine nette Aufnahme fürs Familienalbum, gute Naturfotos schießt man hingegen nur mit einem leichten Hang zum Perfektionismus. Die richtige Perspektive sowie die optimale Kameraeinstellung zu finden kann natürlich ein zeitraubendes Unterfangen sein, dafür darf man sich später über gelungene Bilder freuen.
Beim Fotografieren von Tieren ist es wichtig, stets auf die Augen zu fokussieren und sich, wenn möglich, auf Augenhöhe mit dem Motiv zu begeben. So wird die Aufnahme später lebendig und fängt das ganze Wesen des Tieres ein. Denn auch, wenn es viele nicht glauben mögen: auch unsere vierbeinigen und gefiederten Freunde haben verschiedene Gesichtsausdrücke.
Damit man bei der Tierfotografie überhaupt nah genug an sein Motiv herankommt, lohnt es sich, verschiedene Sachbücher zu Rate zu ziehen. Ein guter Fotograf weiß nämlich nicht nur, wie er sein Equipment richtig einsetzt, er weiß auch, zu welcher Tageszeit er sein Motiv höchstwahrscheinlich antrifft und was zu tun ist, um es möglichst nicht zu verschrecken und damit in die Flucht zu schlagen.
So schön die Natur auch sein mag, es lohnt sich, immer nur ein Motiv in den Fokus zu nehmen und nur bei Panoramaaufnahmen Kompositionen aufzunehmen. Man vermeidet damit den unschönen Urlaubsbilder-Effekt.
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