14. April 2010
Das heutige Musical hat nicht mehr viel mit seinem ursprünglichen Charakter zu tun. In seiner über 100-jährigen Geschichte hat sich auf musikalischer und inhaltlicher Ebene viel bewegt. Die Beliebtheit aber ist geblieben. Viele Stücke bleiben jahrelang im Programm, damit möglichst viele Besucher sich an den Aufführungen erfreuen können.
Die Anfänge des Musicals findet man bereits Ende des 19. Jahrhunderts. Aber erst Mitte des 20. Jahrhunderts nahm die Beliebtheit zu und das Musical konnte seine Blütezeit erleben. In dieser Zeit entstanden auch die ersten Filmmusicals, die für den Erfolg der Bühnenmusicals mitverantwortlich waren. Eine Revolution des Musicals fand Ende der 60er-Jahre statt. Es gab nicht nur musikalische Veränderungen, sondern auch inhaltliche. Immer häufiger wurden nun sozial- und gesellschaftskritische Themen angesprochen. Die neueste Entwicklung geht hin zu konzertähnlichen Musicals, die auf Musik und Songs international bekannter Sänger und Musiker basieren.
Ursprünglich kommt das Musical aus Amerika. Die ersten Stücke wurden am Broadway inszeniert und ähnelten in den Anfängen noch den Operetten. Sie entwickelten sich aus verschiedenen Theaterformen und Revueshows, die europäische Einwanderer nach Amerika mitbrachten. Als erstes echtes Musical gilt heute "Showboat", das von Jerome David Kern im Jahr 1927 komponiert wurde.
Seinen ersten Höhenpunkt erreichte der Musicalkult in den 1930er bis 1960er-Jahren. Die Stücke wurden inhaltlich anspruchsvoller und die Musik moderner und schneller. Erfolge verbüßte vor allem Richard Rodgers, der u.a. "On your toes" und "Cinderella" komponierte. Mit "West Side Story" leitete Leonard Bernstein 1957 eine neue, gefühlsbetontere Generation des Musicals ein. Die großen Erfolge des Stücks zeigten, dass der Komponist den Geschmack des Publikums getroffen hatte.
Mit der Entwicklung des Tonfilms und der Eröffnung der ersten Kinos wurden Mitte des 20. Jahrhunderts die ersten Filmmusicals produziert. Verfilmte Broadway-Produktionen sorgten dafür, dass immer mehr Menschen sich dem Musical zuwandten.
Das Musical "Hair" sorgte Ende der 60er-Jahre erneut für einen Umbruch. Die Musik wurde rockiger, die Themen aktueller, politischer und auch für junge Leute ansprechend. In den 80er und 90er-Jahren Jahren machte sich vor allem Andrew Lloyd Webber einen Namen. Mit seinen Musicals "Jesus Christ Superstar" oder "Cats" landete er gleich mehrere Welterfolge und sorgte dafür, dass der Besuch eines Musicals zur Mode wurde.
Seit dem 20. Jahrhundert sorgen konzertähnliche Musicals für großes Zuschauerinteresse. Musicals wie "Mamma Mia!", "We will rock you" oder "Ich will Spaß" basieren auf bekannten Songs verschiedener Musiker und animieren das Publikum zum Mitfeiern und Mitsingen.
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