Bildhauerei - Grundlagen und Grundausrüstung für Bildhauer

Trauer und Abschied - Engelfigur in trauriger Haltung auf einem Friedhof

Meißel & Balleisen zählen zu den wichtigsten Hilfsmitteln des Bildhauers - um diese Arbeit auszuführen, benötigt man Kreativität, Präzision und Einfühlungsvermögen

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  • von Paradisi-Redaktion

Bildhauerei - wer diesen Begriff wörtlich nimmt, der weiß bereits eine Menge über die klassischen Grundlagen dieser Tätigkeit: Ein Bild wird regelrecht "gehauen", also aus festen Materialien heraus gearbeitet. Unumgänglich für eine professionelle Arbeit sind hierbei spezielle Werkzeuge wie Meißel und Balleisen, die als Grundwerkzeug für den Bildhauer gelten. Lernen Sie die Grundlagen und die Grundausrüstung eines Bildhauers kennen.

Grundlagen der Bildhauerei

Ob an der Kunstakademie oder in einer privaten Werkstatt: Das Arbeiten in der Bildhauerei erfordert neben Kreativität auch ein sorgfältiges Erlernen der Grundlagen, die dieses künstlerische Medium so einzigartig machen. Von der individuellen Raumwahrnehmung bis zur Materialkunde - wir zeigen, welche Kenntnisse einfach dazu gehören.

Präzision und Einfühlungsvermögen

Selbstverständlich lassen sich Bildhauerei-Kurse heute kaum noch mit den traditionellen Ausbildungen der Antike vergleichen. Und auch wenn die möglichst Detail getreue Abbildung der Realität heute für viele Künstler nicht mehr zeitgemäß wirkt, so verlangen die Grundlagen der Bildhauerei doch ein großes Maß an Genauigkeit und Einfühlungsvermögen in die räumliche Gestaltung.

Um diese zu erlangen, können zunächst einfache Übungen zum plastischen bzw. dreidimensionalen Zeichnen und Skizzieren durchgeführt werden.

  • Perspektive
  • Licht und
  • Schatten

sind nur einige für die Bildhauerei wichtige Aspekte, deren Wahrnehmung hier geschult wird.

Theorie und Ideenfindung

Eine mindestens ebenso wichtige Grundlage stellt die Theorie dar:

  • Was haben andere Künstler geschaffen?
  • Welche Stile gibt es?
  • Welchen Gehalt haben zeitlose Klassiker für die aktuelle Bildhauerei?

Wer sich mit der Geschichte dieses spannenden Mediums auseinandersetzt, der findet zahlreiche Inspirationen und Referenzen für die eigene Arbeit. Für die Umsetzung einer Plastik oder Skulptur ist die Ideenfindung von großer Bedeutung. Auch hier gilt: Nur wer die verschiedenen Möglichkeiten kennt und sich mit ihnen vertraut macht, kann eine wirklich eigenständige Arbeit entwickeln.

Formen- und Materialkunde

Formenkunde von Basismodellen wie Kugel und Würfel bis hin zu komplexen oder amorphen Figuren zählt ebenso dazu wie die Lehre über räumliche Darstellung: Welche Beziehungen nehmen Objekte zueinander ein, und wie können sich Größe, Perspektive und Inhalte im Verhältnis zueinander verändern?

Nach den ersten Überlegungen zur Räumlichkeit stellt das Material ein Hauptelement der bildhauerischen Arbeit dar. Das Erproben verschiedener Materialien von Holz bis Stein, von Stoff bis hin zu einfachen Dingen aus dem alltäglichen Leben bildet eine wichtige Grundlage bildhauerischen Arbeitens. Hierbei gehört sowohl das Formen beispielsweise von Gips und Ton als auch das Bearbeiten fester Materialien mit Meißel und Balleisen zu den Basiskenntnissen eines Bildhauers.

Anfertigung von Abgüssen und Modellen

Das Fertigen von Abgüssen sowie das Erstellen von Modellen sind weitere Fähigkeiten, die es dem Künstler ermöglichen, die spätere Arbeit ganz nach eigenen Vorstellungen zu realisieren.

Sich von anderen Künstlern inspirieren zu lassen macht Freude
Sich von anderen Künstlern inspirieren zu lassen macht Freude

Die Grundausrüstung für Bildhauer

Meißel und Balleisen sind zwei wichtige Werkzeuge, welche in der Bearbeitung von Stein (Meißel) bzw. Holz (Balleisen) zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zu elektrischen Geräten wie Flexeisen oder Säge ermöglichen diese Hilfsmittel eine direkte Arbeit am Material, welche oftmals auch schon von Anfängern erfolgreich eingesetzt werden können.

Merkmale des Meißels

Der Meißel besteht aus einem länglichen Metall, welches zu einer Seite eine kleine Schlagfläche und zur anderen eine so genannte Schneide aufweist. Zum Bearbeiten von Stein wird über die Schlagfläche Druck auf den Meißel ausgeübt. Hierzu eignet sich beispielsweise ein Hammer.

Die Schneide sorgt dann für eine Abtrennung des gewünschten Steinmaterials, wodurch dieser nach und nach in Form gebracht werden kann. Verschiedene Größen, Formen und Ausführungen bieten für jede Situation und für jedes Material den passenden Meißel. Unumgänglich für die Bearbeitung ist hier außerdem der Hammer oder auch Fäustel, welcher immer gemeinsam mit diesem Werkzeug zum Einsatz kommt.

Merkmale des Balleisens

Das Balleisen wiederum findet in der Bildhauerei von Holz Verwendung. Es erfüllt einen ähnlichen Zweck für dieses Material wie der Meißel für den Stein: Abstehende, unerwünschte Formen werden abgetrennt, wodurch die eigentliche Form der späteren Plastik nach und nach heraus gearbeitet werden kann.

