17. Juni 2010
Viele Menschen philosophieren auch ohne fachliche Berufsausbildung leidenschaftlich gerne. Alltägliche Situationen lassen kritische Fragen und moralische Bedenken aufkommen. Auch mit dem Sinn der menschlichen Existenz oder dem individuellen Umgang mit ethisch umstrittenen Themen beschäftigen sich Hobby-Philosophen. Wer sich intensiver mit der Kunst des Philosophierens auseinandersetzen möchte, kann sein Hobby zum Beruf machen und ein Studium der Weisheit anstreben.
Philosophie zählt zu den Geisteswissenschaften und kann an zahlreichen Hochschulen in Deutschland studiert werden. Je nach Universität wird ein Magister-, Bachelor- oder Masterabschluss erlangt. Vielfältig sind auch die Berufsmöglichkeiten: Das Philosophiestudium kann sowohl didaktisch als auch fachwissenschaftlich ausgerichtet sein und im Haupt- oder Nebenfach studiert werden. Je nach Qualifikation sind ausgebildete Philosophen als Lehrer in Schulen tätig oder üben andere Tätigkeiten in Verlagen, Buchhandlungen oder in der Erwachsenenbildung aus. Aber auch außerhalb dieser typischen Berufe bieten sich für Philosophen viele Möglichkeiten. Viele Arbeitgeber sind auf Angestellte mit Schlüsselqualifikationen wie z.B. Kritik- und Argumentationsfähigkeit oder Kreativität angewiesen, die ein Absolvent des Philosophiestudiums mitbringt.
Voraussetzung für ein Philosophiestudium an einer deutschen Hochschule ist zunächst einmal die allgemeine Hochschulreife. Des weiteren ist das Fach an vielen Universitäten zulassungsbeschränkt. Nicht jeder Bewerber erhält den gewünschten Studienplatz. Gute Noten oder Wartesemester erhöhen in diesem Fall die Chancen auf einen Platz.
Wer sich für Philosophie einschreibt, sollte sich bewusst machen, dass er ein geisteswissenschaftliches Studium anstrebt, das viel Kopfarbeit erfordert. In den Vorlesungen und Seminaren werden nicht nur inhaltliche Fakten vermittelt, sondern auch die Argumentations-, Analyse- und Kritikfähigkeit geschult. Zudem muss viel Zeit zum Lesen von Fachliteratur investiert werden.
Auf inhaltlicher Ebene beschäftigen Philosophiestudenten sich sowohl mit der Geschichte des Fachs als auch mit der theoretischen und praktischen Philosophie. Es werden u.a. Denkentwürfe der großen klassischen Philosophen Platon, Kant oder Wittgenstein analysiert und aktuelle ethische Problemfragen diskutiert. In der Regel endet das Studium nach sechs bis acht Semestern. Die Absolventen müssen ihr erworbenes Fachwissen, ihr Urteilsvermögen und ihre Kritikfähigkeit in schriftlichen Abschlussarbeiten und mündlichen Prüfungen bestätigen.
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