23. April 2010
Insbesondere in katholischen Regionen finden regelmäßig Passionsspiele statt. Auf Freilichtbühnen oder in Passionsspielhäusern stellen Schauspieler die einzelnen Stationen des Leidens und Sterbens Jesu Christi nach. Manchmal findet auch ein Umzug durch den ganzen Ort statt, dem sich die Zuschauer anschließen können. Ob auf der Bühne oder unter freiem Himmel - der grundlegende Ablauf eines Passionsspiels ist immer gleich und orientiert sich an der Passionsgeschichte Jesu.
Während Passionsspiele früher auch anderen Themen und Geschichten aus der Bibel aufgriffen und die Aufführungen z.B. mit der Schöpfungsgeschichte begannen, spielt heute zunehmend die Auferstehung Jesu eine Rolle. Aufgeführt wird also die gesamte Ostergeschichte, angefangen von dem letzten Abendmahl bis hin zur Kreuzigung und Auferstehung.
Zu Beginn eines Passionsspiels wird meistens das letzte Abendmahl, das Jesu mit seinen Jüngern feierte, in Szene gesetzt. Damit beginnt das Schauspiel mit dem Vorabend des Kreuzigungstodes Jesu. Manchmal werden zum Auftakt auch der Einzug in Jerusalem und die Tempelreinigung aufgeführt, denen schließlich das letzte Abendmahl und die Fußwaschung als erste Höhepunkte folgen.
Auch die Gefangennahme Christi wird in jedem Passionsspiel thematisiert. Nachdem Jesus bereits in der Szene des letzten Abendmahls seinen Verräter benannt hatte, folgt nun seine Gefangennahme durch Judas und seine Gehilfen. Auch die Verurteilung des Sohn Gottes vor dem Hohen Rat wird, wie in den Evangelien erzählt, aufgeführt.
Eine der eindrucksvollsten Szenen in einem Passionsspiel ist schließlich die Kreuzigung an der Stätte Golgatha, die damit beginnt, dass Jesus selbst sein Kreuz trägt. Auch der bekannte letzte Satz des Gekreuzigten, der mit "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" überliefert ist, darf in der Aufführung der Passion nicht fehlen. In weiteren Szenen können die Zuschauer schließlich das Begräbnis Jesu verfolgen.
Da Jesu Geschichte aber nicht mit seinem Tod endet, widmen sich die meisten Passionsspiele im letzten großen Schlussteil der Auferstehung. Die Erzählungen vom leeren Grab und der Erscheinung des Auferstandenen vor seinen Jüngern sind die Glaubensgrundlagen im Christentum und verleihen den Spielen somit einen würdevollen Schluss.
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