Das Balleisen besteht dabei zu einer Seite aus einem Griff beispielsweise aus Holz, wodurch es fest in der Hand liegt. Zur anderen Seite hin befindet sich die metallene Klinge, welche je nach Ausführung gerade oder auch schräg geschliffen sein kann. Das Balleisen zählt zu den Schnitzwerkzeugen, welche in der Holzbildhauerei die Grundausrüstung zur Bearbeitung stellen.

Hinweise zum Material

Bei der Bildhauerei möchte man das zu bearbeitende Material mit dessen Charakter in Szene setzen. Je nach Wahl kann dieses Material unterschiedliche Eigenschaften ausdrücken, wie Kostbarkeit, Weichheit oder Schärfe, Spannung oder Härte. Zudem kommt es je nach Raum und Licht ganz unterschiedlich zur Geltung.

Bildhauer arbeiten mit unterschiedlichen Materialien. Hierzu zählen verschiedene Steinarten:

  • Alabaster: Gesteine unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung. Ähneln Marmor, sind aber weicher und leichter zu polieren.
  • Marmor: Weißer Marmor ist bestimmend für die Bildhauerei der Antike. Es gibt unterschiedliche Sorten.
  • Jade: Ein in sämtlichen Grüntönen schimmerndes, hartes Mineral. Die größte Bedeutung hatte es in Chinas Kultur.
  • Kalk- und Sandstein: In Frankreich bzw. Deutschland für die gotische Bauplastik von großer Wichtigkeit.
  • Hartgesteine: Vor allem in der ägyptischen Kunst verwendete man Diorit, Granit und Porphyr. Letzterer lässt sich lediglich schleifen. Granit findet gerne für Skultpuren im Außenbereich Verwendung.

Zu den weiteren Materialien, die in der Bildhauerei genutzt werden, zählen

  • Holz
  • Elfenbein
  • Wachs
  • Keramik und
  • Metall.

Mit Hammer und Meißel für die Kultur - Skulpturen-Triennale in Pelzerhaken

Normalerweise ist das ostholsteinische Pelzerhagen eine beschauliche 16.000-Seelen Gemeinde 20km nördlich von Lübeck an der Ostsee. Vom 16. bis 30.Mai will der Stadtteil von Neustadt jedoch tausende Besucher zur sogenannten Skulpturen-Triennale anlocken, die im Rahmen des Neustädter Kunstkilometers veranstaltet wird.

Zur Skulpturen-Triennale werden fünf renommierte Bildhauer aus so unterschiedlichen Ländern wie Deutschland, Spanien, Südkorea, Georgien und der Türkei nach Neustadt anreisen um aus groben Findlingen filigrane Steinskulpturen zu gestalten. Neugierige Kunstfreunde, Schulklassen und Urlauber sollen die Gelegenheit haben, den Künstlern bei der Arbeit zu zu sehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Initiator des in Zukunft alle drei Jahre stattfindenden Bildhauertreffens ist der deutsche Künstler Jo Kley, der natürlich auch selbst mit Hammer und Meißel vor Ort ist.

Für Neustadt ist die Skulpturen-Triennale jedoch nur Teil eines aufregenden Mai-Programmes: Auch Wassersportler werden sich in diesem Monat an der Ostseeküste tummeln um am Surffestival vom 17. bis 20.Mai teilzunehmen oder an der Max Oertz-Regatta von 25. bis 27.Mai.

Ausstellung von Arbeiten der Bildhauerei seit 1945 in der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf

Zusammen mit der Kunstakademie Düsseldorf hat die Kunstsammlung NRW eine Ausstellung zusammengestellt, in der Werke der Bildhauerei seit 1945 gezeigt werden. Insgesamt sind es 53 Werke, die von ehemaligen Professoren oder Kunststudenten stammen, die an der Düsseldorfer Akademie waren.

So befinden sich Werke von namhaften Künstlern, beispielsweise Jörg Immendorff und Joseph Beuys, in dieser Ausstellung. Auch vom derzeitigen Direktor Tony Cragg sind Werke dabei, wobei dieser die eigentliche Idee für diese Ausstellung hatte.

In Dresden wird jetzt schon ein Kunstwerk mit Liebes-Schlössern bestückt

In zahlreichen deutschen Städten hat sich das Anbringen von Eisenschlössern an Brückengeländern als Liebesbeweis bereits durchgesetzt. In Dresden gehen die Liebenden mittlerweile sogar so weit ihre Schlösser an einem Kunstwerk zu befestigen. Den Dresdener Künstler Tobias Stengel, der "Die Woge" auf der Augustusbrücke installiert hat, stören die Schlösser an seinem Kunstwerk allerdings nicht.

So lange die Schlösser nicht Überhand nehmen und das komplette Erscheinungsbild des Kunstwerkes verändern, habe er kein Problem mit den Schlössern. Immerhin würde dies zeigen, dass sein Werk zumindest zur Kenntnis genommen wird. Als Liebesbeweis seien die Schlösser allerdings fraglich, denn wenn die Liebe so etwas nötig hat, stimme von vornherein etwas nicht, so Stengel.

Die Stadt sieht in den Schlössern allerdings ein Problem, da sie angeblich den Rostschutz des Brückengeländers beschädigen. Bei Routinearbeiten werden sie daher regelmäßig entfernt.

Grundinformationen und Hinweise zur Bildhauerei

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Engel in Trauer © BONIN Foto - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: woman looking ancient sculptures © JackF - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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